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Karlsruhe Stober zur zweiten Rheinbrücke: Nach dem "Faktencheck" wird's schwierig

Die offenbar von Bundesverkehrsminister Peter Raumsauer (CSU) in einem Schreiben an die beiden Landräte Christoph Schnaudigel (Landkreis Karlsruhe) und Fritz Brechtel (Landeskreis Germersheim) festgestellte "Fernverkehrsrelevanz" einer möglichen Verbindungsstraße zwischen einer Zweiten Rheinbrücke und der B36 wirft nach den Worten des Karlsruher SPD-Landtagsabgeordneten Johannes Stober mehr Fragen auf, als sie beantwortet.

So sei es laut Stober zum Beispiel kaum nachzuvollziehen, dass diese Nordumgehung um Knielingen auf Grund ihrer "Fernverkehrsrelevanz" eine Bundesstraße werden müsste, die Karlsruher Südtangente zwischen dem Kühlen Krug und der A5 aber immer noch eine Kreisstraße ist.

Schließlich sei unzweifelhaft, dass die Karlsruher Südtangente neben ihrer regionalen Verteilfunktion auch ein Autobahnlückenschluss zwischen der A65 in der Pfalz und der A5 auf badischer Seite ist. Dies ergebe sich nicht zuletzt aus den Planfeststellungsunterlagen für die zweite Rheinbrücke, so Stober. Schließlich würden von den dort für die Rheinbrücke angegeben 82.500 Fahrzeugen pro Tag 15.000 die komplette Südtangente bis zur A5 durchfahren. Es sei aber kaum zu erwarten, dass eine ähnlich große Verkehrsmenge künftig den Weg von der Pfalz über einen solchen Lückenschluss zur B36 und anschließend weiter in den nördlichen Landkreis nehme.

B36-Lückenschluss erfordert keine zweite Rheinbrücke

Gleichzeitig kritisierte der Sozialdemokrat, dass im Zusammenhang mit dem diskutierten Lückenschluss zur B36 immer eine Anbindung an eine zweite Rheinbrücke unterstellt wird. Tatsache sei aber, dass eine Knielinger Nordumgehung auch problemlos an die vom Karlsruher Gemeinderat mehrheitlich favorisierte Ersatzbrücke am bestehenden Standort angebunden werden könne. Dies sei auch immer die Grundlage der sogenannten "Hängebauchlösung" gewesen, die heute immer noch offizielle Planungsgrundlage beim Bund ist.

"Auch wenn die Karlsruher SPD eine andere Beschlusslage hat, bin ich gerne zu Diskussionen darüber bereit, ob die Vorteile einer solchen Knielinger Ortsumfahrung größer sind als die Nachteile", so Stober. Er erwarte aber umgekehrt genauso, dass sich die Befürworter einer weiten Rheinbrücke endlich in aller Ernsthaftigkeit mit den Vor- und Nachteilen einer Ersatzbrücke am bestehenden Standort auseinandersetzten.

Schwierigste Aufgabe kommt nach dem "Faktencheck"

Gleichzeitig machte Stober deutlich, dass die schwierigste Aufgabe auf die Politik erst nach dem "Faktencheck" im November zukomme. Dann gehe es darum, zu einem verkehrlichen Gesamtkonzept zu kommen, das sowohl in der Stadt Karlsruhe, im Landkreis als auch in der Pfalz Akzeptanz findet. Dieses dürfe sich aber nicht nur auf das Thema Rheinbrücke und B36 begrenzen, sondern müsse auch die Themen Lärmschutz an der Südtangente und eine Lösung für das Thema Nordtangente-Ost umfassen.

Das pfälzische und baden-württembergische Verkehrsministerium teilten kürzlich mit, dass der geplante zweitägige Faktencheck am Freitag, 18. November, und am Dienstag, 22. November, jeweils von 9 bis 18 Uhr im Stephanssaal in der Karlsruher Ständehausstraße 4 stattfinden soll.

