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Karlsruhe Risse in Schiersteiner Brücke: Karlsruher Rheinbrücke sicher?

Der Riss in der Schiersteiner Brücke bei Mainz entfacht die Karlsruher Dauer-Debatte um die Zukunft der Rheinbrücke neu. Was, wenn ein solches Debakel auch die Brücke vor den Toren der Fächerstadt ereilt? ka-news hat beim Regierungspräsidium nachgehakt.

Die Vollsperrung der Schiersteiner Brücke, die Mainz und Wiesbaden über den Rhein verbindet, lässt die Rufe nach einer schnellen Lösung in Sachen Karlsruher Rheinbrücke lauter werden.

In einer Pressemitteilung fordert beispielsweise der Kreisvorsitzende der Jungen Union (JU) Karlsruhe: "Die Stadt und die Landesregierung müssen bei diesem Thema endlich aus ihrem Winterschlaf erwachen und aktiv werden." Die Sperrung in Mainz sei ein weiteres "warnendes Beispiel", so die jungen Christdemokraten, die ihre Forderung nach einer zweiten Rheinbrücke bekräftigen.

Was wäre wenn?

Wie steht es akut um die Sicherheit der Rheinbrücke vor den Toren der Fächerstadt? Auf Nachfrage von ka-news macht ein Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe deutlich: "Die Brücke wird regelmäßig geprüft und ist in einem verkehrssicheren Zustand."

Ein direkter Vergleich mit der Schiersteiner Brücke, die zusammen mit der Karlsruher Rheinbrücke eine der wichtigsten Verbindungen über den Rhein in der Region ist, hinke. Denn: "Nach Angaben des Landesbetriebes Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz hatte sich in einem Betonstück ein Riss aufgetan. Bei Bodenarbeiten um den Beton-Pfeiler herum sei Zement in die Erde gepresst worden", erläutert der Sprecher des RP. Der Schaden sei daher nicht direkt auf die Brücke selbst zurückzuführen.

"Verkehr am Anschlag"

Doch was ist, wenn die Karlsruher Rheinbrücke aus anderen Gründen baufällig würde und gesperrt werden müsste? Klar ist: Eine Vollsperrung der Rheinbrücke würde den Verkehr rund um Karlsruhe zum Stocken bringen - schließlich sind die nächsten Querungen über den Rhein einige Kilometer entfernt: Sowohl nach Germersheim im Norden der Fächerstadt als auch nach Iffezheim südlich, sind es rund 25 Kilometer.

Zwar ist die B10 auf Pfälzer Seite am Wörther Kreuz an die A65 und die B9 angebunden, die im Osten in den Großraum Karlsruhe führt. Doch der Verkehr auf dieser Strecke ist bereits jetzt am Anschlag: "Die Überlagerungen des regionalen mit dem überregionalen Verkehr und dem Fernverkehr führen bereits seit langem in den Hauptverkehrszeiten zu Störungen im Verkehrsablauf", so der Sprecher des Präsidiums mit Blick auf den stark befahrenen Streckenabschnitt.

Neues in Sachen Planfeststellungsverfahren?

Inzwischen läuft das Planfestellungsverfahren zur Zukunft der Brücke, das schon vor über drei Jahren eingeleitet wurde, weiter. Gegenüber ka-news erklärt der Sprecher des Regierungspräsidiums: "Eine genaue Aussage, wann der Planfeststellungsbeschluss erfolgen wird, ist derzeit nicht möglich." Derzeit werde der von der Stadt Karlsruhe ins Spiel gebrachte Ersatzneubau sowie die Variante mit einer zweiten Brücke geprüft.

ka-news-Hintergrund: Eine zweite Rheinbrücke ist eines der umstrittensten Bauprojekte in der Region Karlsruhe: Seit Jahrzehnten wird über den Bau einer zweiten Rheinbrücke von Karlsruhe nach Wörth gezankt. Vor über drei Jahren wurden die Planfeststellungsverfahren eingeleitet - eines auf pfälzischer und eines auf badischer Seite. Im Juli 2013 wurden bei einem Erörterungstermin über 644 Einwendungen gegen das rund 107 Millionen teure Bauprojekt erörtert.

Oberbürgermeister Frank Mentrup stellte sich damals vehement gegen das geplante Bauprojekt und forderte stattdessen, über eine Ersatzbrücke anstelle der bestehenden Brücke nachzudenken. Mentrup kündigte an: Die Stadt werde "alles Erdenkliche tun, um diese Pläne zu verhindern". Seitdem werden die Pläne für eine Ersatzbrücke immer wieder diskutiert. Die Mehrheit des Karlsruher Gemeinderats hatte im Mai 2011 die aktuelle Planung abgelehnt.

