Man kennt es vor allem von der Rush-Hour oder dem samstäglichen Shoppingverkehr - in Karlsruhe sind sehr viele Autos auf den Straßen unterwegs. Damit die Blechlawine in Zukunft etwas eingeschränkt werden kann, will die Grünen-Fraktion das Parken in der Innenstadt künftig unattraktiver gestalten.

Weniger Autos in der Innenstadt 

"In den kommenden Jahren muss die Verwaltung die Zufahrt für Autos zur Innenstadt einschränken, um die Ziele des Klimaschutzkonzeptes erreichen zu können", schreiben die Fraktionsmitglieder in einem Antrag an den Gemeinderat Ende Juli.

Archivbild/Dezember 2019
Archivbild/Dezember 2019 | Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Der Grund: Auch wenn immer viel Verkehr herrscht - ein Großteil der Parkhäuser sei nur wenig ausgelastet. "Selbst an Adventssamstagen, wenn sich viele Menschen für die Weihnachtseinkäufe in der Stadt befinden, sind die Parkhäuser in der Innenstadt nur mäßig ausgelastet", erklärt Grünen-Stadtrat Aljoscha Löffler im Gespräch mit ka-news.de.

"Theoretisch kann jedes Autoparkhaus zu einem Fahrradparkhaus umgenutzt werden"

Der Vorschlag der Fraktion: Einen offenen Wettbewerb zur Umnutzung von Parkhäusern für Fahrräder, um den Autoverkehr zu kanalisieren und aus der Innenstadt herauszuhalten. "Theoretisch kann jedes Autoparkhaus zu einem Fahrradparkhaus umgenutzt werden, das würde den Bedarf aber sicherlich übererfüllen", heißt es im entsprechenden Antrag.

Adventsverkehr
Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

Daher ist das nicht die einzige Idee. "Ein Teil der Parkhäuser könnte künftig für Wohn- und Büroräume verwendet werden", sagt Aljoscha Löffler. "Aber auch als Lagerhallen für beispielsweise Museen wie das Naturkundemuseum oder die staatliche Kunsthalle könnte ein Teil des Parkhauses am Friedrichsplatz genutzt werden." Weitere Ideen sind eine Nutzung als Veranstaltungs- und Proberäume oder Ateliers.

Parkhaus Friedrichsplatz
Bild: Melissa Betsch

Parkhäuser werden nicht ganz verschwinden

Ziel des Wettbewerbs sei es, so viel wie möglich durch Umbau im Bestand zu erreichen, um zeitlich und energetisch aufwändige Abriss- und Neubaumaßnahmen zu vermeiden. Doch klar ist auch: Komplett vertrieben wird das Auto damit aus der Innenstadt nicht.

Aljoscha Löffler, Stadtrat der Grünen-Fraktion Karlsruhe.
Aljoscha Löffler (Grüne) | Bild: Grüne Karlsruhe

"Selbst in 50 Jahren wird es noch Autoparkhäuser in der Karlsruher Innenstadt geben", so Löffler. Wichtig sei, dass noch ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen um Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

"Müssen nach sinnvollen Lösungen suchen"

Doch wie steht die Stadt Karlsruhe zu den Vorschlägen der Grünen-Fraktion? "Für eine mögliche Umnutzung der Parkhäuser haben Betreiber bereits in Gesprächen mit der Stadtverwaltung ihr Interesse an ergänzenden Nutzungen bekundet", heißt es in deren Stellungnahme. Das Problem: Nicht alle Parkhäuser haben die Möglichkeit der Umnutzung, da viele Anwohner einen Dauermietvertrag besitzen.

Adventsverkehr
Bild: Paul Needham/Mohawkvisuals

"Klar ist, dass wir nach sinnvollen Lösungen suchen müssen", sagt Aljoscha Löffler im Gespräch mit ka-news.de. Ähnlich sieht das auch Tilman Pfannkuch von der CDU: "Es geht uns allen darum, die Innenstadt attraktiv zu gestalten, aber wir müssen auf die Nutzer hören. Allein zu sagen, 'wenn es der Umwelt gut tut ist es gut' - das ist zu wenig für die CDU-Fraktion", sagt er bei der Sitzung am 28. Juli.

Wettbewerb für städtische Parkgaragen ausgerufen

SPD-Stadtrat Michael Zeh ergänzt: "Man muss jedes Parkhaus einzeln untersuchen und entscheiden, was möglich ist." Der Antrag der Grünen-Fraktion wurde daher nun in die zuständigen Fachausschüsse verwiesen. Die Stadt hat zudem für die Parkgaragen, die sich in ihrem Besitz befinden, einen Wettbewerb für eine mögliche Umnutzung ausgerufen.

Aus den Ergebnissen soll dann ein Ideenpool gebildet werden, auf den bei der Umsetzung des Konzeptes für den öffentlichen Raum und Mobilität in der Innenstadt zurückgegriffen werden kann. Dieser Wettbewerb richtet sich unter anderem an Architekten und Künstler. "Aber auch Studenten der verschiedenen Karlsruher Hochschulen sollen eingebunden werden."

 
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