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Karlsruhe Zu viele Nachteile: Bündnis positioniert sich gegen zweite Rheinbrücke

Kommt die zweite Rheinbrücke oder kommt sie nicht? Eine Frage, die die Region schon lange spaltet. Nachdem das Thema in der vergangenen Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung stand, positioniert sich ein Bündnis gegen einen Neubau.

Die im Bündnis gegen eine zusätzliche Straßenbrücke über den Rhein vereinten Naturschutz- und Verkehrsvereine und -verbände sowie Mitglieder des Aktionsbündnisses "Pro Ersatzbrücke" begrüßen den Mehrheitsbeschluss des Karlsruher Gemeinderats, den Bau einer Ersatzbrücke auf der Bestandstrasse im Bereich der beiden bestehenden Rheinbrücken nicht voreilig vom Tisch zu wischen. Das geht aus einer Pressemeldung hervor.

"Wer Klimaschutzziele ernst nimmt, wer sich um saubere Luft und die Gesundheit der Bürger sorgt, wer für den Erhalt der Vielfalt an Arten und Lebensräumen in den Rheinauen eintritt, der muss erkennen, dass eine Ablehnung der vorliegenden Planung einer zusätzlichen Brücke über den Rhein für den Kraftfahrzeugverkehr, die einzige verantwortliche und verantwortbare Position ist", so BUND-Regionalgeschäftsführer Hartmut Weinrebe.

Einstieg in die unerwünschte Nordtangente?

Den Beschluss des Gemeinderats, die Anbindung der geplanten zusätzlichen "2. Rheinbrücke" an die B 36 mit der Planung der Brücke zu verbinden, kommentiert Dirk Harmsen von den Hardtwaldfreunden Karlsruhe kritisch: "Zwar funktioniert diese unnötige Rheinquerung nur dann einigermaßen, wenn sie nicht auch noch auf die Südtangente führt. Aber konkret wäre diese Trasse der Einstieg in die von der CDU und anderen Gruppierungen gewünschten Nordtangente."

"Diese Anbindung an die B 36 ist allerdings nicht nur als Westast der Nordtangente anzusehen, sondern belastete bisher ruhige Gebiete massiv mit Lärm, darunter das von vielen Familien bewohnte Konversionsgebiet Knielingen 2.0", verdeutlicht Klaus Bluck vom Arbeitskreis Nordtangente.

Höhere Belastung für die Bewohner vermutet

"Die geplante Anbindung an die B36 würde künftig tendenziell noch mehr Durchgangsverkehr auch durch Neureut-Süd und durch das Wohngebiet von Neureut-Heide führen und so die dortigen Bewohner noch stärker mit Lärm und Emissionen durch hohes Verkehrsaufkommen belasten", erklärt Carl Falck für den Bürgerverein Neureut-Heide.

Gleichzeitig sei spätestens seit dem Faktencheck im Jahr 2011 bekannt, dass keine der Planungsvarianten – auch nicht eine mit einer durchgehenden Nordtangente – in der Lage sein würde, eine hörbare Lärmreduktion entlang der Südtangente zu erreichen.

Artur Bossert, Vorsitzender des NABU Karlsruhe, ergänzt: "Ebenso ist mit einer Anbindung an die B 36 unweigerlich eine Entwertung des geplanten Naturschutzgebiets 'Waid' verbunden, das als solches im aktuell gültigen Landschaftsplan ausgewiesen ist und einen hohen naturschutzfachlichen Wert besitzt. Diese Planung steht damit im Widerspruch zur Deklaration über die Biologische Vielfalt, der Karlsruhe beigetreten ist."

Mehr zum Thema
Karlsruhes zweite Rheinbrücke: Eine zweite Rheinbrücke für Karlsruhe ob mit oder ohne Nordtangente wird schon lange diskutiert. Die Argumente der Rheinbrücken-Befürworter und der Rheinbrücken-Gegner in Karlsruhe, der Pfalz sowie den aktuellen Stand der Planung haben wir für Sie zusammengefasst.
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Kommentare (36)
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  •   Mammut
    (568 Beiträge)

    27.11.2016 23:05 Uhr
    Sogar zahlreiche Kollegen aus den Weststadtteilen von Karlsruhe...
    ...bestätigen mir regelmäßig, dass es eine Zumutung ist, mit der Straßenbahn die Stadt zu durchqueren.
    Insofern kratzt mich hirnloses ökofaschistisches und ökopopulistisches Dummgeschreibsel schon lange nicht mehr.
    Obwohl ich für Mitarbeiter der Karlsruher Verkehrsplanung den ÖPNV in Karlsruhe unbedingt empfehlen kann: Jede Stunde, die diese in Straßenbahn und an Haltestellen verbringen, können die schon mal keinen Unsinn anrichten und fremdes Geld verdummbeuteln!
    Wenn sogar die KVV-Häuptlinge (die wohl auch Freikarten für ÖPNV haben) sich mit Dienstwagen durch die Stadt bewegen, sollte auch für den beschränktesten Kommentator deutlich werden, dass der Karlsruher ÖPNV nur eine im äußersten Notfall zumutbare Notlösung für einen Pendler sein kann.
    Mir reichen die vielen unnötigen PKW-Fahrten, wenn mal wieder ein Familienmitglied anruft: Bahn fällt aus / Anschluss ist weg, kannst Du mich am Bahnhof/an der Haltestelle XY abholen? Kommt ja noch zu den Kosten eines ÖPNV-Tickets dazu!
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  •   dipfele
    (4237 Beiträge)

