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Karlsruhe Pro und Contra zweite Rheinbrücke: ka-news fragt die Experten

Braucht die Stadt Karlsruhe eine zweite Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe oder nicht? Diese Frage erhitzt die Karlsruher Gemüter. ka-news hat zwei Experten zum Pro und Contra gebeten.

ka-news fragte den Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Karlsruher CDU Ingo Wellenreuther und den SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Stober: "Braucht Karlsruhe eine zusätzliche zweite Rheinbrücke?"

Während der CDU-Politiker den Bau einer zweiten Rheinbrücke als optimale Lösung sieht, ist sich der SPD-Abgeordnete sicher: "Karlsruhe braucht keine zusätzliche zweite Rheinbrücke". Lesen Sie die Argumente der beiden Politiker bei ka-news.

 

iconPro zweite Rheinbrücke

vonIngo Wellenreuther (CDU)

  1. Jede größere Stadt entlang des Rheins hat mindestens zwei Brücken
    (z. B. Bonn, Koblenz, Duisburg).
  2. Karlsruhe ist Oberzentrum und muss für eine attraktive Fortentwicklung gut erreichbar sein.
  3. Es rollt 2,5 Mal mehr Verkehr über die Brücke als geplant. Statt 33.000 Kfz heute etwa 80.000 Kfz/Tag. Eine weitere Verkehrszunahme ist prognostiziert.
  4. Alter und Überbelastung der Brücke haben massive Schäden verursacht. Jedes Jahr gibt es Reparaturen, lange Staus sind die Folge. Generalsanierung in spätestens fünf Jahren nötig, Vollsperrung voraussichtlich unvermeidbar. Die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Lebensader zwischen Nordbaden, Elsaß und Südpfalz wäre eklatant bedroht.
  5. Alle Fachleute im Bund, Land und Region erachten zweite Rheinbrücke als notwendig. Selbst die SPD in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg drängen darauf, weil sonst  "der Verkehrskollaps drohen" würde. Die Ablehnung durch Teile der Karlsruher Politik ist daher unverantwortliche und kurzsichtige Kirchturmpolitik.
iconContra zweite Rheinbrücke

von Johannes Stober (SPD)

Die heutige Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth ist für viele Menschen aus unserer Region von größter Bedeutung. Diese Zahl wird aber, wie eine von der Stadt Karlsruhe in Auftrag gegebene Studie gezeigt hat, entgegen vielen Unkenrufen auch bis zum Jahr 2025 nahezu konstant bleiben. Wir brauchen daher keine zusätzliche zweite Rheinbrücke, sondern einen Ersatz der Brücke an Ort und Stelle.

Dass dies möglich ist – auch unter dauerhafter Aufrechterhaltung des Betriebs – zeigt der Vorschlag der SPD Neureut. Dies ist wesentlich sinnvoller als die derzeit vom Bund favorisierte Lösung einer nördlichen Zusatzbrücke, über die nur noch zusätzlicher transeuropäischer Schwerlastverkehr rollen würde und den die bestehende Südtangente nie und nimmer wird aufnehmen können. Und an die zweite Rheinbrücke einen Autobahnlückenschluss zwischen der A65 und der A5 namens Nordtangente anzuschließen, kann schon gar keine Lösung für Karlsruhe sein. Denn solche Straßen gehört nicht mitten durch eine Großstadt, sondern um sie herum.

Wir wollen heute auch von unseren Lesern wissen: Braucht Karlsruhe eine zusätzliche zweite Rheinbrücke? Stimmen Sie ab!
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Karlsruhes zweite Rheinbrücke | ka-news.de: Eine zweite Rheinbrücke für Karlsruhe wird schon lange diskutiert. Die Argumente der Rheinbrücken-Befürworter und der Rheinbrücken-Gegner in Karlsruhe, der Pfalz sowie den aktuellen Stand der Planung haben wir für Sie zusammengefasst.
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Kommentare (46)
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  •   cape21
    (325 Beiträge)

    05.08.2010 11:55 Uhr
    in
    san francisco gibt es nach norden auch nur eine brücke...und die wird täglich schon seit 80 jahren im laufenden betrieb saniert...
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  •   dramutie
    (1536 Beiträge)