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Kommentare (23)
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  •   lebkuchenmesser
    (737 Beiträge)

    27.10.2011 17:42 Uhr
    Ach die zweite Rheinbrücke,
    sie hält allen Vergleichen mit dem Land, in dem Milch und Honig fliessen stand.
    Ist sie erst gebaut, bricht urplötzlich kaum mehr zu ertragender Wohlstand aus, alle Probleme gleich welcher Art lösen sich in Luft auf, alle Menschen werden glücklich sein und sich in tiefster Liebe ergehen.
    Impotente werden wieder härte spüren, wo vorher nur Knete war.
    Das Ozonloch schliesst sich, der Wald wird wieder gesund.
    Und so weiter und so weiter.
    Andere beten auch obskure Gottheiten an, warum dann keine Wunderbrücke.
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  •   samsonsulzbach
    (428 Beiträge)

    27.10.2011 09:22 Uhr
    wieso eigentlich kein Tunnel???
    .....wenn schon die StraBa unter die Erde geht, kann man doch gleich die Tunnelbohrer in Karlsruhe lassen und die B 36-Nord mit der B 36-Süd verbinden. Und wenn sie schon mal dabei sind, noch ein Anschluß an die Südtangente und wenn sie dort sind, ist´s bis zum Rhein nicht mehr weit, dann kann man gleich noch die B 10 unter´m Rhein durchtunneln, dann hält die alte Rheinbrücke noch eine gute Weile.........
    Und wegen den Baustellen macht euch keine Sorgen - wir können ohne Umleitungen nicht mehr leben, siehe Innenstadt!
    Karlsruhe kennen - Karlsruhe MEIDEN!
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  • unbekannt
    (2476 Beiträge)

    26.10.2011 14:24 Uhr
    zweite Rheinbrücke? wozu????
    Ich widerlege die Notwendigkeit einer zweiten Rheinbrücke, indem ich für 234 von 365 Tagen des vergangenen Jahres ein persönlich in der sogenannten Stoßzeit erworbenes Knöllchen wegen zu hoher Geschwindigkeit auf der Rheinbrücke vorlege!
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    26.10.2011 16:11 Uhr
    Untaugliches Beispiel
    Wozu ist der Bereich um das Frankfurter Kreuz 6-8-spurig ausgebaut? Auch ich bin dort schon muterseelenallein gefahren.

    Würde die behauptete Aussage stimmen, hätte Willi_Emms gar keine Fahrerlaubnis mehr. Allein durch die Häufung der kleinen Knöllchen.

    Es ist schlicht nicht möglich, in den Stoßzeiten regelmäßig auf der Rheinbrücke schneller als erlaubt zu fahren. Das geht nicht in richtung KA zwischen 7 und 8.30 Uhr und in der Stunde davor und danach auch nur bedingt. In Richtung Pfalz geht es nicht zwischen 16.30 und 18.00 Uhr, bedingt davor und danach.

    Und da so wie derzeit auch in den letzten beiden Jahren längere Zeiten Baustellen eingerichtet waren, schon drei Mal nicht.
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  •   mueck
    (9082 Beiträge)

