23  

Karlsruhe Neue Dauerbaustelle: Rheinbrücke wird mehrere Monate saniert

Im Sommer 2018 steht eine Generalsanierung der Rheinbrücke bei Karlsruhe an. Seit 1966 verbindet das Bauwerk die Fächerstadt mit dem Ortsteil Maximiliansau der Stadt Wörth. Rund 80.000 Autos und Lkws nutzen die Brücke täglich - die Fahrer werden sich im kommenden Jahr auf Teil- und Vollsperrungen einrichten müssen.

Die Rheinbrücke ist in die Jahre gekommen: Mehrere tausend Fahrzeuge pro Tag belasten die Fahrbahndecke stetig. Sanierungsmaßnahmen wurden zuletzt vor rund fünf Jahren durchgeführt: Die Fahrbahnübergänge wurden erneuert. Die Fahrbahndecke besteht aus einer sieben Zentimeter starken Asphaltschicht und einem darunter liegenden rund 1,2 Zentimeter starken Deckblech.

Der Asphalt ist an einigen Stellen so stark verformt, dass das Deckblech punktuell sehr stark belastet wird. "Dies kann zu Schädigungen infolge Ermüdung an Stahl und an Schweißnähten nachgeordneter Bauteile führen", teilt das Regierungspräsidium auf ka-news-Anfrage mit. Die Sanierung kostet rund elf Millionen Euro und wird aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Sanierung dauert 14 Monate

Wird die Brücke nicht saniert, müsste vor allem der Schwerlastverkehr die Folgen tragen: Die Anordnung von Mindestabständen, Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Lastbeschränkungen wären aufgrund der Fahrbahnschäden notwendig. Damit es nicht dazu kommt, werden in einer großangelegten Generalsanierung in der Dauer von zwei Jahren Fahrbahnbelag und Brückenteile ausgebessert. Die Bauarbeiten sollen laut Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe in der zweiten Jahreshälfte 2018 starten - einen genauen Zeitpunkt gibt es noch nicht.

Autofahrer sind 14 Monate von der neuen Dauerbaustelle betroffen: Die Fahrbahnplatte wird im Sommer durch Einbau eines Spezialbetons verstärkt. Sie werden sich auf Teil- und Vollsperrungen einstellen müssen. Saniert wird in zwei Bauabschnitten: Während der Sanierungsarbeiten sollen insgesamt vier Fahrstreifen - zwei in jede Richtung - zur Verfügung stehen. An sechs Wochenenden soll die Brücke zudem für den Autoverkehr voll gesperrt werden. Radfahrer können die Brücke auch an diesen Tagen uneingeschränkt nutzen.

Was wird saniert?

Damit die Rheinquerung weiterhin genutzt werden kann, wird während der Generalsanierung die starke Asphaltschicht durch bewehrten, hochfesten Beton ersetzt. Weiterhin werden einzelne Stahlbauteile der Brücke verstärkt. Insgesamt wird die Fahrbahndecke nach der Sanierung 0,5 Zentimeter dünner, aber dafür widerstandsfähiger sein - während die aktuelle Asphaltschicht ein Stärke von sieben Zentimetern hat, kommt der Spezialbeton auf 6,5 Zentimeter. Dafür wartet er mit einer dreifachen Druckfestigkeit eines normalen Konstruktionsbetons auf.

Um die Bauzeit möglichst kurz zu halten und unabhängig von Wetterbedingungen arbeiten zu können, wird die Baustelle weitestgehend - unter Zelten - eingehaust werden. Während der Vollsperrungen empfiehlt das RP Karlsruhe die Rheinquerungen bei Iffezheim und Speyer. Wie sich die Baustelle auf den städtischen Verkehr auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Umleitungen und Staugefahr

"Straßenbaumaßnahmen, die über längere Zeit andauern, führen zu Verhaltensänderungen bei den Verkehrsteilnehmern, die sich nur schwer vorhersehen lassen", heißt es von der Stadtverwaltung in einer aktuellen Stellungnahme zur entsprechenden FDP-Anfrage für die Gemeinderatssitzung am Dienstag, 12. Dezember. Gegebenenfalls sei mit einer Verkehrsverlagerung auf die B36 zu rechnen, heißt es weiter.

Mit der Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) stünde das RP Karlsruhe in engen Kontakt, so die Stadtverwaltung. Der Konzern passt seine Logistik an die "baustellenbedingten verkehrlichen Einschränkungen und Behinderung an" heißt es in der entsprechenden Gemeinderatsvorlage. Da die Raffineriestraße weiterhin an die B10 angebunden bleibt, besteht bislang keine Planung für eine Lkw-Umleitung.

