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Karlsruhe Karlsruhe hilft: Drei Soziale Projekte, die sich über Unterstützung in der Weihnachtszeit freuen

Draußen ist es kalt: Für viele von uns heißt das, den dicken Wintermantel aus dem Schrank zu holen. Doch für Menschen, die auf der Straße leben bedeutet das, gegen das Erfrieren anzukämpfen. Es ist wichtiger denn je, einmal mehr nach links und rechts zu schauen, wenn wir eilig durch die Straße laufen. Karlsruhe muss solidarisch sein und Menschen unterstützen, die in Not sind.

Obdachlos? Vor allem im Winter ist die Erfrierungsgefahr sehr hoch. Unter der Kälte leiden vor allem die Schwächsten unserer Gesellschaft, nämlich diejenigen, die kein Dach über dem Kopf haben und auf der Straße leben. Die Karlsruher Bevölkerung ist sich dessen durchaus bewusst und beweist dies in couragierten und engagierten Projekten und Gesten. ka-news.de stellt Ihnen drei dieser Projekte vor. 

Öffentliche Kleiderstange an der Stadtkirche 

Nicht alle Menschen in Karlsruhe haben das Glück, einen gut bestückten Kleiderschrank zu besitzen und sich immer dem Wetter passend anzuziehen. Für Menschen, die kein Zuhause haben und auf der Straße leben, ist der Winter besonders hart und gar lebensgefährlich.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: pixabay.com @ Pexels

Deshalb steht seit Ende November vor der Evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe am Marktplatz wieder die Öffentliche Kleiderstange. Dort können Menschen die in Armut leben, anonym und ohne Barrieren eine Winterjacke oder ein anderes wärmendes Kleidungsstück abholen.

Wer Zuhause noch eine wärmende Jacke, Mütze, Schal oder ein anderes Kleidungsstück übrig hat, welches er nicht mehr braucht, ist aufgerufen, dieses an die Öffentliche Kleiderstange zu hängen. Die Aktion soll Menschen helfen, die frieren und dazu aufrufen, sich mit diesen Menschen zu solidarisieren und Nächstenliebe zu zeigen. Die Öffentliche Kleiderstange ist ein Projekt der Partnerschaften für Demokratie und der Antidiskriminierungsstelle Karlsruhe mit der Stadtkirche. 

#SeiMensch - Unterstützung und Hilfe für Menschen in Not

Serdar Kunduz und Sandra Czepielewski, die Gründer der Initiative und viele weitere ehrenamtliche Helfer wollen Menschen unterstützen, die nicht gesehen werden und durchs Raster fallen. Zwei Mal in der Woche organisiert die Initiative #SeiMensch Lebensmittelausgaben für Menschen in Not.

Bild: Nena Taherkhani

Die Menschen, die zu den Ausgaben kommen, müssen ihren Grad der Bedürftigkeit nicht nachweisen. "Jeder der es braucht, ist willkommen", heißt es bei #SeiMensch. Jeden Montag verteilen die ehrenamtlichen Helfer in der Karlsruher Südstadt an der Liebfrauenkirche Brot, Obst, Gemüse, Konserven, Nudeln und vieles mehr. Samstags ist die Initiative in der Waldstadt vor Ort.  

Zu Beginn der Corona-Pandemie haben Serdar Kunduz und Sandra Czepielewski unabhängig voneinander begonnen, Menschen, die auf der Straße leben mit Lebensmittel zu versorgen. Kunduz hat an verschiedenen Orten Lebensmitteltüten verteilt und bei der Errichtung von Gabenzäunen mitgeholfen.

Czepielewski hat im Jahr 2020 anlässlich ihres Geburtstages ihr Auto voll mit Lebensmittel geladen und diese an verschiedenen Orten im Karlsruher Stadtgebiet verteilt. Als sie sich auf der Straße bei ihren Hilfsaktionen begegnet sind, war für Kunduz und Czepielewski schnell klar, dass sie sich zusammenschließen wollen. 

