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Karlsruhe Erhöhung der Eintrittspreise: Karlsruher Zoobesuch wird teurer

Zum 1. März werden die Eintrittspreise des Zoos erhöht. Das Tagesticket für einen Erwachsenen soll künftig 11 Euro kosten. Auch andere Preismodelle werden durch den Beschluss moderat angepasst.

Die Eintrittspreise des Zoos werden erhöht. Das beschloss der Gemeinderat mehrheitlich am Dienstag in einer Sitzung. Das sei aber gar nicht so ungewöhnlich: Eine Anpassung der Eintrittsgelder findet in der Regel alle zwei Jahre statt, heißt es in der Beschlussvorlage des Gemeinderats. Während des Jubiläumsjahres 2015 und der Phase des "Entwicklungskonzepts Zoologischer Stadtgarten", die im März 2016 abgeschlossen wurde, hat man auf eine Preiserhöhung verzichtet. Die letzte Preisanpassung erfolgte deshalb im Juni 2016.

Mit dieser Vorlage wolle man bei der Regelmäßigkeit bleiben, die Preise etwa alle zwei Jahre anzupassen, so der verantwortliche Bürgermeister Michael Obert in seiner Stellungnahme zur Beschlussvorlage. Aber "auch in Zukunft wollen wir im unteren preislichen Segment bleiben", so Obert weiter, mit einem Blick auf andere Zoos in Deutschland.

Um wieder in der Zeitschiene der vorliegenden Jahre zu bleiben und den Verpflichtungen aus der Haushaltsstabilisierung nachzukommen werden mit Beginn der Hauptsaison am 1. März die Eintrittspreise in moderatem Umfang erhöht. Durch die neuen Eintrittspreise soll laut Stadt auch ein besserer Ausgleich des städtischen Haushalts erreicht werden. Insgesamt werde mit zusätzlichen Einnahmen von etwa 700.000 Euro gerechnet.

Tagestickets ab März einen Euro teurer

Der Preis pro Tageskarte für einen Erwachsenen erhöht sich ab 1. März auf 11 Euro, bisher lag er bei 10 Euro. Das Tagesticket für Kinder zwischen sechs und 15 Jahren bleibt unverändert bei fünf Euro. Jüngere Kinder bleiben auch weiterhin kostenfrei, so Obert am Dienstag. Damit blickt man unter auch in andere Zoos, wo diese Regelung gängig ist. Auch ermäßigte Eintrittspreise steigen ab März um jeweils einen Euro an (von acht auf neun Euro).

Auch die Preise für Gruppen- und Monatskarten werden in moderatem Umfang angepasst: So soll eine Gruppenkarte für zwei Erwachsene mit bis zu vier kostenpflichtigen Kindern ab März 27,50 statt den ehemaligen 25 Euro kosten. Die Jahreskartenpreise für Erwachsene erhöhen sich um zwei Euro von 40 auf 42 Euro pro Jahr. Auch Rentner, Studenten, Schüler oder Menschen mit Schwerbehindertenausweis müssen künftig zwei Euro mehr für eine Jahreskarte zahlen. Kindergartengruppen sind weiterhin frei.

Jahreskarten der Kategorie G für zwei Erwachsene mit bis zu vier Kindern kosten ab März zehn Euro mehr, nämlich 105 Euro statt bisher 95 Euro. Diese vergleichsweise hohe Preisanpassung hänge mit einer falschen Berechnung im Anpassungsjahr 2016 zusammen. Um die Aufwendungen für Sonderveranstaltungen im Karlsruher Zoo besser zu decken, werden Jahreskarten künftig für bestimmte Veranstaltungen keine Gültigkeit haben.

Zoo Karlsruhe einer der meistbesuchten in Deutschland

Laut einer Statistik, die der Verband der zoologischen Gärten (VdZ) 2016 erstellen lies, ist der Zoologische  Stadtgarten einer von elf deutschen Zoos mit über einer Million Besuchern (1.007.119 Besuchern). Damit liegt die Fächerstadt im bundesweiten Vergleich 55 deutscher Zoos auf dem zehnten Platz und zählt zu den am häufigsten besuchten Tiergärten Deutschlands.