    05.08.2010 11:38 Uhr
    zufällig heute morgen in der bnn
    ein artikel über die neu installierten blitzer auf der brücke. im zeitraum 1. bis 16. juni 2010 ca. 16.000 (!) geblitzte pkw/lkw. davon in richtung pfalz: ca. 2600 pkw und 2100 lkw - das seien 2,5 % des gesamtaufkommens in dieser richtung gewesen. aus der pfalz kommend: 11.000 (!) pkw und 40 (!) lkw, entsprechend seien das dann ca. 0,9 % des gesamtaufkommens aus dieser richtung.
    errechnet man daraus die absoluten zahlen, kamen in 2 wochen aus der pfalz ca. 1,1 mio. kfz, in die pfalz fuhren ca. 200.000 kfz.
    seltsames pendlerverhalten.
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  •   frafoe
    (662 Beiträge)

    05.08.2010 15:50 Uhr
    Mein verdacht:
    es muss wohl 1.100 PKW aus der Pfalz heißen , dann wird es wieder einigermaßen stimmig. Könnte wohl eine Stelle verrutscht sein zwinkern
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  •   dramutie
    (1536 Beiträge)

    06.08.2010 12:16 Uhr
    mir ist nix verrutscht
    und in der bnn gab es bisher noch keinerlei richtigstellung.
    die zahl 16.000 für alle geblitzten kfz wird auch nur durch 11.000 (aus der pfalz kommend) + 5.000 (in die pfalz fahrend) erreicht. solch krasse zahlen werden x-mal geprüft, bevor sie veröffentlich werden.
    ergo kann man mit druck- oder rechenfehlern dieses phänomen nicht wegerklären.
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  •   bobber
    (2119 Beiträge)

    05.08.2010 11:37 Uhr
    Karlruhe und Fortentwicklung = Lachhaft
    Karlsruhe ist auf dem Besten Weg sich Rückwärts zu entwickeln. Von da her könnte man auf die Brücke verzichten. Es wird nichtmehr lange Dauern, bis die verbliebenen Arbeitsplätze in die Pfalz verlagert sind. Allerdings bräuchten wir dann wieder die Brücke. Selbst wenn sich der Verkehr bis 2025 nahezu konstant bleibt, bedeutet dies die nächsten 15 Jahre täglicher Stau.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    05.08.2010 22:15 Uhr
    Ja warum
    sollten Arbeitsplätze - also Produktion - in die Pfalz verlagert werden, wenn es nur eine Brücke gibt? Wo ist er denn der Markt für die Produkte? In Kaiserslautern und Pirmasens oder in Stuttgart und Heidelberg?

    Die Pfalzgemeinden wollen die zweite Brücke, weil DANN die Unternehmen und die Pendler kommen. Dann werden sie ihre Grundstücke los und das zu einem höheren Preis.

    Also: wenn Brücke, dann Eingemeindung von Wörth, Jockgrim, Hagenbach und Neuburg. Müsste dann natürlich baden-württembergisch werden das Gebiet.
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  •   baeuerchen
    (672 Beiträge)

    05.08.2010 16:04 Uhr
    Lachhaft?
    Rückwärts - Warum das denn, weil es nur eine Brücke in die Landwirtschaftsregion Südpfalz gibt?

    Super Argument - Unbegrenztes Wachstum gibt es halt nicht und wir sind einfach an den Belastungsgrenzen angekommen!
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  • unbekannt
    (3 Beiträge)

    05.08.2010 11:24 Uhr
    Keine weitere Brücke nötig
    Herr Stober hat mit seinen Argumenten vollkommen recht.

    Sollen wir, die in der Stadt wohnen, auf Lebensqualität verzichten ?

    Wem nützt denn eine 2. Brücke wirklich ?
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  •   tessarakt
    (2356 Beiträge)

    05.08.2010 10:03 Uhr
    Städte am Rhein
    Zumindest in Bonn und Koblenz liegt die Innenstadt in unmittelbarer Rheinnähe (bei Duisburg weiß ich es nicht). Das ist schon ein kleiner Unterschied zu Karlsruhe, wo kilometerweit hauptsächlich Industrie mit großem Flächenbedarf und ansonsten Natur ist.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    05.08.2010 10:14 Uhr
    wie Chile
    Duisburg zieht sich halt ewig und auf beiden Seiten am Rhein lang Dass es auf dieser Strecke mehr als eine Rheinbrücke gibt, ist nun nicht verwunderlich. Da müsste man die Germersheimer Brücke auch noch mitzählen. Der kleine Unterschied ist, dass auf dieser Distanz in Duisburg viele Menschen wohnen, zwischen Karlsruhe und Germersheim, naja, weniger halt.
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