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Karlsruhe Karlsruher Rheinbrücke: Lohnt sich eine Sanierung doch?

Ein Antwortschreiben des baden-württembergischen Verkehrsministeriums sorgt für neuen Gesprächsstoff in Sachen Rheinbrücke: Laut dem Ministerium könnte es sich lohnen, die bestehende Rheinbrücke zu sanieren. Das ließen der Fraktionsvorsitzende der Landes-CDU, Peter Hauk, sowie die Karlsruher Landtagsabgeordnete Bettina Meier-Augenstein im Rahmen eines Pressegesprächs am Montag verlauten.

Bereits Mitte November hatte sich Karlsruhes CDU-Landtagsabgeordnete Bettina Meier-Augenstein mit einer parlamentarischen Initiative an die grün-rote Landesregierung gewandt. Darin ging es vorwiegend um die Frage, ob die bestehende Brücke bei Maxau saniert werden kann. Meier-Augenstein die Forderung ihrer Fraktion deutlich: "Wir fordern die Sanierung der bestehenden Brücke sowie den Bau einer zweiten Rheinbrücke. Eine Ersatzbrücke lehnen wir dagegen klar ab."

Rheinbrücke könnte weitere 50 Jahre halten

Auch der Fraktionsvorsitzende der Landes-CDU, Peter Hauk, bekräftigt: "Der Bau einer Ersatzbrücke würde uns um Jahre zurückwerfen. Die Planung müsste quasi bei null beginnen." Diese Ersatzbrücke hatten in der Vergangenheit SDP und Grüne gefordert. Sie hatten sich für den Abriss der bestehenden Brücke und anschließenden Neubau an alter Stelle stark gemacht. Hauk erklärt: "Eine Ersatzbrücke macht keinen Sinn. Wir brauchen die zweite Rheinbrücke einfach."

Bestätigt sehen sich Hauk und Meier-Augenstein nun im Antwortschreiben des Verkehrsministerium, das ka-news vorliegt. Darin heißt es zu einer möglichen Sanierung der bestehenden Brücke: "Mit Umsetzung verschiedener Verstärkungsmaßnahmen an der Brücke ist eine wirtschaftlich sinnvolle Ertüchtigung des Bauwerks möglich." Durch die verschiedenen Erneuerungen könnte die Brücke nach Einschätzung des Ministeriums den Anforderungen in Sachen Belastbarkeit weitere 50 Jahre genügen.

Meier-Augenstein erklärt: "Nachdem sowohl das Bundesverkehrsministerium als auch Rheinland-Pfalz in der Vergangenheit ihre Ablehnung gegenüber einer Ersatzbrücke klar zum Ausdruck gebracht haben, muss nun auch das baden-württembergische Verkehrsministerium eingestehen, dass die Ersatzbrücke keine Chance auf eine Realisierung hat."

Hauk bezieht Stellung zu Führungswechsel

Kritik äußert Meier-Augenstein zudem an der Ankündigung von Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup, notfalls gegen einen Planfeststellungsbeschluss zur zweiten Rheinbrücke klagen zu wollen: "Damit setzt der OB ein falsches Zeichen. Ein solches Verhalten ist fatal mit Blick auf die gesamte Stadtentwicklung."

Vielmehr bremse eine solche Ankündigung die kontroverse Diskussion großer Projekte aus: "Wenn das der neue Weg im Umgang mit kritischen Infrastruktur-Projekten sein soll, verordnen wir uns und unserer Stadt den kollektiven Stillstand", betont die Karlsruher Landtagsabgeordnete.

Unterdessen hat sich Hauk neben weiteren Karlsruher Themen auch zu zum Führungswechsel in seiner Partei geäußert: "Es war eine überzeugende Wahl. Für die Landes-CDU ist die künftige Führung nun geregelt. Wir gehen geschlossen in den Wahlkampf für die Landtagswahl 2016." Zuvor hatten die CDU-Landtagsabgeordneten dafür gestimmt, den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Guido Wolf, zum Fraktionschef zu machen.

Weitere Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren finden Sie unter: www.rp.baden-wuerttemberg.de

Weitere Informationen zum Thema "Zweite Rheinbrücke" bei ka-news gibt's hier!

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  •   Einauge
    (334 Beiträge)

    17.12.2014 12:33 Uhr
    Spuren der Rheinbrücke(n) - Teil 2
    Die im Planfeststellungsverfahren befindliche Brücke, die gemeinhin unter der ideologischen (weil die Existenz der Bahnbrücke ausblendenden) Bezeichnung „Zweite Rheinbrücke“ läuft, soll hinsichtlich des Brückenkörpers zweispurig werden. Allerdings sind die Anschlüsse an die B 9 und vor allem auch an die Südtangente am Ölkreuz nur einspurig. Im Regelverkehr werden also dort, wo es heute durch die Verengung von 3 Spuren auf 2 Spuren gelegentlich zu Staus kommt, künftig 5 auf 2 Spuren zusammengeführt. Dass der Verkehrsfluss dadurch besser werden soll, konnte mir bislang keiner erklären.
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  •   lebenswertes_KA
    (126 Beiträge)