Weitere Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren finden Sie hier. (Externer Link)

Mehr zum Thema
Karlsruhes zweite Rheinbrücke: Eine zweite Rheinbrücke für Karlsruhe ob mit oder ohne Nordtangente wird schon lange diskutiert. Die Argumente der Rheinbrücken-Befürworter und der Rheinbrücken-Gegner in Karlsruhe, der Pfalz sowie den aktuellen Stand der Planung haben wir für Sie zusammengefasst.
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Kommentare (63)
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  •   ralf
    (3531 Beiträge)

    20.04.2015 21:03 Uhr
    Unfall eines Gefahrentransportes auf der B10 im Höhe Miro
    Stellen wir uns mal vor, dass die B10 aufgrund der Explosion eines Tanklasters gesperrt werden muss. Was bringen uns zwei nicht erreichbare Rheinbrücken nebeneinander?
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  •   bormo
    (118 Beiträge)

    30.03.2015 16:55 Uhr
    dann...
    wird die Brücke gesperrt, und in KA angesiedelte Firmen ziehen weg, weil dann ALLE Angestellten aus der Pfalzund AD-ler aus ganz Deutschland nördlich KA, weg bleiben.

    Schön wäre es dann KA zu verklagen, die Verantwortlichen an den Pranger binden, und öffentlich auspeitschen, damit auch diese Holzköpfe den Schmerz spüren, den sie mit ihrer Dummheit verursachen.
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  •   nachdenken
    (26 Beiträge)

    26.03.2015 10:23 Uhr
    Wofür interessieren sich dei Kommentatoren bei Ka-news?
    64 Kommentare bislang zur Rheinbrücke, 13 zum Wildpinkeln... und 3 über die viel zu langsame Überprüfung von eventuell rostenden und somit undichten Fässern mit höchst!! gefährlichem Inhalt. Wenn aus dem Karlsruher Atommülllager, das das größte oberirdische Atommülllager Deutschlands ist, Radioaktivität entweicht, werden nicht nur die Mitarbeiter, sondern viel mehr Menschen verseucht mit allen Folgen für ihre Gesundheit und die ihrer Nachkommen. Das Problem der radioaktiven Verseuchung - nicht nur Karlsruhes, sondern der ganzen Welt- scheint die hiesigen Kommentatoren nicht zu interessieren. Dafür aber... so.o
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  •   lebenswertes_KA
    (122 Beiträge)

    19.02.2015 23:12 Uhr
    Ja, wir brauchen dringend eine zusätzliche Rheinquerung im Raum KA,
    nämlich eine 'echte' Autobahnrheinrücke im Zuge einer Weiterführung von der A 65 zur A5/A8 südlich von KA, so wie dies im Bundesverkehrswegeplan bis 2003 richtigerweise vorgesehen war.
    Im Raum KA besteht eine der letzten Autobahnlücken in der BRD.
    Diese Autobahnlücke kann nicht dauerhaft durch eine innerstädtische Entlastungsstraße namens Südtangente, die als innerstädtische Verteil- und Entlastungsstraße geplant, der Bevölkerung verkauft und letztendlich gebaut wurde, ersetzt werden.
    Diese Autobahnlücke kann natürlich auch nicht durch eine weitere sogenannte Tangente, die zu einer Zeit, als das Verkehrsgeschehen noch weitgehend durch Pferdegespanne und nur wenige relativ kleine Lkw bestimmt war, als 'Nordtangente', damals außerhalb des besiedelten Stadtgebiets von KA angedacht/gplant war, geschlossen werden.
    Diese einfachen und klaren Fakten sollten doch 'Jedermann' einleuchtend sein, es sei denn, dieser 'Jedermann' verfolgt zielgerichtet eigene Interessen.
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  •   lebenswertes_KA
    (122 Beiträge)

    19.02.2015 21:53 Uhr
    Liebe Junge Union und sonstige Betonköpfe
    wacht endlich auf!
    Wir brauchen im Raum Karlsruhe eine echte Autobahnrheinbrücke als Verbindung von der A65 zur A5/A8 außerhalb von KA, so wie dies bis 2003 im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen war. Wir brauchen keine weitere, den Innenraum der Stadt Karlsruhe extrem belastende Autobahn-Ersatz-Rheinbrücke, so wie dies von der Pfälzer Seite und auch vom Landkreis KA massiv gefordert und gefördert wird. Junge Union von KA: Welche Interessen verfolgt und befördert ihr eigentlich? Es ist durchaus legitim eigene Interessen zu fördern. RhPf und der Landkres KA machen dies doch überaus deutlich und leider auch erfolgreich vor. Analysiert doch endlich einmal gründlich, denkt nach und positioniert euch neu, nämlich im Interesse der Bevölkerung von KA!! Es ist keine Schande für eigene Interessen, zumal wenn diese vernünftig und nachvollziebar sind, zu kämpfen. Junge Union: Ihr seid total falsch beraten und schadet KA massiv.
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  •   chris
    (340 Beiträge)

