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Karlsruhe Zweite Rheinbrücke: Gegner lehnen Planung ab - Befürworter für Korrektur

Die Pläne für den Bau einer zweiten Rheinbrücke lagen in den vergangenen Wochen offen aus. Jeder Bürger konnte bis zum 8. Juni schriftlich Einwendungen gegen das Bauvorhaben erheben. Sowohl Gegner als auch Befürworter haben am Mittwoch ihre Stellungnahme abgegeben. Die Gegner lehnen die Planung ab und zeigen sich über planerische Mängel empört. Selbst Befürworter fordern Nachbesserungen, sprechen sich aber grundsätzlich für das Projekt aus.

Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein (RVMO) befürwortet in einer Stellungnahme zum laufenden Planfeststellungsverfahren erneut den Bau einer zweiten Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth. Das hat der RVMO-Planungsausschuss am Mittwoch mehrheitlich beschlossen.

In einer gemeinsamen Sitzung mit dem Verband Region Rhein-Neckar (VRRN) hatten beide Verbände bereits Mitte April die Dringlichkeit einer zweiten Rheinbrücke angemahnt. Der Planungsausschuss des RVMO hatte sich bereits im Februar 2006 grundsätzlich für eine zweite Rheinbrücke ausgesprochen, die auch im Regionalplan mit höchster Priorität enthalten ist.

RVMO: Zweite Rheinbrücke ist dringend

Der Ausschuss verlangt aber auch Nachbesserungen bei der Planung. So fordert der Planungsverband unter anderem einen Radweg entlang der neuen Brücke. Außerdem sei zu prüfen, ob nördlich von Knielingen weitere Ausgleichsmaßnahmen möglich sind. Ferner regt der Regionalverband an, die baden-württembergischen und rheinlandpfälzischen Verkehrsuntersuchungen zu harmonisieren, auf denen die Planung basiert. Die Mehrheit des Gremiums besteht auf eine Anbindung bis zur B36.

Die vorliegende Planung des Regierungspräsidiums Karlsruhe (RP) beinhaltet den Bau einer Straßenbrücke etwa 1,4 Kilometer nördlich der bestehenden Rheinbrücke. Die Brücke soll an die linksrheinische B9 und die Raffineriestraße anschließen. Auf badischer Seite ist ein Anschluss an die B10 - Südtangente - am sogenannten Ölkreuz geplant.

Gegner empört über Planung

Die Gegner der zweiten Rheinbrücke hatten ebenfalls am Mittwoch dem (RP) ihre Stellungnahme abgegeben. Ein länderübergreifendes Bündnis stellt sich gegen den Bau einer weiteren Straßenbrücke über den Rhein. Auf rund hundert Seiten hat das Bündnis Fehler und Mängelder Planfeststellungsunterlagen für eine zweite Rheinbrücke aufgelistet. Das Ergebnis seiner Überprüfung bezeichnet das Bündnis als "Demontage der Planfeststellungsunterlagen".

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Baden-Württemberg (ADFC) sieht in der geplanten Rheinbrücke große Gefahren für den Radverkehr und hält die Planung für unvollständig. Insgesamt widerspreche die Planung den bundes- und landespolitischen Zielen beim Radverkehr, die im Nationalen Radverkehrsplan und im Landesbündnis Pro Rad festgehalten werden, so der Landesverband Baden-Württemberg und der Kreisverband Karlsruhe in einer Pressemitteilung.

Abwägung öffentlicher und privater Belange

Die geplante einseitige Führung des Radverkehrs auf der "falschen Seite" erhöhe massiv das Unfallrisiko und werde deswegen vom ADFC abgelehnt, so Landesvorsitzende Gudrun Zülke. "Es ist empörend, wie wenig Rücksicht bei der Planung auf den Radverkehr genommen wurde. Diese wichtige Radverkehrsverbindung zwischen zwei Bundesländern würde dadurch um einiges unattraktiver und viel gefährlicher werden", kritisiert Zülke. So werde auch nicht die Frage beantwortet, wie der Radverkehr sicher nach Karlsruhe geleitet werden soll. Der ADFC beteiligt sich am Bündnis gegen die zweite Rheinbrücke.

