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Karlsruhe Die Dickhäuter-WG hat noch Zimmer frei: Kommen im nächsten Jahr neue Elefanten in den Karlsruher Zoo?

Fünf Elefanten hätten im nigelnagelneuen Außengehege des Karlsruher Zoos Platz - doch derzeit sind die beiden betagten Elefantendamen Jenny und Nanda nur zu zweit. Im kommenden Jahr soll es aller Voraussicht nach aber endlich so weit sein, und zwei neue Dickhäuter könnten die Fächerstadt ihr Zuhause nennen.

Im Mai 2019 war es so weit: Elefantendame Jenny durfte mit ihrem Rüssel das Absperrband heben und damit ihr neues Außengehege offiziell einweihen. Ein halbes Jahr länger als geplant mussten sie und Nanda, die zweite Elefantendame des Karlsruher Zoos, auf diesen Tag warten.

"Die bereits bei uns lebenden Tiere sollen sich an die Anlage gewöhnen"

Statt 1.000 stehen den beiden Elefanten seitdem ganze 3.000 Quadratmeter Freifläche zur Verfügung: Mit unterschiedlichen Bodenbelägen, einem Wasserfall und Futterklappen gibt es dort vieles, was Elefantenherzen höher schlagen lassen kann. Dennoch wirkt die weitläufige Anlage mit nur zwei Elefanten noch etwas leer - wann kommen also neue Dickhäuter in den Karlsruher Zoo?

Eröffnung der neuen Elefantenanlage
Die neue Außenanlage ist 3.000 Quadratmeter groß. | Bild: Hammer Photographie

Noch im Mai erklärte Zoodirektor Matthias Reinschmidt, man wolle die kommenden Monate nutzen um zu überlegen, "wer denn noch so alles einziehen könnte." Eingezogen sind am vergangenen Dienstag die beiden Flusspferde Kathy und Platsch. Im folgenden Jahr könnten dann auch die Elefanten "Zuwachs" bekommen.

"Mit dem Umbau der Anlage war es für uns erst einmal wichtig, dass sich die bereits bei uns lebenden Tiere an die Anlage gewöhnen", sagt Timo Deible, Pressesprecher des Zoos. "Erst danach sind wir bereit, neue Tiere aufzunehmen, da eine Integration in die Gruppe immer mit viel Aufwand für die Tierpfleger verbunden ist."

Nur zwei statt drei Elefanten mehr für den Zoo

Wann genau das so weit sein wird, lasse sich aber noch nicht sagen. Allerdings sei es eher unwahrscheinlich, dass nun im Herbst und Winter schon neue Elefanten in die "Altersresidenz" im Karlsruher Zoo einziehen werden. Der Grund: Die Integration in die Gruppe sei für die Tiere leichter, wenn sie tagsüber im Freien bleiben können und nicht zum Aufwärmen ab und an in die Stallungen müssen.

Im Laufe des kommenden Jahres, im Frühling oder Sommer, wird es aber aller Voraussicht nach so weit sein. "In Zukunft können laut den Haltungsrichtlinien bei uns insgesamt bis zu fünf Tiere leben",  erklärt Timo Deible. Allerdings sollte ein Platz für Notfälle freigehalten werden, weshalb höchstens zwei neue Elefanten einziehen werden. 

Eröffnung der neuen Elefantenanlage
Jenny eröffnet die Elefantenanlage. | Bild: Hammer Photographie

Die Karlsruher Elefantenanlage ist etwas besonderes: Sie soll als eine "Altersresidenz" Tieren ein Zuhause geben, die schon in die Jahre gekommen sind. Ein Mindestalter gibt es allerdings nicht. "Die Altersresidenz nimmt beispielsweise Asiatische Elefanten aus Zirkussen auf, die nicht mehr reisen sollen", so Deible auf Nachfrage von ka-news.de. So stammt Elefantendame Jenny aus dem ehemaligen DDR-Staatszirkus, Nanda aus einem kleineren Berliner Zirkus. 

Jenny nimmt die Anlage auseinander

Vier Monate sind nun seit der Einweihung der Anlage vergangen - Zeit für ein erstes Resümee. Wie gut gefällt den beiden Karlsruher Elefanten Jenny und Nanda ihr neuer Außenbereich?  Zuerst zu Jenny: Sie hat die Außenanlage schnell erkundet und (ausein)an(der)genommen: "Mit ihrem Rüssel ist sie bis an die Verkabelung der Lautsprecher gekommen, zudem hat sie auch eigentlich fest im Boden verankerte Baumstämme umgeschubst", sagt Reviertierleiter Robert Scholz.

Eröffnung der neuen Elefantenanlage
Bei Jenny kann es auch schon mal etwas wilder zugehen. | Bild: Hammer Photographie

Nanda ist als blinder Elefant nicht so leicht an die Anlage zu gewöhnen. "Sie ist sehr vorsichtig, lässt sich zwar über den neuen Anlagenteil führen, dann bleibt sie aber einfach auf einem Platz stehen", so der Tierpfleger weiter. "Wir merken dadurch, dass sie sich auf dem alten Teil noch sicherer und damit wohler fühlt." 

Da Jenny sich nicht mit anderen Elefanten versteht und deutlich kräftiger als Nanda ist, werden die Tiere auf den unterschiedlichen Abschnitten gehalten. Sie haben aber immer die Möglichkeit, über das große Tor in der Mitte miteinander Kontakt aufzunehmen und zu "rüsseln". "Die blinde Nanda kann sich jedoch jederzeit zurückziehen, wenn Jenny ihr gegenüber zu grob wird", so Timo Deible abschließend.

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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  •   AlterMann
    (75 Beiträge)

    23.09.2019 12:20 Uhr
    Altersheim
    So wie das beschrieben wird hätte ich Interesse mich auf die freie Stelle zu bewerben.
    Da werde ich sicherlich besser versorgt wie später mal im Altersheim.
    Und ich könnte vorher noch ein bisschen Gewicht zulegen ...
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11389 Beiträge)

    23.09.2019 08:49 Uhr
    wären es Autos, hieße es richtig:
    "neue Gebrauchte".

    grinsen
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  •   malerdoerfler
    (5740 Beiträge)

    23.09.2019 07:41 Uhr
    Das wird dann ja ein richtiger
    Elefanten-Zoo.
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