    26.10.2011 17:45 Uhr
    ?
    Warum staut es sich denn aktuell in der Pfalz NACH der Rheinbrücke? Heute per Stadtbahn in die Pfalz dran vorbeigedüst zu einer stauuntypischen Zeit und auf dem Rückweg war er immer noch da ...
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    26.10.2011 23:34 Uhr
    1 Monat lang Fahrbahnsanierung und einspurig
    Da hat der überforderte Landesbetrieb Mobilität mal wieder zugeschlagen. Am 6. Oktober wurde in der Presse berichtet, dass seit dem 5.10. vom Wörther Kreuz bis Kandel-Süd "dringende Fahrbahnsanierungen" vor dem Winter gemacht werden müssen. Dann wurde der Verkehr direkt nach dem Abzweig der B9 Richtung LU/Speyer auf eine Spur reduziert. Inzwischen ist die linke Spur neu gemacht, die Verkehrsführung über den neuen Belag gemacht und die rechte Spur wird neu gemacht. An einem Wochenende wurden die einspurigen Verbindungsäste B 9 zur A 65 gemacht. An der normalen Baustelle wird typischer Weise von 7 bis 16 Uhr gearbeitet. Nicht mal das Tageslicht ausgenutzt, keine Wochenenden, keine Nachtbaustelle. Und das soll noch bis Anfang November so sein.
    Besonders ärgerlich das Zusammentreffen mit den KVV-Streiks. So eine Baustelle "verführt" so manchen Pendler zum Umsteigen auf ÖPNV - die schlechte Erfahrung führt zur Rückbesinnung auf den PKW.
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    26.10.2011 23:37 Uhr
    heute zusätzlich
    Defekter LKW am Ende der Honsell-Brücke auf der rechten Spur. Dahinter - in der einsetzenden Dämmerung - neben einem Polizeiwagen mit Blaulicht ein Beamter in grün mit schwarzer Schutzweste.... Keine reflektierende Weste. Tolles Vorbild, und gefährlich. eigentlich ein Fall für die Berufsgenossenschaft. Hinter der Rheinbrücke kurz vor der Fahrbahnverengung durch die Baustelle auf der Mittelspur ein defektes Fahrzeug. Fahrer hatte Warndreieck aufgestellt und stand mit angelegter Warnweste hinter dem PKW.
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    26.10.2011 13:33 Uhr
    aber...
    wer sich derzeit den täglichen Stau Richtung Pfalz betrachtet oder die Staus in jedwede Richtung kennt, wenn auf dem Stück Flaschenhals zwischen Rheinhafen und Wörther Kreuz Fahrbahnarbeiten sind, gemäht wird, ein Unfall ist etc., der weiß, dass es hier eine alternative Verkehrsführung geben muss. Diese muss zum einen die weitestgehende Unabhängigkeit der beiden Trassen mit einer bedarfsweisen Vernetzbarkeit sowie eine vorausschauende Verkehrslenkung beinhalten.
    So muss schon auf RLP-Seite "vorsortiert" werden. Wer nach Linkenheim will, soll zur Nordbrücke geführt werden, wer in den Rheinhafen will zur Südbrücke, umgekehr genauso. Das Ganze aber "dynamisch", mit Wechselschildern.

    Die Brücke II wird wohl runde 120 Mio. (mit allen Änderungen und dem üblichen Kostenmehrungsaufschlag) kosten. Die Nordumfahrung Knielingen mit Lärmschutz auf aktuellem Stand 20 Mio., die Vernetzung der beiden Strecken um das Ölkreuz sowie Anpassungen an der Südtangente weitere 10 Mio. Macht 150 Mio.
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    26.10.2011 13:26 Uhr
    schöne Diskussion
    Ich freue mich über die konstruktiven Ansätze. Der politische Karren wurde hier aber schon vor Jahren festgefahren. Die zweite Rheinbrücke alleine bringt nichts. Die Verbindung lkreuz B 36 als Nordumfahrung Knielingen ist sinnvoll. Darf ja jetzt auch wieder thematisiert werden, nachdem laut Bundesverkehrsminister dieser Abschnitt nicht mehr nur zwingend als Teil einer durchgehenden Nordtangente möglich ist.
    Grundsätzlich fahren alle Eggensteiner, Neureuter, Linkenheimer, die zur Miro oder zu Daimler nach Wörth wollen genauso durch Sudetenstraße und Rheinbrückenstraße wie die aus der Pfalz kommenden, die zu KIT oder L'Oreal wollen - bei letzterem arbeiten z.B. viele Franzosen.

    Keiner fährt den ausgeschilderten Weg bis kurz vor der Honsellbrücke, um sich neben dem Umweg noch die zig Ampeln anzutun. Alle gängigen Navis weisen auch den Weg durch Knielingen.

    Stober hat so recht: 15.000 Transitfahrzeuge am Tag zeigen, dass es keine Nordtangente braucht.
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  •   lynx1984
    (2738 Beiträge)

    26.10.2011 13:15 Uhr
    Das traurige an der Sache:
    Was leider sehr deprimierend ist bei der Sache: Kaum irgendwo sind tatsächliche Erhebungen zu finden von wo nach wo morgens gependelt wird. Daher ist es auch schwierig zu sagen welche Straßen nötig sind und welche nicht. Fahren viele von Ettlingen nach Eggenstein/Leopoldshafen oder umgekehrt? Ab Stutensee zum Daimler? Von der Pfalz in die Karlsruher Innenstadt? Von der Pfalz in Richtung Basel?

    Wie soll da der Gemeinderat über die Sinnhaftigkeit einer zweiten Rheinbrücke überhaupt diskutieren?
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