Die Pläne für das gesamte Vorhaben wurden in den betroffenen Kommunen parallel ausgelegt. Die von der Planung Betroffenen konnten bis zum 8. Juni Anregungen oder Einwände vorbringen. Das Planfeststellungsverfahren dient der Abwägung aller öffentlichen und privaten Belange und ist Voraussetzung für die Genehmigung der Maßnahme. Auch Träger öffentlicher Belange sowie Umweltverbände werden angehört.

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Karlsruhes zweite Rheinbrücke | ka-news.de: Eine zweite Rheinbrücke für Karlsruhe wird schon lange diskutiert. Die Argumente der Rheinbrücken-Befürworter und der Rheinbrücken-Gegner in Karlsruhe, der Pfalz sowie den aktuellen Stand der Planung haben wir für Sie zusammengefasst.
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  • unbekannt
    (8 Beiträge)

    11.06.2011 06:12 Uhr
    2. Rheinbrücke ja, aber nicht so.
    Die jetzige Rheinbücke ist meiner Meinung nach kein Engpass sondern die Südtangende. Die sollte Entlastet werden. Deshalb ist die 2. Brücke nur sinnvoll in Verbindung der Nordtangende.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    10.06.2011 08:12 Uhr
    Der planerische Hauptmangel ist doch
    dass man eine Ahnung haben kann, dass man das Problem auch auf der Schiene lösen kann, dass es aber keiner weiß, weil man das Potential der bestehenden Eisenbahnbrücke schlichtweg nicht im Detail geprüft hat.

    Wenn eine Familie ein Auto hat und eine Tramhaltestelle vor der Türe, dann muss sie Geld wie Heu haben, wenn sie sich einfach ein zweites Auto kauft, ohne zu prüfen, was mit einer Jahreskarte für die Tram ginge. Mag sein, dass die Prüfung gegen die Tram und für das Zweitauto ausgeht, aber wenn Geld nicht wie Heu da ist, wird geprüft werden.

    Wir sind eine leistungsfähige Gesellschaft, aber Geld wie Heu hat der Staat nicht. Also muss - herrschaftsszeiten - geprüft werden, wie man das angestrebte Ziel am günstigsten erreichen kann.
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    10.06.2011 16:27 Uhr
    Eisenbahnbrücke
    Was habt ihr eigentlich immer mit eurer Schienenbrücke?
    Ich bin Nutzer des ÖPNV und kenne die Bahnstrecken fast alle auswendig.

    1. Eine Familie muß erstmal neben so einer Tramhaltestelle wohnen. Ok, die Wahrscheinlichkeit ist da.
    2. Sie muß/müssen genau dort arbeiten wo auch eine Bahnhaltestelle vorm Betrieb ist. Leider sind GERADE die Industriegebiete in KA sehr marginal erschlossen. Da reichts noch nicht einmal nen Bus hinzuschicken.
    3. Je nach Schicht haste auch geschissen, Wer Spät-, Früh oder Nachtschicht schiebt hat das Problem daß die Taktungen unter aller Sau sind.
    Da hauts dann auch kein Nightliner raus, wenn der Arbeiter ne halbe Stunde vorm Betrieb warten muß.