Mehr zum Thema
Karlsruhes zweite Rheinbrücke: Eine zweite Rheinbrücke für Karlsruhe ob mit oder ohne Nordtangente wird schon lange diskutiert. Die Argumente der Rheinbrücken-Befürworter und der Rheinbrücken-Gegner in Karlsruhe, der Pfalz sowie den aktuellen Stand der Planung haben wir für Sie zusammengefasst.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (23)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Rahmdieb
    (704 Beiträge)

    06.12.2017 20:11 Uhr
    Da passen sogar 4 Leute rein:
    Ruderboote
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   suedoschtkarle
    (144 Beiträge)

    05.12.2017 23:32 Uhr
    Wir brauchen...
    ...eine zweite Rheinbrücke. Wenn unsere einzig ausfällt
    "kann man ja über Iffezheim oder Speyer ausweichen".
    Hat eigentlich schon jemand gemerkt, daß der gesamte Verkehr
    der Querverbindung von A5/A8 zur A65 und nach Frankreich
    über Südtangente und Rheinbrücke fließt?
    ./Sarkasmus
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andi-b7
    (2492 Beiträge)

    05.12.2017 22:09 Uhr
    Mein Gott abreisen und Ruhe ist,dann 14 Monate eine neue Bauen.
    Als Ausgleich 14 Monate kostenlose Straßenbahn von Wörth nach Karlsruhe.

    Und das beste nach Fertigstellung eine Benutzungsmaut von 5€ die Strecke drauf mal sehen ob wir noch eine 2. brauchen.☠️🤐
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   GelbeSocke
    (37 Beiträge)

    05.12.2017 14:05 Uhr
    Dieses Vorhaben erzwingt die Akzeptanz
    *nuschel* ...zur 2. Rheinbrücke *reusper hust hust* zwinkern

    Wie kann es sein das ein Vorhaben ausschreibungswidrig durchgeführt wird?
    Hat jemand einen Link zur öffentlichen Ausschreibung?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rheinbrueckendemonstrant
    (189 Beiträge)

    05.12.2017 14:30 Uhr
    Nicht mehr online
    Die ist aktuell wohl nicht mehr online. Möglicherweise hatte ich sie irgendwo ausgedruckt oder einen Screenshot gemacht.
    Submission war am 29.11., 10 Uhr.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   art5gg
    (326 Beiträge)

    05.12.2017 12:03 Uhr
    Als ob die institutionalisierte Planlosigkeit.....
    ....nicht schon unter dem Synonym "Karlsruher Planung" bekannt wäre will man wohl jetzt wieder "ein Zeichen setzen"!
    Da kämpft die Stadtz Karlsruhe mit der "failed City" Berlin um den Spitzenplatz.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   heaven
    (796 Beiträge)

    05.12.2017 10:29 Uhr
    Neues Ausflugsziel 2018:
    An die Rheinbrücke, "Chaos guggen" zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   lynx1984
    (2739 Beiträge)

    05.12.2017 09:47 Uhr
    Kein Sanierungskonzept
    Das ist alles so dilletantisch!

    1.) experimentelles Sanierungsverfahren. Es gibt KEINE Vergleichsbaustelle dieser Sanierungsmethode an ähnlichen Brücken. Das kann auch schief gehen!
    2.) Vollsperrung ohne wirkliche Alternativen zum Zeitpunkt irgendwann. Planungssicherheit? Fehlanzeige, keine Terminplanung! Hallo?! Jetzt werden die Urlaubspläne & Betriebspläne für das Jahr 2018 geschrieben! Soll Daimler darauf hoffen, dass die JIT Belieferung trotzdem irgendwie anhält?!
    3.) >1Jahr halbseitige Sperrung. Das alleine wird schon genug Chaos bringen.
    4.) KEIN zusätzlicher Bahnverkehr. Im Gegenteil. Seit Jahren KVV Fahrtenausfälle. Wetten, dass dies auch zur Vollsperrung noch so ist?
    5.) P+R Parkplätze in der Pfalz unter der Vorlandbrücke sind entfallen
    6.) KEIN Umleitungskonzept. Typische Ausweichstrecken wie die B36 usw. sind jetzt auch schon überlastet
    7.) Radverkehr über die Brücke nur einseitig möglich.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   auchmalsenfdazu
    (3066 Beiträge)

    05.12.2017 10:43 Uhr
    bei den Punkten
    2-7 stimme ich dir zu.

    Bei Punkt 1 gibt es aber diese Meldung:

    Zitat von swr.de Die Ingenieure des Regierungspräsidiums haben sich aber Fachwissen in den Niederlanden geholt, denn dort wurden bereits zehn Brücken mit diesem Verfahren saniert, betont der Leiter des Baureferats beim Regierungspräsidium, Jürgen Gentner. Darunter war auch eine Brücke, die größer und stärker befahren war als die in Karlsruhe.

    Zudem habe man das Verfahren an einem Pilotprojekt an einer kleineren Brücke bei Ulm erfolgreich erprobt.


    Quelle
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rheinbrueckendemonstrant
    (189 Beiträge)

    05.12.2017 11:59 Uhr
    Brückensanierung in den Niederlanden
    Die Galecopperbrug in den Niederlanden ist tatsächlich konstruktiv mit der RB Maxau zu vergleichen. Die anderen davor waren es nicht!
    Hier gibt es eine Animation der niederländischen Straßenbehörde, was an dieser Brücke alles gemacht werden sollte und dann auch gemacht wurde:
    https://www.youtube.com/watch?v=853BPJEpGnA

    Dazu muss man kein niederländisch können, die Animation erklärt sich selbst. Das "wir machen da mal hochfesten Beton drauf" findet ab 2:25 bis 2:55 statt und ist nur ein Teil von mehreren Verstärkungsmaßnahmen!

    Aonsonsten hat lynx1984 schon alles umfassend erläutert. Ich bin absolut entzückt! grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben