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Karlsruhe Einwurf zur WM: Von gefallenen Meistern und echten Beißern

Die Fußball-WM in Brasilien neigt sich schon wieder ihrem Ende entgegen: Zumindest sind mehr als die Hälfte der Spiele absolviert, einige Mannschaften haben sich bereits verabschiedet. Aber kein Grund zur Trauer, die wirklich spannenden Spiele kommen noch. Oder? Droht nach dem großen Favoritensterben jetzt gähnende Langeweile in der eigentlich heißen Phase? Also griechischer 80er-Fußball statt feinem Tici-Taca? Und was machen Jogis Jungs?

Eine gute Nachricht vorweg: Qualität, das beweist auch diese WM, setzt sich mittelfristig immer durch. Gut, das Weiterkommen der Griechen mit ihrer langweiligen, bestenfalls für Nostalgiker wertvollen Art Fußball zu spielen, ist dafür kein geeignetes Beispiel. Das Ausscheiden der Großen dagegen schon. Spaniens "Klein-Klein" war durchsetzt von einfachen Fehlern - der Weltmeister hat sich selbst geschlagen, weil er nicht mit der Zeit ging. Italiens Fußball, allein geprägt von schnöder Taktik, war ohne jede Frische, ohne jeden Esprit. Und England? Bemüht, aber glücklos - in diesen Jahren wohl das Los der Three Lions.

Mit den Griechen zurück in die 80er

Anders dagegen also die Stimmung bei den Griechen: Die sind nach ihrem Last-Minute-Weiterkommen am Zuckerhut obenauf, können ihr Glück vermutlich selbst kaum fassen. Der Fußball, den Hellas in der Vorrunde angeboten hat, war jedenfalls wenig meisterlich. Langweiliger, eingestaubter 80er-Jahre-Fußball: Lange Bälle, kaum Spielaufbau, wenig Kreatives. Dass es die Griechen dennoch in die K.O.-Runde geschafft haben, könnte entweder als reines Glück oder aber als bezeichnend für die ganze Gruppe verstanden werden.

So oder so: Bleibt Griechenland bei diesem Stil, können auch die Herren in Blau und Weiß schon mal den Flieger in die Heimat buchen. Denn wie erkannte schon Griechenlands großer Philosoph Sokrates: "Wer die Welt bewegen will, sollte erst mal sich selbst bewegen."

Dass es auch erfrischend, schnell, frech und fröhlich geht, zeigt in diesem Fußball-Sommer ein Team, das vor dem Turnier bestenfalls ein Geheimtipp war: Kolumbien. Die Südamerikaner rollen das Feld in der Nachbarschaft zielstrebig von hinten auf. Die Vorrunde jedenfalls war kein Problem für Shootingstar James und seine Kollegen, jetzt können die Mannen in Gelb zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Kolumbien steht dieser Tage vor allem aber stellvertretend für einen ganzen Kontinent: Südamerikanischer Fußball, das machen die Kolumbianer, Ecuador oder Chile deutlich, ist lange nicht mehr nur Argentinien und Brasilien. Das hat mit Klima nur sehr bedingt etwas zu tun.

A propos Brasilien: Der Gastgeber steht vor der Herausforderung, die es von Beginn an zu bewältigen galt: Es zählt allein der Sieg. Blau-Gelb auf dem Gipfel der Fußballwelt - angebrachtes Selbstverständnis oder gravierende Selbstüberschätzung? Unwichtige Frage. Entscheidend ist allein, wie Neymar und seine Mitspieler es schaffen, den irren Druck von außen in Energie für innen umzuwandeln. Bisher reicht das Gebotene, auch weil Gegner und Schiedsrichter ihr Übriges beisteuerten. Sich in Zukunft allein darauf zu verlassen, wird aber kaum reichen, das weiß man auch am Zuckerhut.

Sonnige Aussichten für Jogis Jungs

Ein insgesamt spannendes, phasenweise förmlich mitreisendes Turnier ist das - und auch an Kuriositäten mangelt es dieser WM sicher nicht. So war es ein gewisser Luis Suarez, Starstürmer von Uruguay, der bereits zum wiederholten Male zubiss - dem nach Mike Tyson wahrscheinlich berühmtesten "Beißer des Sports" droht eine lange Sperre. Auch der Rauswurf des Linienrichters, der zwei Mal fälschlicherweise sein Fähnchen hob, ist interessant: Die FIFA macht jetzt nämlich ernst in Sachen Bekämpfung der Korruption - sogar Franz Beckenbauer hat mittlerweile jemanden finden müssen, der ihm auf Englisch gestellte Schmiergeld-Fragen ins Deutsche beziehungsweise Bayrische übersetzt. 

Was fehlt an dieser Stelle noch? Richtig, die deutsche Mannschaft - denn auch die ist durchaus eine Erwähnung wert. Super gegen erschreckend schwache Portugiesen, gut gegen ein ganz starkes Ghana. Vor dem Spiel gegen die Klinsmann-Boys aus den Staaten also sonnige Aussichten - obwohl die bislang durchaus zu gefallen wussten. Vielleicht würde ein frischer Spieler von der Bank dem Spiel gut tun, aber wer weiß das schon ohne Probe. Wie auch immer: Wenn Deutschland weiter sein Spiel durchzieht, könnte die Reise durch Brasilien erst am 13. Juli enden - dann, mit einem Pokal in der Hand.

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  •   Schmarow
    (1230 Beiträge)

    26.06.2014 13:40 Uhr
    Warum
    hat man nicht Harald Linder vor Ort von der WM berichten lassen? Ich denke, einige hier wären froh darüber gewesen, wenn man ihn in den Flieger gesetzt hätte.
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  •   gabin
    (1026 Beiträge)

    26.06.2014 16:56 Uhr
    nee
    Linder gehört auf den Mond geschossen ohne Rückfahrkarte
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