    Wer fordert, den Schienenverkehr in RLP auszubauen, sollte erstmal bedenken daß die wenigsten wohl genau auf der Achse Entenfang-Durlacher Tor arbeiten.
    Also erstmal bei uns ausbauen, da ham auch "wir" was davon.
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  •   vielfahrer
    (411 Beiträge)

    11.06.2011 08:16 Uhr
    wie
    kommen Sie auf die Idee, dass die wenigstens entlang dieser Achse arbeiten? Karlsruhe hat vor allem Dinestleistungsarbeitsplätze, beginnend im Handel (Kaufhäuser von Postgalerie bis Ex-Wertkauf), dazu Behörden (Rathaus, Finanzamt, Versicherungen etc.) dazu die Uni. Dann fährt diese Linie (S5) ziemlich dicht bei Siemens udn am Hafen vorbei. Ein Mal umsteigen sollte zudem zumutbar sein. Kurzum, auf dieser Achse liegen ziemlich viele Arbeitspläze und wenn die, die relativ nahe an einer Haltestelle wohnen (5 Minuten zu Fuß ode mit dem Fahrrad) und die dann auch zu ihrem Arbeitsplatz nicht zu weit laurfen müssen, auf die Stadtbahn umsteigen, dann fehlen schon einige Tausend Autos auf der Brücke. Die Zahlen gehen ohnehin schon zurück und liegen weit unter dem, was die Planer uns immer erzählen. Es ist übrigens eine Bundesplanung und hat mit Karlsruher Planideen - so schlecht die auch sein mögen - nichts zu tun. Das hat ganz alleind er Bund verbockt.
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  •   KaBU
    (931 Beiträge)

    11.06.2011 11:00 Uhr
    Zuverlässigkeit
    Meine Frau fährt sein Dezember mit der Neuen Strassenbahnline nach Karlsruhe an den Markplatz. Von Pünktlichkeit und Zuverläaaigkeit kann man hier nicht sprechen. Bahnen fallen aus,Bahnen haben zu wenig Platz um Leute mitzunehnen (Berufsverkehr) Dauerbaustelle Karlsruhe,Unfall mit der Strassenbahn in der Stadt und Sie können dort übernachten. ich bin auch für eine 2. Rheinbrüche aber nicht fürs Stadtgebiet Karlsruhe das wäre tödlich. Bitte liebe Natur und Umweltschützer es macht nur einen Sinn ,wenn die 2. Brüche nördlich oder südlich gebaut wird mit Anschluss an die A5-A8. Alles andere ist Murks. Die Südtangede verkrafte den Verkehr nicht mehr. Zu einkaufen und Shoppen kann ich mit der Bahn in die Stadt fahren und tune ich auch , aber zu arbeiten geht das leider nicht.(Außendienst)
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    10.06.2011 08:08 Uhr
    Volksabstimmung
    bitte allenfalls und immer nur mit ausgearbeiteten Varianten möglichst mit grob gleichen Kosten vor allem auch der impliziten Kosten von "nichts tun".
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    10.06.2011 03:12 Uhr
    Pro Brücke
    aber nur wenn sie nachhaltig, ganzheitlich und alternativlos ist. Und zeitgleich und zeitnah gebaut wird. Wenn ein Kriterium nicht erfüllt wird bin ich dagegen. Ansonsten bin ich immer für das was grad 'in' ist. Baut sie doch oder lasst es bleiben. Ich ärger mich nicht mehr rum. Hab ich den ganzen Tag, einmal hü, einmal hott. Das begreifen die Berufsdemonstranten eben nicht. Manche müssen arbeiten und können sich mit dieser Wichserei nicht beschäftigen. Alla...
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  •   hambi
    (516 Beiträge)

    10.06.2011 08:49 Uhr
    ...und die ambitionierten...
    ...Hobbykommentatoren nicht zu vergessen...gell?
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    10.06.2011 08:14 Uhr
    das ist
    nachhaltig-ganzheitlich-alternativlos ist grün-rot-schwarz, wenn es noch privat finanziert und per Maut betrieben wird, hast Du 100% Zustimmung.

    Die Alternativlosigkeit bliebe allerdings noch zu zeigen. Der Merkelsche "Trick" diese einfach zu behaupten, muss langsam mal zum Auslaufmodell werden.
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    10.06.2011 01:36 Uhr
    für Flöße
    Brücken müssen ein Auslaufmodell bleiben. Flöße, Furte und Fähren plus Verkehrseffizienz und Einsparung gehören die Zukunft!
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