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Karlsruhe/ Wörth Sanierung der Rheinbrücke: Verkehrsforum übt Kritik am geplanten Entlastungspaket für die Schiene

Das Verkehrsforum Südpfalz äußert Kritik am Entlastungspaket des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zwischen Karlsruhe und der Pfalz während der Sanierung der Rheinbrücke. Man ist der Überzeugung, dass das geplante Entlastungspaket nicht funktioniere, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Es muss bezweifelt werden, dass das derzeit vorliegende SPNV-Entlastungspaket funktioniert, denn die 2.700 zusätzlichen Sitzplätze sind im Tagesverlauf sehr ungleich verteilt und lediglich 720 davon werden in der absoluten Hauptverkehrszeit, nämlich morgens zwischen 6 und 8.30 Uhr auf den Strecken Landau-Wörth-Karlsruhe und Germersheim-Karlsruhe zur Verfügung gestellt", schreibt das Verkehrsforum Südpfalz. Die vom Zweckverband SPNV-Süd und Kreisverwaltung Germersheim entworfenen Maßnahmen seien deshalb aus Sicht des Verkehrsforums Südpfalz nicht bedarfsgerecht.

Für die auf der Strecke Landau-Karlsruhe im morgendlichen Berufsverkehr zusätzlich eingebrachten 420 Sitzplätze fehlen die entsprechenden Park and Ride-Plätze an der Strecke. Demgegenüber stehen zwischen Germersheim und Wörth zirka 1.000 freie Plätze zur Verfügung, die aber nur teilweise genutzt werden können, da lediglich eine bescheidene Sitzplatzerweiterung im morgendlichen Berufsverkehr von 300 Plätzen zugestanden wird.

Reservezugeinplanung ist "lächerlich"

Das Verkehrsforum forderte seinerseits - als weitere Frühverbindung - eine Rhein-Neckar-S-Bahn von Germersheim, was seitens DB-Regio-Mitte auch machbar gewesen wäre. Diese soll es aber nicht geben, schreibt das Verkehrsforum weiter. Stattdessen wurde ein alter Dieseltriebwagen in Aussicht gestellt. Allerdings nur als Reservezug, der nur dann zum Einsatz kommen solle, wenn ein entsprechender Bedarf festgestellt wird.

Hans-Jürgen Burckhardt vom Verkehrsforum betrachtet diese Ankündigung als lächerlich und unzulänglich, da der S-Bahn-Zug dringend gebraucht werde. "Schon jetzt sind die morgendlichen Stadtbahnwagen so gut ausgelastet, so dass es ab Rheinzabern in der Regel keine Sitzmöglichkeiten mehr gibt." Es zu beachten, dass das Entlastungspaket nur eine einzige zusätzliche längere Zugverbindung zu den Knoten Landau und Germersheim enthalte, mahnt das Forum.

Große Chance wurde verpasst

Es sei bedauerlich, da die Chance vertan wurde, durch weitere Züge zwischen Germersheim-Wörth-Karlsruhe dieser Strecke den Stellenwert einzuräumen, der ihr aufgrund der hohen Bevölkerungs- und Industriedichte zustünde. Ein ähnliches Zugangebot wie zwischen Landau und Wörth würde aus Sicht des Verkehrsforums weitere 2.000 Menschen auf die Bahn bringen, was ein sinnvoller Schritt für eine echte Entlastung der Rheinbrücke wäre.

Trotz der Kritik begrüßt das Verkehrsforum, dass es überhaupt ein, wenn aus ihrer Sicht auch bescheidenes, Entlastungspakt gibt. "Die Bevölkerung sollte es annehmen und durch intensive Nutzung dazu beitragen, dass weitere zusätzliche Angebote kurzfristig geschaffen werden," heißt es in dem Schreiben des Verkehrsforums abschließend.