    29.11.2016 14:02 Uhr
    wie wärs....
    ... wenn sich alle ÖPNV "Geschädigten" mal für eine spürbare Verbesserung einsetzen würden ? Es gibt da so einen Fahrgastbeirat oder Pro Bahn. Ein Teil der Unregelmässigkeiten wird ja von den Autofahreren selbst, wie heute Vormittag ein Falschparker in Durlach, verursacht. Aber nicht der Falschparker trägt die Schuld, sondern mal wieder die Strassenbahn!
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  •   Originalteil
    (1242 Beiträge)

    27.11.2016 19:25 Uhr
    Das kommt
    aufs Auto an. Und ausserdem kann man das drehen und wenden wie man will: Das Auto ist einfach flexibler, vor allem in ländlichen Gegenden. Es geht hier nicht rein nur um die absoluten Kosten, sondern um die Masse an Vorteilen die ein Auto hat. Dafür zahlt man gerne mehr.
    Getränke kaufen, grössere Einkäufe, mal schnell mal einen Ort weiter, da fallen mit hundert Gründe ein, da schreib ich morgen früh noch.
    Wer in der Stadt wohnt und eventuell sogar aufgewachsen ist, in einer Stadt wie KA, die schon ziemlich lange diesen luxuriösen ÖPNV hat, und nichts anderes kennt, der mag das anders sehen.
    Aber wenn du irgendwo herkommst wo die Busverbindung sich auf zweimal am Tag beschränkt und der Bus zudem noch an jedem Haus hält, dann weisst du wie schön es ist ein Auto zu haben.
    Es hat auch Nachteile, sicher, aber die Bilanz ist eindeutig positiv.
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  •   dipfele
    (4237 Beiträge)

    29.11.2016 13:51 Uhr
    emotional gesehen !!!
    Das aber mit übertriebenen oder unnötigen PKW Fahrten auch die Umwelt zerstört wird und Strassenanlieger genervt werden, wird von den Auto-Egomanen überhaupt nicht bedacht. Zwischenneureut und Heide wird ein Gebiet durch den Strassenbau zerstört, dass sich auch hervorragend für Wohnungsbau eigenen würde. Ich bin für Kinderlärm statt Autolärm !
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  •   mhitzler
    (89 Beiträge)

    27.11.2016 19:37 Uhr
    Ja und?
    Es geht hier nicht um Auto oder nicht Auto. Es geht darum, ob die Pendler, die In RLP wohnen, unbedingt täglich zur Arbeit mit dem PKW pendeln müssen. Wer nicht gerade sehr ungünstige Schichtzeiten hat, kann sein Auto in Wörth oder an den anderen HAltestellen an den Pendlerparkplätzen abstellen und dann je nach Verbindung zum Bahnhof oder Marktplatz fahren.
    Gerade weil es diese Möglichkeit gibt, sind die Argumente der Leute, die in der Pfalz wohnen, weitgehend nicht stichhaltig. Es geht nur um deren Bequemlichkeit - zu Lasten derer, die In Ka wohnen.
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  •   Originalteil
    (1242 Beiträge)

    27.11.2016 20:57 Uhr
    Dagegen
    kannst du aber nichts machen, denn jeder entscheidet frei wie er sich fortbewegt. Und das soll auch so bleiben. Hier die Menschen erziehen oder gar zwingen zu wollen ist der erste Schritt in Unfreiheit und Gleichmacherei, so wie es vor allem unsere Grünen gerne hätten.
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  •   dipfele
    (4237 Beiträge)

    29.11.2016 13:54 Uhr
    irgend wo ....
    ... stösst alles an seine Grenzen. Auch die PKW- Flut. Wie wärs mit einer Citymaut?
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  •   Suedweschter
    (221 Beiträge)

    29.11.2016 09:33 Uhr
    ja, die bösen Grünen
    dieses kommunistische Pack!
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  •   mhitzler
    (89 Beiträge)

    28.11.2016 07:07 Uhr
    Freiheit - totschlagargument
    Endlich kommt das endgültige Totschlagargument - die Freiheit ist in Gefahr, wenn die Pälzer nicht mehr mit dem Auto pendeln dürfen.....
    Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Den Bewohnern wird Karlsruhe sollen neben den Kosten der Lärm, zusätzlicher Landverbrauch und zu erwartende weitere Staus aufgedrängt werden, damit der Hagenbacher bequem zum Arbeitsplatz fahren kann. Das nenne ich Zwang.
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  •   Mammut
    (568 Beiträge)

    28.11.2016 22:53 Uhr
    Wer Oberzentrum sein will, muss auch liefern!
    Karlsruhe will partout Oberzentrum sein. Deshalb wird Rastatt gezwungen, auf den IKEA zu verzichten, der muss nach Karlsruhe - Oberzentrum sticht Mittelzentrum.
    Bei sonstigen Gewerbesteuerzahlern siehts wohl ähnlich aus.
    Auch die Zuschüsse für den Irrsinnstunnel wären bestimmt nicht so großzügig ausgefallen, wenn Karlsruhe kein Oberzentrum wäre.
    Zu den Aufgaben eines Oberzentrums gehört aber auch die Bereitstellung eines Infrastrukturangebots.
    Das sollte den Bewohnern und erst recht der kommunalen Verwaltung bekannt sein.
    Wenn Karlsruhe das nicht will, dann sollte es die Funktion "Oberzentrum" abgeben, auf Gewerbesteuerzahler verzichten und eine Brombeerhecke um die Stadt herum pflanzen.
    Die Verwaltung bräuchte man nicht zu ändern, die ist ja intellektuell schon auf dem Niveau eines mittelmäßigen Unterzentrums. Man müsste nur noch die Personalstärke auf ein Zehntel reduzieren.
    Auch bei den Bewohnern ist der Weitblick teilweise schon stark auf Tellerrandniveau beschränkt.
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