Vor der Fächerstadt liegen neben den großen Zoos der Millionenstädte Berlin, Hamburg, München und Köln auch die Tiergärten in Leipzig, Hannover, Nürnberg und Stuttgart. Im Vergleich liegt der Zoologische Stadtgarten mit seinen Eintrittspreisen seit Jahren im Vergleich mit anderen zoologischen Einrichtungen in Deutschland im unteren Preisniveau und ist deutlich günstiger als Hannover mit ähnlicher Besucherzahl (1.095.893).

Im Zoo der niedersächsischen Hauptstadt zahlt ein Erwachsener 25 Euro für ein Tagesticket. In Stuttgart kostet das Tagesticket 16 Euro für einen Erwachsenen, in Heidelberg 10,20 Euro. Mit der Preiserhöhung auf 11 Euro liegt Karlsruhe dann vor Zoos wie Heidelberg, Frankfurt oder Augsburg. Zoos mit ähnlicher Besucherstärke wie Karlsruhe, etwa Nürnberg (13,50 Euro) oder Osnabrück (20,50 Euro) liegen weiterhin über den neuen Karlsruher Eintrittspreisen. Mit der Anpassung der Eintrittspreise orientiert man sich an anderen zoologischen Einrichtungen in Deutschland und der Region.

Gemeinderäte tragen neue Eintrittspreise mit

Jan Döring (CDU) beschreibt, dass sich in seinen Augen die Attraktivität des zoologischen Stadtgartens in den vergangenen Jahren gesteigert hat, demnach sei die Preissteigerung "durchaus tragbar." Gisela Fischer (SPD) ist es wichtig, dass auch künftig de Kinder unter sechs Jahren kostenfrei bleiben. In einer ursprünglichen Version der Vorlage sollte auch hier ein Eintritt erhoben werden.

"Wir haben einen attraktiven Zoo", so Michael Haug für die KULT-Fraktion. Diese Situation wurde in den vergangenen Jahren immer weiter entwickelt - und dies soll auch finanziert werden. Doch auch nach der Erhöhung sei der Preis im Vergleich mit anderen besucherstarken Zoos nur moderat. Dem stimmt auch Thomas Hock (FDP) zu. Demnach sei die Preiserhöhung angemessen. "In den letzten Jahren gab es eine deutliche Qualitätssteigerung", freut sich auch Friedemann Kalmbach. Eine Preissteigerung würde das aber nicht rechtfertigen.

"Der Bürger muss für den Zoo alle zwei Jahre mehr bezahlen!", kritisiert Paul Schmidt (AfD). Diese Steigerung würde sich aber nicht im Lohnniveau widerspiegeln. Er hält es nicht für gut, dass die Grenze von zehn Euro nun deutlich überschritten ist. Daher lehnt er die Erhöhung ab. Auch die Linke-Fraktion stimmt gegen eine Erhöhung. Niko Fostiropoulos erklärt, dass eine Steigerung der Kosten auf der einen Seite, nicht die Ausgaben auf einer anderen Seite ausgleichen sollen.

Freiwilliger Euro für den Artenschutz?

In der Sitzung hat Gemeinderatsfraktion der Grünen auch über die Einführung eines freiwilligen Artenschutz-Euros angeregt, den jeder Zoo-Besucher zahlen kann, damit der Zoo von diesem Geld Tier- und Artenschutzprojekte fördert. Damit ist man auf offene Ohren bei der Stadtverwaltung gestoßen. Der Karlsruher Zoo könnte nach Ansicht der Grünen so dem Vorbild des Zoos in Basel folgen. Der freiwillige Euro wird aber nicht bereits zum März erhoben, sondern erst Ende des Sommers, stellt Mentrup in Aussicht. Der Gemeinderat stellt sich jedenfalls mit einer Mehrheit hinter diese Idee der Grünen. Damit wird die Stadtverwaltung beauftragt, das Konzept weiter zu erarbeiten.