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  •   M.S.
    (326 Beiträge)

    09.07.2018 14:36 Uhr
    der mündige Bürger
    sollte mal selber den Arsch bewegen anstatt sich immer auf das (Nicht-)Tun anderer zu verlassen.
    Bildet doch einfach mal Fahrgemeinschaften. Es muss doch nicht jeder alleine mit seinem Auto fahren. So könnte man ohne Probleme eine ganze Latte an Fahrzeugen aus dem Staugeschehen nehmen.
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  •   Robert1959
    (1927 Beiträge)

    09.07.2018 10:39 Uhr
    Was hat das mit Entlastung zu tun?
    Der Bedarf besteht doch schon jetzt! Ohnehin glaube ich auch nicht, das ein Pfälzer auf sein Auto verzichtet! Die Brücke ist ja nach wie vor zweispurig, weil ein Radweg wegfällt. Die Gaffer werden das große Problem sein! Einige Pfälzer könnten ja auch über Germersheim fahren!
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  •   mueck
    (10569 Beiträge)

    09.07.2018 19:16 Uhr
    !
    "Die Brücke ist ja nach wie vor zweispurig, weil ein Radweg wegfällt."
    Die Radwege auf der Brücke haben mit der Spurenzahl gar nix zu tun ...
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    09.07.2018 11:09 Uhr
    Welche
    Gaffer denn?
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  •   mueck
    (10569 Beiträge)

    09.07.2018 19:17 Uhr
    !
    Einige wollen wohl den Arbeitern beim Arbeiten zuschauen. Ist viel schöner als selbst arbeiten. Da die sich aber nur alle 5 min mal bewegen, gibt's halt Stau ...
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  •   lynx1984
    (3129 Beiträge)

    09.07.2018 10:10 Uhr
    Gute Zeiten für die Fähren!
    Es brechen tolle zeiten für die Fähren an!
    Die Brücke wird zu chronischem Stau führen, die S-Bahnen fallen regelmäßig aus und die Zusatzkapazität reicht in den wirklich benötigten Stunden vorne und hinten nicht aus - geschweige denn dass es hierfür ausreichend P+R Parkplätze gibt. Vollmundig versprochene P+R Parkplätze stellen sich nämlich häufig als Stellflächen entlang von Straßen heraus, die eh schon zu jeder Zeit zugeparkt sind.
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  •   Samoht500
    (682 Beiträge)

    09.07.2018 07:54 Uhr
    Hinzu kommt....
    der permanente Ausfall von Verbindungen auf den Linie S5 (Wörth-KA) und S51/52 (Wörth-GER) aufgrund des Dauerzustands "Fahrpersonalmangel-wir bitten um Entschuldigung".
    Alleine heute kommt es bei der KVV auf den Linien S5, S7, S4 und S51 zu insgesamt 27 Fahrtausfällen!!!! Und das ist ein tägliches Bild, oftmals sogar mehr. Interessiert aber KEINEN Politiker. Ist halt so...die Monatskarten und Jahreskarten sind ja schließlich im Voraus bezahlt.
    Sollten gerade auf der S5 und S51/52 während der Sanierungsarbeiten weiterhin (und es wird so sein) so viele Fahrten ausfallen, dann werden sich noch mehr Fahrgäste als es ohnehin schon der Fall ist von den KVV/der AVG verabschieden. Neue Fahrgäste werden sich dieses unzuverlässige Verkehrsunternehmen erst gar nicht lange antun!
    Übrigens (taucht auch nicht im "Entlastungsplan auf) sollte auch die S51 mit der Abfahrt um 05.50 Uhr in Germersheim in Richtung Karlsruhe dann in Doppeltraktion fahren. Denn diese Bahn ist grundsätzlich stark freqentiert
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  •   dipfele
    (5359 Beiträge)

    09.07.2018 15:55 Uhr
    dafür hat die AVG....
    …. 2017 einen Jahresüberschuss von sage und schreibe 5.868.902,29 Euro. Man muss halt wirtschaften können
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