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Karlsruhe/Waghäusel Zweite Rheinbrücke: Baden und Pfalz wollen Etappenziel zum Jahresende

Die zweite Rheinbrücke: Immer wieder sorgt ein Ausbau der Rheinquerung zwischen Karlsruhe und Wörth für neue Streitpunkte. Doch bei einer gemeinsamen Sitzung der benachbarten Planungsverbände aus Karlsruhe und Mannheim kam man nun zu dem Schluss, dass die Planfeststellungsverfahren so bald wie möglich auf beiden Seiten abgeschlossen werden sollen. Das teilt der Regionalverband Mittlerer Oberrhein in einer Pressemitteilung mit.

"Ich nehme die Botschaft mit, dass die Planfeststellungsverfahren auf beiden Seiten sobald wie möglich abgeschlossen werden", bilanzierte Josef Offele, der Vorsitzende des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein, am Mittwoch auf der gemeinsamen Sitzung der benachbarten Planungsverbände aus Karlsruhe und Mannheim.

Das "Staffelholz" weitergeben

Zum Tagesordnungspunkt Rheinbrücke Wörth-Karlsruhe informierte Regierungspräsidentin Nicolette Kressl über den Stand der Arbeiten im Planfeststellungsverfahren auf der rechten Rheinseite. Demnach gehe es hier derzeit unter anderem um ergänzende Untersuchungen bei der Alternativenprüfung. Auf rheinland-pfälzischer Seite würden gegenwärtig neben anderen auch offene naturschutzrechtliche Fragen aus der Erörterung die Arbeitsschwerpunkte bilden, wie Kurt Ertel, Leiter des Landesbetriebes Mobilität aus Speyer, darlegte. So stehe beispielsweise der Purpurreiher im Fokus, für den Alternativwasserflächen angeboten werden müssten. Aber auch Belastungen für betroffene Landwirte, die Gewerbeanbindung und die Angelnutzung seien noch in Klärung.

Regierungspräsidentin Kressl zeigte sich zuversichtlich, zeitgleich mit den pfälzischen Kollegen, die notwendigen Grundlagen für den Abschluss der Planfeststellungsverfahren zu schaffen. Ertel nannte als Etappenziel Ende dieses Jahres, die erforderlichen Ressourcen vorausgesetzt. Dann könne das "Staffelholz" an die Planfeststellungsbehörde übergeben werden, die letztlich für die Beschlussfassung zuständig sei.

Mitglieder beider Planungsverbände plädierten dafür, das Verfahren zur Anbindung der Brücke an die B36 parallel zu führen. Zudem wurde Zufriedenheit darüber geäußert, dass die "Ersatzbrücke" nicht in den Fortschreibungsentwurf für den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen wurde - Stuttgart hatte sie nach Berlin gemeldet, Mainz nicht. Letztlich beschloss das gemischte Gremium mehrheitlich (3 Gegenstimmen), in einem Schreiben an das Bundesverkehrsministerium sowie die Verkehrsministerien der beiden Länder die zügige Realisierung der zweiten Rheinbrücke Wörth- Karlsruhe auf der Grundlage des laufenden Planfeststellungsverfahrens einzufordern.

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Kommentare (7)
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  •   Transpamina
    (1 Beiträge)

    14.03.2014 14:12 Uhr
    Andere Verkehrsteilnehmer werden ausgeblendet
    Was bietet Ihr mir als Nichtautofahrer an? Zwischen Karlsruhe und Straßburg gibt es keine einzige Rheinquerung für den öffentlichen Verkehr!
    Wäre da nicht dringenderer Handlungsbedarf?
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  •   Pendler
    (149 Beiträge)

    14.03.2014 13:25 Uhr
    Wenn dann endlich
    alle derzeitigen naturschutzrechtlichen Probleme ausgeräumt sind werden wohl die Rheinschnaken dank der Bemühungen der KABS soweit dezimiert sein, dass sie es auf die rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten schaffen. Bis dann Platz für neue Tümpel für sie gefunden ist, ist dank Klimawandel der Rhein zu einem kleinen Rinnsal geschrumpft, die Arbeit wird von Robotern oder in Fernost erledigt und niemand braucht mehr einen Ersatz für die vor langer Zeit zusammengebrochene Brücke.
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  •   lebenswertes_KA
    (122 Beiträge)