    16.12.2014 20:03 Uhr
    Die Region braucht eine weitere Rheinbrücke in der Region
    und nicht im Stadtgebiet von KA! Im Raum KA besteht eine der letzten Autobahnlücken in der BRD. Diese kann nicht durch eine weitere untergeordnete Straßenverbindung/Rheinbrücke im Stadtgebiet, sondern nur durch eine echte Autobahnweiterführung von der A65 zur A5/A8 mit einer 'echten' Autobahnrheinbrücke außerhalb von KA, geschlossen werden, so wie dies im Verkehrswegeplan bis 2003 vorgesehen war. Die CDU KA und insbesondere Herr Wellenreuther und Frau Meier-Augenstein sollten damit aufhören, weiteren europäischen Fernverkehr, Schwerverkehr, über das Stadtgebiet von KA mit Behelfslösungen abwickeln zu wollen und stattdessen eine zur Entlastung des Stadtgebietes unumgängliche Autobahnweiterführung in der Region fordern. KA hat mit der Südtangente leider ohne vertragl. Absicherung eine Vorleistung zur Bewältigung der Verkehrsströme erbracht. Die gleichzeitig geplante/vereinbarte und unumgängliche Autobahnweiterführung wird seit dem von den Regionen torpediert. Die Regionen sind am Zug.
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  •   Hardy_spricht
    (751 Beiträge)

    17.12.2014 10:09 Uhr
    Treffend...
    Genau auf den Punkt gebracht. Was bringt eine zweite Rheinbrücke, die dann am Ölkreis wieder auf dei Südtangente führt. Nur eine kurzzeitige Stau-Verlagerung.
    Ich schreibe mir schon meine Finger wund: schaut doch mal was für ein Fern-Schwerverkehr durch Karlsruhe rollt. LKW aus Rumänien, Bulgarien, den Benelux, Skandinavien ... alle kürzen über Südtangente- Pfälzer Autobahn ab. Da kommt man gar nicht mehr auf die rechte Spur auf der Atraße - da stehen die LKW schon Stoßstange an Stoßstange.

    Eine Autobahnentlastung an KA vorbei und nicht mitten durch ist die einzige sinnvolle Maßnahme
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  •   dipfele
    (5479 Beiträge)

    17.12.2014 13:07 Uhr
    daher...
    ... Güter auf die Bahn ??
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  •   Hardy_spricht
    (751 Beiträge)

    17.12.2014 14:13 Uhr
    Wäre nicht das schlechteste....
    Früher waren so ziemlich alle Fabriken direkt ans Schienennetz angebunden. Die Gleise sieht man in alten Industriegebieten heute noch liegen. Die Bahn .. und damit sind wir wieder bei den Reisbussen grinsen .. hat auch das vernachlässigt; es ging Mehdorf immer nur um Prestige und damit um ICE. In der Schweiz und auch Italien werden viele Güter mit der Bahn transportiert und dann erst in der Region von LKW.

    Aber zurück zum Thema: mal abgesehen von meiner Ausführung oben ... warum muss der Fernverkehr über eine STADT-"Autobahn" fließen? Dafür ist weder die Südtangente noch die Rheinbrücke ausgelegt. Was spricht also gegen eine wirkliche Autobahnumfahrung? Fläche gibt es sowohl nördlich als auch südlich von Karlsruhe
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  •   Hardy_spricht
    (751 Beiträge)

    17.12.2014 10:11 Uhr
    Röchel...
    bitte überseht die Rechtschreibfehler. Und es ist das ÖlKREUZ und kein Kreis. Jaja, lesen vor abschicken... ich weiß. War grad so in Fahrt zwinkern
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  •   Laetschebachschorsch
    (3151 Beiträge)

    17.12.2014 11:02 Uhr
    Volle Zustimmung
    Brücke nördlich des Ölhafens mit Anschluss zwischen Eggenstein und Neureut durch an BAB bei Karlsruhe - Nord. Noch besser, aber nicht so sinnvoll: nicht über städtisches Gelände (KA - Nord), damit die endlich nicht immer querschießen können. Sollen die sich doch in ihre U-Strab oder ihre Musentempel verkriechen. Es gab schon einmal eine Zeit, da wäre Karlsruhe ohne seinem Hinterland glatt verhungert.
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  •   exsued
    (430 Beiträge)

    17.12.2014 13:30 Uhr
    Auch meine Zustimmung
    Das ist die Lösung, die die Anwohner der Behelfsautobahnen "Südtangente und L 605" brauchen.
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  •   maxauer
    (98 Beiträge)

    16.12.2014 16:01 Uhr
    Sanieren und weitere Brücken bauen
    Logischerweise muss man die Brücke weiter sanieren. Aber die Region braucht auch weitere Rheinquerungen und Karlsruhe braucht ein überarbeitetes Verkehrskonzept.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3151 Beiträge)

    17.12.2014 10:50 Uhr
    Wieso?
    Karlsruhe ist doch dabei die Industrie aus dem Stadtbereich zu vertreiben. Gewerbegebiet gibt es nicht mehr und die Gewerbesteuer wird erhöht.Pr
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