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Kreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe: Zweite Rheinbrücke ist sehr dringend

Über den aktuellen Sachstand des Planfeststellungsverfahrens zum Bau einer zweiten Rheinbrücke informierte Landrat Christoph Schnaudigel den Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) in seiner Sitzung vom 15. Dezember. Er erinnerte, dass dieses Projekt im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen mit der obersten Dringlichkeitsstufe versehen sei und das Land Baden-Württemberg im Rahmen den Auftrag habe, dieses Vorhaben für den Bund zu verwirklichen.

Eingeleitet wurde das Planfeststellungsverfahren am 31. März. Die Anhörung der Träger öffentlicher Belange fand bis 8. Juni statt, wobei die Zahl der Einwendungen nach Darstellung des Regierungspräsidiums Karlsruhe überschaubar sei. Kritik übte Landrat Schnaudigel bei dem vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg initiierten "Faktencheck", der am 18. und 22. November stattfand.

Kritik am Faktencheck

Die Nicht-Beteiligung des Landkreises Karlsruhe sei nicht nachvollziehbar, weil sich mehrere Ausgleichsflächen im Gebiet des Landkreises befänden und der Landkreis unmittelbar von den verkehrlichen Auswirkungen einer zweiten Rheinbrücke betroffen sei. Gleichwohl habe der Faktencheck aus Sicht des Landrats gezeigt, dass eine zweite Rheinbrücke aus mehreren Gründen erforderlich sei. Zum Beispiel, um die bestehende Brücke zu entlasten, bei der bereits heute alle Sicherheitsreserven wie die Standstreifen zu Gunsten des Verkehrsflusses aufgegeben worden seien.

Eine nahe liegende Umleitungsstrecke bei geplanten oder ungeplanten Sperrungen sei für die Wirtschaftsregion von großer Bedeutung. Wichtig für die badische Seite sei die Verlängerung bis zur B36, deren Fernverkehrsrelevanz mittlerweile vom Bund anerkannt wordem sei, so dass die Planung weitergeführt werden könne. Während die Landesregierung von Rheinland-Pfalz den Bau der zweiten Rheinbrücke nach wie vor befürwortet, sieht die Landesregierung von Baden-Württemberg immer noch offene Fragen; deshalb wurde in einer gemeinsamen Kabinettsitzung beider Landesregierungen am 29. November beschlossen, eine Expertengruppe einzusetze.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Expertengruppe zu einem anderen Ergebnis kommt", sagte Landrat Christoph Schnaudigel, der darauf hinweist, dass sich zahlreiche Interessenvertreter wie beispielsweise die Industrie- und Handelskammern Pfalz und Nordbaden, die TechnologieRegion Karlsruhe, der Regionalverband Mittlerer Oberrhein, die Bürgerinitiative "Pro Nordbrücke" sowie die großen Arbeitgeber Miro und das Daimler-Werk Wörth für die zweite Brücke stark machen. Der AUT nahm den Sachstandsbericht zur Kenntnis und setzt sich mit zwei Gegenstimmen nachdrücklich für die Fortsetzung des Planfeststellungsverfahrens ein.

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Kommentare (36)
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    19.12.2011 11:01 Uhr
    interessanter Link
    Link

    Zitat von Aus dem verlinkten Artikel First, we don’t hate spending time in our cars as much as we pretend to. How do I know? “Because building more roads doesn’t improve traffic flow,” says Chris Barrett, a Virginia Tech professor who constructs traffic modeling systems and was involved in the Los Alamos effort. “If you decrease the amount of time it takes to travel a certain distance to work, people just move farther away from their offices [for larger yards and cheaper housing, instead of staying put to reduce their commutes]. It changes behavior in a negative way.”


    Sogar der Ami-Prof kennt die Pfalz grinsen
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    19.12.2011 12:47 Uhr
    das würde den Ami-Prof
    von einer ganzen Reihe regelmässiger Kommentatoren bei ka-news unterscheiden...
    Allerdings benennt er ein Problem, dass beim Thema Technologieregion Karlsruhe nur ein ganz untergeordnetes ist.
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  •   baeuerchen
    (651 Beiträge)