Die Lebensmittelausgaben:

  • Jeden Montag, 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr an der Liebfrauenkirche in der Südstadt
  • Jeden Samstag , 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr an der Emmauskirche in der Waldstadt

Essensausgabe im Herz-Jesu-Stift - tägliche Mahlzeiten, und Begegnungs- und Beratungsangebote

Die Essensausgabe im Herz-Jesu-Stift ist mehr als die Ausgabe von täglichen Mahlzeiten. Für Menschen, die in Not geraten sind, ist es wichtig, sich untereinander austauschen zu können, zur Ruhe zu kommen, warm zu duschen und einen festen Tagespunkt im Alltag zu haben.

Im Herz-Jesu-Stift, der dem Caritassozialdienst angehört, ist all dass möglich. Neben Frühstück und warmem Mittagessen gibt es vor Ort die Möglichkeit zu duschen, mit anderen in Kontakt zu treten, Tageszeitungen zu lesen und Beratungsangebote wahrzunehmen. Wer Rat, Hilfe oder einfach ein offenes Ohr sucht, ist dort genau richtig. 

Viele Arbeitslose können sich nicht regelmäßig eine vollwertige Mahlzeit leisten.
Viele Arbeitslose können sich nicht regelmäßig eine vollwertige Mahlzeit leisten. | Bild: Sebastian Gollnow

Die täglichen Mahlzeiten werden mithilfe von Lebensmittelspenden aus der Bevölkerung gekocht. Vor Ort hilft ein Team aus ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern. Unterstützt werden sie von Ordensschwestern und der Seelsorgeeinheit Allerheiligen. 

Unterstützt werden kann das Projekt einerseits durch ehrenamtliches Engagement vor Ort, zum Beispiel bei der Zubereitung oder der Ausgabe von Speisen. Jederzeit benötigt werden auch Lebensmittelspenden, um die Gerichte zuzubereiten. 

Obdachlosen helfen? So geht es richtig

Wichtig ist vor allem: Nicht wegsehen. Hilfe kostet Überwindung und es kann durchaus passieren, abgewiesen zu werden. Doch schon ein einfaches Gespräch kann helfen. Neben Kälte, Hunger und Armut fehlen Bedürftigen auch oft die sozialen Kontakte und Gespräche auf Augenhöhe. Wenn Menschen in der klirrenden Kälte schlafen, ist es legitim, sie zu wecken und ihnen Hilfe anzubieten.

Obdachlose liegen unter einer Eisenbahnunterführung.
Obdachlose liegen unter einer Eisenbahnunterführung. | Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Bei unklarem Gesundheitszustand sollten Sie den Notruf wählen und dadurch Leben retten. Helfen können Sie außerdem, indem Sie Obdachlosen unterstützen, Ihre Grundbedürfnisse zu decken und für wärmende Kleidung zu sorgen. Eine weitere Möglichkeit, Obdachlosen zu helfen, ist das Ehrenamt, indem Sie Einrichtungen der Wohnungslose finanziell oder mit Sachspenden unterstützen oder selbst bei Essensausgaben oder Ähnlichem mithelfen.

 
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Kommentare (2)
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  •   Reger
    (823 Beiträge)

    24.12.2021 13:04 Uhr
    Dach über dem Kopf
    Es sollte in Deutschland niemanden mehr geben ohne ein Dach über dem Kopf. Also zumindest ein Zimmer, das ganz alleine einem gehört. Denn manche wollen obdachlos bleiben, weil sie befürchten in Gemeinschaftsunterkünften bestohlen zu werden.
    Also jede Hilfe sollte mit Obdach beginnen.
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  •   Reger
    (823 Beiträge)

    27.12.2021 14:51 Uhr
    Housing First
    So nennt man das neudeutsch.
    Man kann sich Beispiele holen z.B. in Finnland und Spanien.
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