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  •   Gast68
    (854 Beiträge)

    21.02.2018 09:58 Uhr
    Jetzt ist der Zoo schon teurer
    wie das Tagesticket für das Fest.
    Wird da nicht auch eine "Anpassung" des Eintrittpreises fällig?
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  •   stefko
    (2134 Beiträge)

    21.02.2018 11:05 Uhr
    Und immer noch billiger
    als 90min Hollywood-Bullshit im Kino zwinkern
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    21.02.2018 13:28 Uhr
    Ja,
    das ist ein vernünftiger Vergleich, finde ich.
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  •   maehdrescher
    (1248 Beiträge)

    21.02.2018 09:07 Uhr
    Egal ob
    Zoo, Verkehrsbetriebe, Bäder oder beim Bäcker oder Metzger. Fakt ist: Die Preise steigen regelmäßig. Man nennt dies auch Inflation.

    Aber bei der EZB behauptet Herr Draghi, dass es keine Inflation im Euro-Raum gäbe und begründet damit die Nullzinspolitik und Geldvermehrung. Wir Bürger werden hierdurch systematisch um unser Geld gebracht. Aber wie es hier so ist, alles wird mit einem Schulterzucken akzeptiert. Dabei steuern wir auf einen Abgrund zu.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3153 Beiträge)

    21.02.2018 07:23 Uhr
    Wie
    soll das eine einfache Familie mit 2 schulpflichtigen Kinder finanzieren? Aber genauso steht es ja bei den Mieten in Karlsruhe. Hier wird anscheinend nur von Abteilungsleitern aufwärts ausgegangen.
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  •   andip
    (9915 Beiträge)

    21.02.2018 08:37 Uhr
    Dann muss die Familie
    ihren SUV als Zweitwagen, um die Kinder in die Schule zu bringen, durch etwas günstigeres ersetzen. zwinkern
    Wegen der zwei Euro, der pro Besuch mehr fällig wird, wird schon keiner verhungern.
    Liesse man die Preise, müsste im Gegenzug die Stadt ihre Subventionen an den Zoo erhöhen, was wiederum den Steuerzahler was kostet.
    Und für die Mieten ist die Stadt nicht zuständig.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3153 Beiträge)

    22.02.2018 00:36 Uhr
    Wirtschaftliches Handeln heißt
    unter anderem mit vorhandenen Mittel das Bestmögliche erreichen. Dazu gehören auch soziale Gesichtspunkte und nicht nur Einkommensbereiche ab Abteilungsleiterhöhe. Und diese Familien können sich in der Regel keinen 2. Wagen, wenn sie überhaupt ein Auto leisten. Aber diese Vorstellungen fehlen den Planern der Stadt offensichtlich völlig da sie über diesen Einkommen liegen. Sie planen für die Wohlhabenden - sozial?. Können die sich vorstellen, dass es Menschen gibt, die jeden € zweimal umdrehen müssen bevor sie ihn ausgeben? Ich habe nicht den Eindruck. Halt mal die Planung an dem vorhandenen Einnahmen der Stadt ausrichten und nicht nur für die Besserverdienenden, sondern auch für das kleine Volk planen. Die Stadt hat wohl Einfluss auf die Höhe der Mieten. Vor Verkauf von Baugrund kann sie Vorgaben zur Miethöhe machen- sozialer Wohnungsbau nennt man dieses und vor Verkauf ein entsprechendes Konzept verlangen. Dies ist aber hier unbekannt - Hauptsache protzen.
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  •   Berty87
    (681 Beiträge)

    21.02.2018 11:06 Uhr
    Dann
    Kauft man sich einen Duster als SUV und man spart Geld
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  •   Laetschebachschorsch
    (3153 Beiträge)

    22.02.2018 00:41 Uhr
    Und die
    folgenden Reparaturkosten? ADAC-Statistik.
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  •   stoersender
    (1339 Beiträge)

    21.02.2018 12:23 Uhr
    Duster
    Da hab ich mal einen vor mir an der Ampel gesehen, der hatte sich mit Klebebuchstaben "Zappen" vor den Duster-Schriftzug geklebt.

    Kein Witz. grinsen
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