    19.12.2011 10:37 Uhr
    Diese Meinung
    vertritt das BUndesverkehrsministerium zum Glück nicht!
    Sonst hätten sie ja Gekd dafür in den Haushalt eingestellt!
    Darum werden wir die nächsten fünf Jahre jede Woche solche Mitteilungen sehen, damit die Straßenbauer weiterhin ein positives Gefühl haben können.
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    19.12.2011 12:34 Uhr
    Finanzmittel
    Es ist einzig dem Aussetzen/Dehnen des Planfeststellungsverfahrens durch den Faktencheck geschuldet, dass bis zur Vorlage des Entwurfs des Investitionsrahmenplanes gar nicht die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind, um Mittel bereitzustellen. Nichts anderes war Absicht der Grünen Verkehrsstaatsekretärin Splett bei der Verzögerung der Terminierung des F-Checks, der umfangreichen Auswertung und einer "Denkpause" bevor Grün-Rot sich positioniert. Wären der Faktencheck deutlich CONTRA 2. Brücke ausgegangen, wäre ganz sicher die Vorhersage von Frau Splett, nach dem Faktencheck eine politische Entscheidung treffen zu können und zu wollen, längst eingetreten.
    Und joergrupp verkennt die Tatsachen, wenn er eingangs behauptet, die RLP-Landesregierung sei nicht für die 2. Brücke, sondern nur die RLP-SPD. Denn dort gilt zumindest noch die Farbenfolge Rot-Grün, damit gibt es eine Kabinettsmehrheit PRO 2. Brücke. Ein solche Mehrheit bindet auch Grün.
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  •   mueck
    (9077 Beiträge)

    20.12.2011 00:21 Uhr
    !
    Nein, die in Bonn und Berlin haben nur in die grottenschlechten Planfeststellungsunterlagen geguckt und gemerkt, dass die das Verfahren nie nicht vor 2015 über die Bühne kriegen ...
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  •   treuerkscfan
    (648 Beiträge)

    19.12.2011 10:34 Uhr
    Ist jemand von euch schon mal
    morgens oder abends im Berufsverkehr darüber gefahren? Wollte/musste jemand von euch schon mal mrüber, wenn ein Unfall war? Ich denke, wenn die 2. Brücke da ist, mit Anschluss an B36 wird das die Sütdtangente schon entlasten, auf jeden fall, zusätzliche belastung wird es nicht geben. Klar das Daimler in Wörth die Brücke will, es ist nicht schön, wenn 30% der MA später kommt (Ein teil aus Baden, weil die Brücke dicht ist und der andere Teikl weil ein Rückstau bis ach Kandel ist).
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  •   baeuerchen
    (651 Beiträge)

    19.12.2011 10:43 Uhr
    Das ist gewollt!
    Sonst stehen die Pfälzer hält in der Stadt an jeder Ampel im Stau und damit auch die Karlsruher. Dafür sind Pförtner da!
    Das is t in jeder Stadt so und hier sogar noch in sehr geringem Umfang! Fahr mal nach Stuttgart während der Pendlerzeiten.
    In Karlsruhe ist übrigens der einzige echte Problempunkt für Pendler die L605 von Ettlingen, das hat die Untersuchung der Sadt eindeutig gezeigt. Und bisher gab es noch keine dumpfen Sprüche der Ettlinger, dass sie eine weitere Autobahn nach KA brauchen.
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  •   Pendler
    (149 Beiträge)

    19.12.2011 13:23 Uhr
    Ettlingen
    hat ja nicht nur die L605 sondern auch noch die L561 und sogar über die K3581 kommt man nach KA, außerdem S1/S11 und S31/32. Richtig viel Auswahl also!
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  •   seelenheil
    (482 Beiträge)

    19.12.2011 14:26 Uhr
    notfalls die A 5
    Auch über die A 5 könnte man als Ettlinger fahren, bis KA-Mitte oder -Nord. Oder über die B 3 zur Südtangente.
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  • unbekannt
    (223 Beiträge)

    19.12.2011 10:41 Uhr
    Redundanz ist ein Argument!
    Unfälle durch Kfzs oder durch Schiffe sind ein Größe Risiko. Wenn die Brücke z.b. Für Wochen ausfallen würde, dann hätten viele Firmen echte Probleme und noch mehr die Pendler die sich dann in Hotels in ka einmieten dürften... Und wer das nicht kapiert, der macht daheim auf seinem pc sicher auch keine Backups und wird irgendwann mal erleben wie doof das sein kann. Übrigens reicht ein brennender LKW neben den Tragseilen der Brücke um diese für Wochen sperren zu müssen. Wenn die Brücke sicher sein soll, dann muss da ganz schnell eine Feuerwache hin und die Brücke besprinklert
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