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Karlsruhe Nach Brücken-Sperrung: CDU erneuert Forderung nach zweiter Rheinbrücke

Die Sperrung der Rheinbrücke am Donnerstag wegen eines havarierten Gefahrgut-Lkw gibt Befürworten einer zweiten Rheinbrücke Anlass, erneut auf die Notwendigkeit dieses Bauprojekts hinzuweisen. So appellieren CDU-Politiker auf pfälzischer und badischer Seite sowie die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) erneut an die Regierungen beider Länder und den Karlsruher Oberbürgermeister: Die Wirtschaftsregion braucht eine zweite Rheinbrücke.

"Die heutige Vollsperrung der Rheinbrücke zeigt einmal mehr, wie unverantwortlich es ist, das Projekt zweite Rheinbrücke zu verzögern. Tausende Pendler mussten heute zig Kilometer zusätzlich Umweg fahren", so der rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Martin Brandl und der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart (beide CDU) am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Gebhart und Brandl fordern, dass die Planfeststellungsverfahren zügig zu Ende gebracht werden und das Baurecht für die zweite Rheinbrücke hergestellt wird. Die Situation habe gezeigt, wie verwundbar die ganze Region ohne eine zweite Rheinbrücke sei, zumal auch der Bahnverkehr zum Erliegen kam. Die Landesregierungen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz müssen unverzüglich ihre Blockade- und Verzögerungstaktik zur zweiten Rheinbrücke bei Wörth aufgeben, so die beiden CDU-Politiker.

CDU: "Die Zeit für Ausflüchte ist vorbei"

"Die grün-rote und die rot-grüne Landesregierung müssen jetzt endlich eine klare Entscheidung für die zweite Rheinbrücke treffen. Wir erwarten jetzt klare Aussagen der beiden Ministerpräsidenten Dreyer und Kretschmann, ob ja oder nein. Die Zeit für Ausflüchte ist vorbei", so Gebhart und Brandl.

Auch die Junge Union Karlsruhe stimmte ein: "Dieses traurige Ereignis sollte jetzt auch den letzten Kritikern klar machen, dass Karlsruhe endlich eine 2. Rheinbrücke braucht und Verhinderungstaktiken die ganze Stadt schädigen. Seit Jahren wird nun schon um den Bau einer weiteren Rheinquerung gerungen und die Verzögerungstaktik der grün-roten Landesregierung geht ausschließlich zu Lasten der in und m Karlsruhe lebenden Menschen. Es darf doch nicht sein, dass die Sperrung einer einzigen Straße zum Verkehrskollaps in ganz Karlsruhe führt", so der JU-Kreisvorsitzende Daniel Gerjets.

IHK und CDU Karlsruhe appellieren an OB Mentrup

Bereits vor der Brückensperrung am Donnerstag hatten sich die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) und die CDU-Fraktion in einer Pressemitteilung erneut für den Bau einer zweiten Rheinbrücke ausgesprochen. Eine zweite Rheinbrücke und der Anschluss an die B36 seien notwendig für Karlsruhe, heißt es dort. In einem gemeinsamen Gespräch hatten sich zuvor Vertreter der Fraktion mit der Leitung der Karlsruher IHK über Straßen- und Schieneninfrastrukturprojekte ausgetauscht.

"Zweite Rheinbrücke und Kombilösung  - unsere zwei Jahrhundertbauwerke waren die Haupthemen unseres Gesprächs. Wir freuen uns, dass die IHK sich so deutlich für die zweite Rheinbrücke und den Anschluss zur B36 ausgesprochen hat. Noch mehr freut uns, dass die grün-rote Landesregierung mit der Meldung zum Bundesverkehrswegeplan nun auch die Wichtigkeit der zweite Rheinbrücke und des Anschlusses an die B36 erkannte und sich unserem richtigen Standpunkt anschließt. Auch beim weiteren Ausbau im Osten der Stadt erwarten wir ein solches Umdenken", erklärt die Fraktionsvorsitzende Gabriele Luczak-Schwarz.

Man habe daher in einem Schreiben Oberbürgermeister Frank Mentrup aufgefordert, seiner Verantwortung als Repräsentant der Karlsruher Bürger nachzukommen und sich für deren Interessen durch die Aufnahme der Nordtangente auf die Vorschlagsliste für die Einstellung in den Bundesverkerhswegeplan einzusetzen. Durch einen Verzicht auf die Meldung werde "die Chance für Bundesfördermittel zu einer verkehrlichen Entlastung der angrenzenden Stadtteile vergeben und eine ehrhebliche Mehrbelastung des städtischen Haushaltes bei einer Realisierung der Maßnahme in Kauf genommen", schreibt die Fraktion in ihrem Brief.

Der planungspolitische Sprecher der Fraktion Stadtrat Tilman Pfannkuch ruft zudem die Resolution der "Initiative 2. Rheinbrücke" in Erinnerung. "Die Region will das Projekt, das Land sollte sich diesem nicht verschließen", fasst der CDU-Stadtrat zusammen.

Ergänzung am Freitag, 26. April:

Auch aus Sicht des CDU-Landtagsabgeordneten Manfred Groh unterstreicht die mehrstündige Sperrung der Südtangente am Donnerstag die Notwendigkeit für eine zweite Rheinbrücke in Verbindung mit dem Bau der Nordtangente. "Die Sperrung hat sehr deutlich gezeigt, dass die Rheinbrücke und die Südtangente ein Nadelöhr sind. Es braucht keinen unmittelbaren Zwischenfall auf der Brücke, um den Verkehr vollkommen zum Erliegen zu bringen. Gerade solche Ereignisse machen es dringend erforderlich, dass die Planungen für die zweite Rheinbrücke und die Nordtangente entschieden vorangetrieben werden. Es kommt darauf an Ausweichmöglichkeiten zu schaffen", so Groh am Freitag in einer Pressemitteilung.