    15.02.2015 19:37 Uhr
    Persönlich Haftung der Politverantwortlichen - Fehlanzeige!
    Die politisch Verantwortlichen für den Nichtbau der Rheinbrücke müßten persönlich haftbar gemacht werden können, für den Fall, dass eine Vollsperrung sich in KA ereignet. Leider sieht unser StaatshaftungsR eine solche Haftung aufgrund politischer Boniertheit nicht vor. Dafür dürfen die Karlsruher Betonköpfe - Frau Splett allen voran - weiter ihr Schindluder treiben. Die Wurzeln dieser Politik liegen in den 70er und 80er...jedes Kind weiß, dass die 2. Rheinbrücke letztlich die Nordtangente bringen wird/muss. Die Stadt platzt sonst aus allen Nähten. Die Lärmbelästigungen, Feinstaubbelastungen und Eingriffe in die Natur sind hinnehmbar. Es gibt Lärmschutz, bald immer mehr E-Autos (in zwanzig Jahren ohnehin) und Bäume (man glaubt es kaum!) wachsen nach!
    Es geht schon lange nicht mehr um sachliche Gründe der Gegner der 2. RB...es ist eine Art Religion...schade, dass sich OB M hier vor den Wagen spannen läßt...seine bisherigen Entscheidungen zeugten von Weitsicht..schuldet er es den Grünen?
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  •   lebenswertes_KA
    (122 Beiträge)

    19.02.2015 22:08 Uhr
    Jeder der noch mehr europäischen und überörtlichen Verkehr
    im Stadtgebiet von KA fordert, fördert und unterstützt muss/müsste persönlich verantwortlich gemacht werden, mit allen denkbaren Konsequenzen.
    Das Stadtgebiet von KA durchzieht bereits die B3, die B36 und die von niemanden je gewünschte Ersatz-Autobahn-Querspange zwischen der A65 und der A5/A8 namens Südtangente, die als rein innerstädtische Entlastungsstraße geplant, der Bevölkerung verkauft und gebaut wurde. Wer jetzt noch weiteren rein europäischen und weiträumig überörtlichen Verkehr durch das Stadtgebiet von KA führen möchte, handelt sträflich, handelt gegen jede Interessen der wahrhaftig stark gebeutelten Bevölkerung der Stadt KA, handelt grob verantwortungslos!
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  •   lebenswertes_KA
    (122 Beiträge)

    19.02.2015 22:16 Uhr
    ....und auch noch die B 10
    ........
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  •   hkm
    (196 Beiträge)

    18.02.2015 22:38 Uhr
    Wer nichts tut, macht nichts falsch:
    Sorget Euch nich! Der Karlsruher Gemeinderat hat beschlossen, daß vor, auf und nach der Rheinbrücke nichts passiert, was zu einer Unterbrechung des Verkehrs nach und von Karlsruhe führt! Da fehlt wohl der Wille, etwas zu verändern, wobei man im Verkehrsministerium eine Gleichgesinnte, nämlich Frau Schlett, hat. Tenor: Der Verkehr nimmt ab, der Verkehr nimmt ab ....... Damit kann man als Staatssekretärin sein Geld verdienen.
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  •   lebenswertes_KA
    (122 Beiträge)

    19.02.2015 22:43 Uhr
    Leider wird der Verkehr wohl nicht abnehmen, sondern zunehmen
    und um so mehr ist es absolut notwendig, eine Lösung zu suchen, Mehrverkehr, viel Lkw-Verkehr, nicht auch noch zusätzlich dem Stadtgebiet von KA aufzubürden. Auch wenn es GER und dem LdKrs KA nicht gefällt, die Lösung kann nur eine echte, voll ausgebaute Autobahnverbindung von der A 65 zur A5/A8, mit einer Autobahnrheinbrücke außerhalb des Stadtgebietes von KA, sein, so wie dies bis zum Verkehrswegeplan 2003 richtigerweise vorgesehen war.
    Da führt kein vernünftiger Weg vorbei.

    Im Raum KA besteht eine der letzten Autobahnlücken in der BRD. Dies weiß man auch in Berlin, würde aber gerne schlanke Lösungen realisieren, so wie dies von der CDU KA (IW)für Berlin wohl völlig überraschend und im Grunde unverständlich in Aussicht gestellt wurde.
    Berlin freut jede einigermaßen problemlose Lösung, aber was bewegt eigentlich die Karlsruher CDU-Akteure? Die Interessen der Bevölkerung von KA? ..........Ich habe da eine völlig andere Meinung!
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