    05.04.2014 23:19 Uhr
    ka-news nimmt leider seit einiger Zeit alle Beiträge zum Thema
    weitere Rheinbrücke auf Karlsruher Gemarkung sehr schnell aus den aktuellen Seiten heraus. Warum nur? Ich habe den Eindruck, möglicherweise(?), warum auch immer(?), werden unerwünschte Kommentare konsequent unterdrückt. Wohnen die verantwortlichen Redakteure evtl. außerhalb des Stadtgebietes KA? Es führt kein Weg vorbei. Eine weitere Rheinbrücke im Raum KA ist sinnvoll, aber eben nicht auf der Gemarkung von KA. Die Bevölkerung von KA leidet bereits unsäglich unter der B3, B10, B36 und der zur Autobahnquerspange mutierten sogenannten 'Südtangente' quer durch das Stadtgebiet. Eine Nordtangente mit Planungsstand 1920 hat da keinen Platz mehr. KA und die Region KA und GER brauchen eine Autobahnweiterführung der A65 zur A5/A8 außerhalb der Gemarkung von KA, so wie dies im Bundesverkehrswegeplan bis 2003 vorgesehen war. Nichts sonst. Und alles ist gut.
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    14.03.2014 08:12 Uhr
    Das Etappenziel
    wird wahrscheinlich so aussehen, dass man sich einigt, dass in absehbarer Zeit (also innerhalb der nächsten 50 Jahre) "was passieren" muss. Dazu wird ein bisschen auf den Tisch gehauen, irgendjemand verlangt dann "dass es jetzt endlich Zeit wird", ein anderer Politiker macht dann einen Ortstermin und schaut sich das Ding an ("Ja, das ist tatsächlich eine Brücke"), dann wird fotografiert und ein Bericht an irgendeine Behörde geschrieben. Dort wird dann bezweifelt, dass es diesen "Rhein" überhaupt gibt ("Es fehlt an ausreichenden Nachweisen - damit ist die Brückenmeldung ungültig"), ein Jahr später wird ein Autofährenbesitzer verknackt, weil er Teile des Verkehrsstroms abgezweigt und somit die Zahlen verfälscht hat, und wenn dann im Juni 2023 auch die zweite Hälfte der Rheinbrücke abgefault ist (die erste Hälfte stürzt schon 2017 ins Wasser), wird die Pfalz annektiert und Schritt für Schritt in eine geordnete Insolvenz geführt, dann hat sich das Thema Brücke erledigt.
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  •   Waterman
    (5883 Beiträge)

    14.03.2014 09:40 Uhr
    Logischer Fehler
    Pfalz annektieren ohne Brücke ist Quatsch und Beton fault nicht.

    Sonst mögliches Szenario grinsen
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    14.03.2014 09:53 Uhr
    Stimmt
    Hab mich heute Morgen ein bisschen in Rage getippt. Aber ich denke, es schimmerte im Subtext durch, in welchem Maße ich den Verantwortlichen vertraue, dass sie in absehbarer Zeit eine praktikable, sinnvolle und bezahlbare Lösung finden zwinkern
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  •   lebenswertes_KA
    (122 Beiträge)

    05.04.2014 23:15 Uhr
    Leider nimmt ka-news alle Beiträge zum Thema
    weitere Rheinbrücke auf Karlsruher Gemarkung sehr schnell aus den aktuellen Seiten heraus. Warum nur? Ich habe den Eindruck, möglicherweise(?), warum auch immer(?), werden unerwünschte Kommentare konsequent unterdrückt. Wohnen die verantwortlichen Redakteure evtl. außerhalb des Stadtgebietes KA? Es führt kein Weg vorbei. Eine weitere Rheinbrücke im Raum KA ist sinnvoll, aber eben nicht auf der Gemarkung von KA. Die Bevölkerung von KA leidet bereits unsäglich unter der B3, B10, B36 und der zur Autobahnquerspange mutierten sogenannten 'Südtangente' quer durch das Stadtgebiet. Eine Nordtangente mit Planungsstand 1920 hat da keinen Platz mehr. KA und die Region KA und GER brauchen eine Autobahnweiterführung der A65 zur A5/A8 außerhalb der Gemarkung von KA, so wie dies im Bundesverkehrswegeplan bis 2003 vorgesehen war. Nichts sonst. Und alles ist gut.
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