"Eine zweite Rheinbrücke hätte nach den bisherigen Planungen, die Sperrung am Donnerstag sicherlich nicht verhindern können. Aber eine zweite Rheinbrücke in Verbindung mit der Nordtangente hätte zumindest dazu beigetragen, dass der Verkehr nicht vollkommen zusammengebrochen wäre", ist der CDU-Landtagsabgeordnete überzeugt.

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Kommentare (68)
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  •   Makamabesi
    (2941 Beiträge)

    26.04.2013 22:22 Uhr
    Na
    also, gut 24 Stunden Diskussion um DAS Top Thema in Karlsruhe. Keinen interessierts. Nichts änderts.

    Ich hab so den Eindruck, je heisser die Diskussion, je mehr Seiten pro Thema, desto sinnloser der ganze Blah.

    Gute Themen werden länger diskutiert.

    Also, bis bald bei der nächsten Rheinbrückendiskusion (is son bisschen wie damals bei den Jusos und der DGB-Jugend, viel diskutiert, entschieden haben Andere).
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  •   soebbs
    (381 Beiträge)

    26.04.2013 16:26 Uhr
    CDU
    -Zweite Rheinbrücke und Kombilösung - unsere zwei Jahrhundertbauwerke waren die Haupthemen unseres Gesprächs. -
    Mehr kann diese verkommene schwarze Partei nicht. Zukunft, Fortschritt liegt bei diesen Leuten nur in bauen, bauen, bauen...
    ohne Sinn und Verstand. Nutzlos.
    Bringt erstmal das unnütze "Jahrhundert Projekt" Kombilösung auf die Reihe. Herr Groh soll es zahlen, diese Schnarchkappe...
    Unsäglicher Herrn Groh, hat von nix ne Ahnung. Tiefschwarzes, Beton Denken mehr nicht.
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  •   andip
    (8307 Beiträge)

    26.04.2013 12:09 Uhr
    Eine Frage
    Fordert die CDU auch eine zweite Autobahn,wenn es auf der A5 wegen eines Unfalls zu längeren Staues kommt? zwinkern
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    26.04.2013 14:09 Uhr
    Danke
    Danke für diesen genialen Hinweis! Wenn es auf der A 5 zu einem Stau kommt, stehen alternativ neben Landes-und Kreisstraßen die B 36 und die B 3 zur Verfügung, nachgeordnete Straßen, die anfallenden Umleitungs- und Ausweichverkehr aufnehmen können. Die Notwendigkeit der 2. rheinbrücke ergibt sich ja nicht aus der Situation, dass KA und Wörth unterschiedlichen bundesländern angehören oder auf anderen Planeten liegen, sondern sind dem Flußverlauf des Rheins geschuldet. Vielleicht sollte man den Rhein zwischen Iffezheim und Germersheim verrohren?
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  •   kscgrufti
    (3507 Beiträge)

    26.04.2013 16:07 Uhr
    Und für die
    Brück hamma im notfall "nachgeordnete Fähren". zwinkern
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  •   Makamabesi
    (2941 Beiträge)

    26.04.2013 15:06 Uhr
    Ich
    hatte nur auf Deine Frage geantwortet, ob die CDU bei einem Unfall......... Und Deine Antwort verstehe ich nicht ganz. Weil sie meiner gleicht. Sorry, aber..????
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  •   Makamabesi
    (2941 Beiträge)

    26.04.2013 12:19 Uhr
    Da
    gibt es Ausweichmölichkeiten. Z.B. ausgebaute B 36.
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  •   lebenswertes_KA
    (122 Beiträge)

    26.04.2013 11:51 Uhr
    2. Rheinbrücke im Süden
    Dieser Vorfall zeigt doch deutlich:
    Die derzeitigen Planungen sind nicht nur nicht im Sinne der Bevölkerung von KA sondern auch verkehrspolitisch absolut Käse und nicht zielführend. KA braucht eine echte, eigenständig funktionierende Umfahrung/Autobahnverbindung von der A 65 zur A5/A8, also eine weitere Rheinbrücke/echte Autobahnrheinbrücke im Süden von KA mit Anschuss/Zu- und Abfahrten zur südlichen B36 für den großräumigen Regionalverkehr aus dem Süden nach RhPf.. Nur so können derartige Situationen beherrscht werden und nur so kann das Stadtgebiet von KA entlastet werden. Und die Entlastung des Stadtgebietes ist doch wohl dringend notwendig. Es wird Zeit, dass die Kommunalpolitiker der Stadt KA diese Notwendigkeit ihren Kollegen im Landkreis KA und den Akteuren in RhPfalz unmissverständlich deutlich machen.
    Die gravierende Autobahnlücke im Raum KA muss endlich geschlossen werden, und zwar südlich vom Stadtgebiet KA, wie im Verkehrswegeplan bis 2003 vorgesehen.
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  •   haku
    (3815 Beiträge)

    26.04.2013 08:47 Uhr
    CDU fordert auch zweite Eisenbahnbrücke?
    Die war ja gestern auch dicht. Wenn die CDU konsequent ist, muss sie auch eine weitere Eisenbahnbrücke fordern, für den Fall des Falles...
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    26.04.2013 09:06 Uhr
    stimmt
    d.h. wenn sie wirklich konsequent ist, benennt sie sich in KAU um: Kartenlegasthenische Automobil-Union.
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