33  

Karlsruhe Diskussion um 2. Rheinbrücke: Verbände und Pfälzer Politiker üben Kritik

Die Naturschutzverbände BUND, LNV und NABU zeigen nach eigenen Angaben erneut gravierende Mängel der vorliegenden Planung auf. Auf der anderen Seite des Rheins wiederum, kritisiert man Karlsruhes OB Frank Mentrup wegen seiner ablehnenden Haltung zur Rheinbrücke.

Die Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) haben in einer Stellungnahme dargelegt: Auch die neuen Planungsunterlagen seien nicht geeignet, einen Planfeststellungsbeschluss für die Zweite Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe zu begründen.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte rund vier Jahre nach dem Erörterungstermin in Karlsruhe ergänzte Planungsunterlagen in einer Nachanhörung übersendet und zur Stellungnahme innerhalb Monatsfrist am 2. Mai aufgefordert. Hartmut Weinrebe, BUND-Regionalgeschäftsführer und Koordinator der gemeinsam im länderübergreifenden Bündnis gegen eine weitere Straßenbrücke: "Weiterhin kann der Vorhabenträger nicht auf eine Alternativenprüfung verweisen. Und mit der Fortschreibung ihrer Verkehrsuntersuchung scheitern die Planer auch weiterhin dabei, eine Planungserfordernis darzulegen."

Weinrebe weiter: "Die Behauptung, wonach die Kapazitätsgrenze des bestehenden Brückenbauwerks erreicht beziehungsweise oftmals überschritten sei, wird auch durch unablässiges Wiederholen nicht zutreffender. Kapazitätsprobleme entstehen – insbesondere in der morgendlichen Spitzenstunde in Richtung Karlsruhe – durch die Verengung von 3 auf 2 Spuren östlich der bestehenden Rheinbrücke, wie dies auch der Bundesrechnungshof festgestellt hat."

Kritik an Mentrup von der anderen Rheinseite

Kritik auf dem Lager der Rheinbrücken Befürworter muss sich Karlsruhes OB Frank Mentrup anhören. Dieser habe die Erforderlichkeit der Planungen in Frage gestellt. Landtagsabgeordneten Martin Brandl (CDU) und vom Landauer Bundestagsabgeordneten Thomas Gebhart kritisieren diese Einstellung in einer Pressemeldung.

"Wir halten diese Position für grundfalsch. Für grundsätzliche Variantendiskussionen am Ende eines langen Prozesses ist es zu spät. Jetzt gilt es, die laufenden Verfahren endlich abzuschließen. Wir brauchen Baurecht. Die Zweite Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe muss endlich realisiert werden. Würde sich die Position des Karlsruher Oberbürgermeisters durchsetzen, dann würde das der Südpfalz und dem Raum Karlsruhe massiven Schaden zufügen und die Zukunftsfähigkeit unserer Region gefährden." Gebhart und Brandl fordern Mentrup auf, in der Frage Rheinbrücke einzulenken.

Mehr zum Thema
Karlsruhes zweite Rheinbrücke: Eine zweite Rheinbrücke für Karlsruhe ob mit oder ohne Nordtangente wird schon lange diskutiert. Die Argumente der Rheinbrücken-Befürworter und der Rheinbrücken-Gegner in Karlsruhe, der Pfalz sowie den aktuellen Stand der Planung haben wir für Sie zusammengefasst.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (33)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Monsignore007
    (177 Beiträge)

    08.05.2017 20:57 Uhr
    Warum wird die Karlsruher industrie nicht einfach ...
    ...an die Germersheimer Rheinbrücke umgesiedelt?
    Dann könnte man sich sogar die Sanierung der bestehenden Rheinbrücke bei Maxau sparen!
    Ich glaube, in Wörth ist man gar nicht so unglücklich über die verbohrte Blockadehaltung der Stadt Karlsruhe: das fördert die Industrieansiedlung auf der Pfälzer Rheinseite.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Malerdoerfler
    (3644 Beiträge)

    08.05.2017 15:40 Uhr
    Gäääähn
    Hier wird so lange politisiert, bis sie gebaut wird.

    Wir können ja mehrmals die Bevölkerung befragen. Also so lange, bis diese richtig abstimmt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   zozimura
    (1932 Beiträge)

    06.05.2017 08:39 Uhr
    Von Pfälzer Seite aus betrachtet
    macht so eine zweite Brücke durchaus Sinn. Man kann auf Bundeskosten ein Baugebiet mit Autobahnanschluss erschließen, seine Äckerlen für gutes Geld an Investoren, also Chinesen oder so, verklopfen usw. Aber da sind ja noch die sturen Briganden, die einfach keine 6 oder 8 Spurige Südtangente wollen. Wieso gibt es eigendlich keinen Plan einer Rheinbrücke bei Leimersheim mit einer 40m hohen Rampe zur B36 bei Leopolddhafen und einem neuen Autobahnanschluss Weingarten/Waldbrücke. Zumal dort gerade für viel Geld der Autobahnparkplatz erweitert wird. Macht also nach deutschem Baurecht Sinn, das ganze in Bälde abzureissen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (9046 Beiträge)

    06.05.2017 13:08 Uhr
    !
    Die jetzige Planung ist schon ein naturschutzrechtlicher Murks, aber jeder anderer Standort zwischen Germers- und Iffezheim wäre erst recht ein naturschutzliches Desaster, weil entweder auf der einen oder anderen Seite Auwald-Schutzgebiete höchsten Ranges sind. Plus Hardtwald, auch FFH-Gebiet. Das wird schon aus dem Grund nix.
    Davon abgesehen ist UND BLEIBT die Südtangente die kürzeste Verbindung zwischen A8 und A65. Jeder andere Brückenstandort als der jetzige ist ein Umweg. Schon der Weg über die Nordtangente wäre ein Stückchen länger, bei allen anderen Brücken wäre das erst recht der Fall. Anderswo ist eine neue Brücke schlicht überflüssig und unwirtschaftlich, weil da kaum jemand rüberführe. Schon die Germersheimer Brücke ist ja bei weitem nicht ausgelastet. Lieber dort in die Zulaufstrecken investieren und da bissele mehr Fernverkehr draufziehen, dann braucht's bei uns keine weitere Brücke. Und Iffezheim ausbauen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Wegbereiterin
    (9 Beiträge)

    08.05.2017 11:42 Uhr
    Nur damit ich es richtig verstehe
    du sagst, GRUNDSÄTZLICH geht ein Bau zwischen Germersheim und Iffezheim nicht? ...Naturschutztechnisch!

