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Karlsruhe/Kandel/Rastatt/Baden-Baden Karlsruhe im WM-Freudentaumel: Einmaliges "Feuerwerksinferno"

Nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch in der Karlsruhe gab es nach dem Abpfiff des WM-Finales gegen Argentinien am Sonntag kein Halten mehr. Ausgiebig feierten die Fans den Sieg und vierten Weltmeistertitel für Deutschland im Auto oder zu Fuß. Kriegsstraße, Karlstraße, Stephanplatz oder Kaiserstraße: Die jubelnden Fans legten in Karlsruhe den Verkehr lahm. 1.200 Autos hupten laut Polizeiangaben im Korso um die Wette, im Karlsruher Nahverkehr ging ab zwei Uhr nichts mehr.

Nach dem Schlusspfiff zog nach Angaben der Polizei ein Autokorso mit rund 1.200 Fahrzeugen durch die Innenstadt. Der Verkehr kam dann zum Erliegen, es gab nach Angaben des Polizeisprechers kein Durchkommen mehr: "Über die Dauer von etwa zwei Stunden sowohl der gesamte Stephanplatz, als auch die Amalienstraße und der Ludwigsplatz unter 'Dauerbeschuss', was ein Einschreiten der Einsatzkräfte nahezu unmöglich machte."

Hunderte Raketen wurden abgefeuert

Im Bereich des Stephanplatzes wiederum kam es laut den Beamten zu einem "noch nicht da gewesenen Feuerwerksinferno", so der Sprecher der Polizei Karlsruhe. "Durch das Abfeuern hunderter Raketen und bei einem Feuerwerk von "bislang unerreichtem Ausmaß hatte man eher das Gefühl einer Silvesternacht", so die Polizei in ihrem offiziellen Bericht. Die eingesetzten Polizeikräfte drückten größtenteils ein Auge zu, mussten aber bei der Gefährdung Umherstehender gelegentlich einschreiten.

Einige Umstehende fühlten sich von den zahlreichen Raketen und Böllern gefährdet und informierten die Polizei. Bei versuchten Festnahmen wurden dabei zwei Beamte verletzt. Zudem wurde ein dritter Beamter am Kopf verletzt, als Unbekannte die Polizei mit Gegenständen bewarfen. 

Der größte einer Vielzahl festgestellter Autokorsos wurde in der Karlsruher Innenstadt mit 1.200 Fahrzeugen registriert, wo der Verkehr nach dem Schlusspfiff auf mehreren Straßen vollständig zum Erliegen kam. Fahrzeuginsassen stellten schließlich ihre Fahrzeuge ab und feierten ausgelassen auf der Straße.

5.000 Fans legen Bahnverkehr lahm

Im Bereich der Amalienstraße bildete sich ein Marsch von bis zu 5.000 deutscher Fans, die über die Karlstraße zum Ludwigsplatz und zum Marktplatz zogen. Die Jubelfeiern dauerten am Marktplatz bis gegen 2.30 Uhr und am Ludwigsplatz bis gegen 4 Uhr an. Für die jubelnden Fans gibt es von der Polizei abermals Lob: "Der Fanmarsch war gut organisiert und verlief äußerst friedlich, um nicht zu sagen sogar vorbildlich."

Das Resultat des Fanzugs: Auch im öffentlichen Nahverkehr ging nichts mehr. Wie Alexander Pischon, der neue Geschäftsführer des Karlsruher Verkehrsverbunds, mitteilt, fuhren ab zwei Uhr morgens in der Innenstadt keine Bahnen mehr. 

Ein Sachschaden in Höhe von 2.000 Euro entstand an einem Dienstwagen, bei dem die Heckscheibe eingeworfen und die Schiebetür erheblich beschädigt wurde. Angeforderte Kehrfahrzeuge mussten die Straße säubern, da der Verkehr auf verschiedenen Straßen wegen der hohen Anzahl an Scherben nicht mehr fahren konnte.

Insgesamt fieberten 135.000 Fans in der Region mit

Die größten Public-Viewing-Veranstaltungen fanden während der WM im Karlsruher Wildparkstadion und im Enzauenpark in Pforzheim statt. Bei den sieben Spielen mit deutscher Beteiligung wurden insgesamt rund 135.500 Zuschauer bei den Public-Viewing-Veranstaltungen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe gezählt.

Wie die Polizei Karlsruhe mitteilt, versammelten sich bei allen Deutschlandspielen rund 135.000 Fußballfreunde zum Public Viewing. Und auch beim Finale fieberten rund 20.000 Anhänger beim Rudelgucken mit: 8.700 davon allein im Wildpark, rund 4.000 Besucher zählte die Polizei am Stephanplatz und 6.000 fieberten in Pforzheim mit. Um die Situation im Griff zu behalten, waren laut Polizeidirektion Karlsruhe 250 Beamte im Einsatz. 

Insgesamt zieht sie für die Fächerstadt und Umgebung eine positive Bilanz. Die WM-Feierlichkeiten seien angesichts der hohen Teilnehmerzahlen weitestgehend friedlich verlaufen, teilt ein Polizeisprecher auf Anfrage von ka-news mit.

Auto in Kandel in Brand gesteckt

Hitzig wurde es auf der anderen Rheinseite: Gegen 0.20 Uhr wurde der Polizei in Kandel ein brennender BMW in der Luitpoldstraße gemeldet. Brandursache war ein unter dem Auto platzierter Feuerwerkskörper. Hinzu kamen laut Polizeibericht mehrere bengalische Feuer beim Public Viewing auf dem Rathaus-Platz.

Zwei Personen mussten im betrunkenen Zustand die Nacht in der Polizeizelle verbringen: Eine Person provozierte nach Polizeiangaben trotz Platzverweise andere Fans. Der zweite Übernachtungsgast auf dem Polizeirevier lief laut den Beamten "freudetrunken" in der Reiterstraße über ein geparktes Auto. "Auch er kam einem Platzverweis nicht nach", so die Polizei in ihrem Bericht, "Zudem konnte man auch nicht ausschließen, dass er weitere Autos besteigt."

Bis 3.30 Uhr nahm die Polizei Rheinland-Pfalz vier Körperverletzungsdelikte auf, wobei Personen aus nach Angaben der Polizei aus "nichtigem Anlass grundlos geschlagen" wurden: Zwei junge Männer gerieten in Streit, nachdem sie gemeinsam in einem Hinterhof uriniert hatten und dabei der eine dem anderen über die Füße pinkelte. Danach flogen die Fäuste und beide Personen zogen sich blutige Nasen und Hautabschürfungen an Knien und Fingerknöcheln zu.

In Baden-Baden umrundeten rund 200 Fahrzeuge in einem Korso den Kreisel ums Kurhaus. Dabei ereignete sich ein Auffahrunfall mit Sachschaden. Viel zu feiern gab es auch in Rastatt unter den 2.500 Besuchern in der Innenstadt. Dem Sieg folgte der Autokorso mit etwa 400 Fahrzeugen. Die Beamten mussten vereinzelt Ermahnungen aussprechen, ansonsten endete der Korso gegen 0.20 Uhr ohne größere Zwischenfälle.


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