    Nochmal, nur damit ich es wirklich richtig verstehe.
    Du bist der Meinung das es auf einer Strecke von (Luftlinie gemessen) knapp über 50 km KEINE einzige Möglichkeit gibt eine Straße zu bauen?
    Auf einer Strecke von 50 Kilometern wo durch Industriegebiet, Freizeithäfen, Anlegehäfen, Industriehäfen, NATO-Rampen, 3x Anlegestellen für Fähre, Containerlagerplätzte, etc. etc. etc. führt -es keine Möglichkeit gibt eine auf Stelzen/ Säulen gebaute Straße zu bauen.

    Aha! OKAY- gute Nacht Deutschland, jetzt hab ich echt alles gehört.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (9046 Beiträge)

    08.05.2017 13:05 Uhr
    !
    Schau Dir einfach die Karten bei UDO und LANIS an.
    Industrie und Verkehr haben schon genug gewütet in diesen sensiblen Zonen.
    Eine große Schnellstraße ist bzgl. Störwirkung auch absolut nicht mit einer Straße zu einer Fähre vergleichbar.
    Was gehen könnte, ist ein längerer Tunnel. Wäre ja nicht der erste Fluss, der untertunnelt wird.

    Davon abgesehen habe ich AUCH gesagt, dass man dort keine große Brücke braucht, dass sie da auch verkehrlich sinnlos wäre. Solange die Germersheimer Brücke nicht ausgelastet ist und die Übergänge Germers- und Iffezheim samt ihrer Zufahrten noch ausgebaut werden könnten, braucht man keine Natur grundlos zerstören.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    08.05.2017 20:51 Uhr
    Der Tunnel
    müsste halt auch recht lang werden, dass die Zufahrten die NSG nicht berühren. Aber man versenkt ja das Geld lieber in hirnlose Tunnel in der Stadt anstatt hier mal einen sinnvollen zu bauen.
    Ein Nordtangententunnel wär natürlich schon brutal, so mit 13 -14 Kilometern aber genau damit müsste man jetzt anfangen. Es mag ja sein, dass Verbrennertechnologien irgendwann auslaufen, aber der Verkehr wird nicht weniger.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Wegbereiterin
    (9 Beiträge)

    08.05.2017 14:25 Uhr
    klar! die Störwirkung.
    In den besagten Gebieten wäre fatal? Der arme Schiffscontainer oder das Industriegelände, fühlt sich bestimmt gestört. Wenn überhaupt käme natürlich NUR die teuerste Lösung -ein Tunnel (kennt Ka. sich ja bereits damit aus) in Frage. Alles andere, sprich konventionelle erprobte -Kosten- und zeitsparende Lösungen funktionieren (genügen) für Ka. wieder nicht.
    Okay. Schade.

    Brücke in GER:
    Entschuldigung, darauf habe ich vergessen zu antworten.
    Hier mein Senf (Meinung) dazu.

    Germersheimer Brücke (die Brücke selbst) hat noch Luft, das ist korrekt.
    Aber wieder wie so oft ist das wieder eine halbleere Worthülse.
    Man muss das GANZE betrachten, die Anbindung vor- und nach der Brücke.

    -Anbindung vor der Brücke (auf RLP-Seite) 2 Fahrstreifen, direkter Abgang von der gut ausgebauchten B9
    -Brücke selbst, 2 Fahrstreifen
    -Anbindung dahinter (auf BaWü) Seite, 1 Fahrspur

    Preisfrage: Welche Rheinseite sollte handeln?
    PS: Abgesehen davon geht es um die Brücke in Ka. nicht um die in Ger oder sonst wo
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (9046 Beiträge)

    08.05.2017 17:44 Uhr
    !
    Da sind nicht nur Container. Zwischen Container und Rhein liegt noch eine relativ naturbelassene Halbinsel, dann der Rhein und vor der Raffinerie auch noch mal ein von Menschen relativ ungestörter Streifen Natur, das ist eine wichtige Brücke für die Tierwelt Richtung südliche Auenwälder.

    Außerdem ging es zozimura um Standorte weitab dieser Container etc.

    "Man muss das GANZE betrachten, die Anbindung vor- und nach der Brücke."
    Eben drum ist die jetzige Planung Scheiſʒe ... Da macht man genau das nämlich nicht ...

    Die Nichtauslastung der Germersheimer Brücke nannte ich vor allem als Gegenargument zu zozimuras Wunsch nach weiteren Brücken irgendwo zwischendrin. Davon abgesehen wäre diese Trasse eigentlich die logische Fortsetzung, wenn es im Pfälzer Wald mit dem vierspurigen Ausbau der B10 weiter ginge. Das täte wirklich eine neue Ost-West-Achse aufmachen, die man über Germersheim statt KA lenken könnte, wenn man nur will ... Das GANZE eben betrachten!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    05.05.2017 23:46 Uhr
    Wir haben
    bereits zwei Rheinbrücken.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 (4 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben