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Karlsruhe Wird das Provisorium zur Dauerlösung? Frage nach dem zukünftigen Standort des Karlsruher Christkindlesmarktes bleibt offen

Mit dem Beginn der Bauarbeiten zur Kombilösung war auch das Schicksal des Karlsruher Christkindlesmarktes auf dem Markplatz besiegelt: Der Markt musste weichen - unter anderem auf den Friedrichsplatz, ab 2017 kam der Marktplatz wieder hinzu. Nun, kurz vor dem Abschluss der Kombilösung stellt sich die Frage: Soll der Weihnachtsmarkt vielleicht dauerhaft auf dem Friedrichsplatz bleiben?

Seit 1977 lockte der Karlsruher Christkindlesmarkt jedes Jahr große und kleine Weihnachtsfreunde auf den Marktplatz. Mit dem Baubeginn der Kombilösung fand diese Tradition 2013 aber ihr jähes Ende. Ab dann hieß es auf dem Marktplatz: Bauzaun statt Glühweinstand.

Friedrichsplatz spaltet die Gemüter

Friedrichsplatz
Der Friedrichsplatz sollte ab 2013 den Marktplatz als Standort des Christkindlesmarktes ersetzen.(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

Im April 2013 wurde daher im Gemeinderat heftig über mögliche Ausweichmöglichkeiten für den Christkindlesmarkt diskutiert - und der Friedrichsplatz als zweckmäßig beste Lösung als neuer Veranstaltungsort ins Auge gefasst. Die Fraktionen und auch Oberbürgermeister Frank Mentrup waren damals gespaltener Meinung: Während die Grünen und die Karlsruher Liste (KAL) Kritik an den Plänen der Stadtverwaltung übten, zeigten sich die restlichen Fraktionen offen.

"Der Weihnachtsmarkt gehört eigentlich nicht auf den Friedrichsplatz, aber wir haben nur sehr wenige Möglichkeiten", äußerte sich das Karlsruher Stadtoberhaupt 2013 zu der Standort-Tendenz. Aufgrund der beengten Raumverhältnisse fasste man den Beschluss, die Hauptattraktionen der Karlsruher Weihnachtsstadt künftig zu teilen: Der Christkindlesmarkt wurde auf den Friedrichsplatz, die Eiszeit auf den Schlossvorplatz verschoben. 

Standplatzvergabe sorgt für Ärger

Der Friedrichsplatz avancierte schnell zum beliebten Standort des Christkindlesmarktes. | Bild: Thomas Riedel

Doch was im Juni des selben Jahres noch als Provisorium für die kommenden Jahre durch den Gemeinderat entschiede wurde, etablierte sich schnell als Publikumsliebling der Karlsruher Weihnachtsstadt. Umso verärgerter zeigten sich sowohl Standbetreiber als auch Bürger, als 2016 die Diagnose lautete: Platzproblem! Der Friedrichsplatz konnte mit 90 Standplätzen das Übermaß an Bewerbungen - 260 an der Zahl - nicht mehr stemmen und erteilte vielen Traditionsständen eine Absage. Eine Lösung musste her.

Im November 2016 äußerte daher erstmals die Karlsruher FDP den Wunsch nach einer "Zwei-Plätze-Regelung": Um dem Platzproblem zu begegnen, sollte der Christkindlesmarkt - trotz Kombilösung - vom Friedrichsplatz auf den Marktplatz erweitert werden und so 20 weitere Plätze garantieren. 2017 - nach vier Jahren Abwesenheit - war es dann tatsächlich soweit: Der Christkindlesmarkt kehrte unter dem Titel "Lichtweihnacht" zurück auf den Marktplatz.

2018 vorerst letzter Christkindlesmarkt auf dem Marktplatz

Lichter, Buden und weihnachtliche Stimmung: So sieht es auf dem Marktplatz vorerst zum letzten Mal aus. | Bild: Thomas Riedel

Auch in diesem Jahr ist der Marktplatz wieder Teil der Karlsruher Weihnachtsstadt. Doch damit ist nächstes Jahr schon wieder Schluss: In seiner Sitzung am Dienstag hat der Gemeinderat die Änderung der Zulassungsrichtlinien für den Weihnachtsmarkt beschlossen.

Die Lichtweihnacht muss demnach im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes für die kommenden zwei Jahre erneut weichen. Als Ausweichflächen würden momentan die umliegenden Straßen wie Kaiserstraße, Zähringerstraße und Lammstraße geprüft. Der Friedrichsplatz soll für diesen Zeitraum auch weiter als Standort des Weihnachtsmarktes genutzt werden.

Zukunft des Weihnachtsmarktes weiter ungewiss

Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz
Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz. | Bild: Roland Fränkle - Presseamt Stadt Karlsruhe

Doch wie geht es nach Abschluss der Kombilösung und der Umbauarbeiten auf dem Marktplatz weiter? Die CDU-Fraktion des Gemeinderates plädiert nun dafür, den Christkindlesmarkt auch nach der Fertigstellung des Marktplatzes auf dem Friedrichsplatz zu belassen. Das geht aus einer Pressemeldung der Fraktion hervor. "Die CDU-Fraktion ist der Ansicht, dass die Weihnachtsstadt Karlsruhe durch den Friedrichsplatz eine Aufwertung erfahren hat, von der die gesamte Stadt profitiert", heißt es darin.

Wo der Christkindlesmarkt ab 2021 aber tatsächlich stattfinden wird, ist derzeit noch völlig ungewiss. Das macht die Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz im Gespräch mit ka-news deutlich. Ob der Markt dauerhaft auf den Marktplatz zurückkehrt, auf dem Friedrichsplatz verbleibt oder vielleicht gar der Schlossvorplatz als Standort favorisiert wird - das bleibt also weiterhin abzuwarten.

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  •   brigand
    (65 Beiträge)

    14.12.2018 18:50 Uhr
    Bohei.2
    Zuerst ein Riesenbohei um die Verlegung auf den Friedrichsplatz. Was hat man auf die Verantwortlichen eingeprügelt. Jetzt das Ganze wieder umgekehrt - und wieder Prügel. Die als "Sesselfurzer" geschmähten können machen, was sie wollen, sie werden es mit aggressiven Zeitgenossen zu tun bekommen jenseits jeden Anstandes.
    Ich bevorzuge den Friedrichsplatz ohne mich aber aufzuregen, wenn es nachher der Marktplatz wieder werden wird.
    Thema Schloßplatz: möglichweise ist die Tragfähigkeit der Decke der dortigen Tiefgarage nicht ausreichend als Standort des Chriskindlesmarktes?
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  •   Winston_Smith
    (483 Beiträge)

    13.12.2018 15:49 Uhr
    Einfach mal aussitzen
    Möglicherweise ergeben sich ja im Laufe der kommenden Jahre "Sachzwänge", die diese Luxusdiskussion obsolet werden lassen.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    13.12.2018 17:38 Uhr
    Was ich
    bereits auf der ersten Seite geschrieben habe. grinsen
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  •   Tiefland
    (188 Beiträge)

    13.12.2018 11:16 Uhr
    es wird kommen wie so oft:
    am Ende werden die mehrheitlich schwarzen Sesselfurzer aus der Verwaltung bzw dem Gemeinderat wie immer einen Kniefall vor den wirtschaftlichen Interessen der Standbetreiber machen, der politisch belanglos-bunte OB duckt sich hinter ominösen politischen Sachzwängen weg u. der Weihnachtsmarkt wandert wieder auf den "tollen neu gestalteten Marktplatz". Diese Maßnahme wird dann von den wahrscheinlich auch mehrheitlich schwarzwählenden Kombilösungs-Fanboys bzw. -girls eifrig beklatscht werden (gell, Frau Yokohama 😆) wie man ja hier in dieser Diskussion schon gut erkennen kann. Ha, das wäre ja noch schöner, dass man hier womöglich mal auf die in der Bevölkerung deutlich wahrnehmbare (natürlich nur wenn man will!) mehrheitlich positive Resonanz auf den Friedrichsplatz-Standort hören würde...
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  •   haku
    (4031 Beiträge)

    13.12.2018 11:30 Uhr
    Welcher politisch ominöse Sachzwang?
    Man hat damals den Friedrichsplatz kaputt gemacht mit dem Versprechen, dass es nur ein Provisorium ist. Wenn der Marktplatz wieder größer! zur Verfügung steht, hat der Weihnachtsrummel gefälligst wieder wie versprochen dorthin zurückzukehren und der Friedrichsplatz wieder in den alten Zustand zurückversetzt zu werden. Wegen einem Monat schön kann es nicht sein, dass er elf Monate einen traurigen Anblick bietet.
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  •   Prof.Baerlapp
    (637 Beiträge)

    13.12.2018 12:20 Uhr
    "hat gefälligst..."
    Jawoll! grinsen
    Wo kämen wir denn sonst hin. Befehl und Gehorsam sind schließlich wichtige Tugenden in unserer Stadt.
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  •   haku
    (4031 Beiträge)

    13.12.2018 12:23 Uhr
    Es geht hier nicht um Befehl und Gehorsam...
    ... sondern um das Hlten von Versprechen. Oder bist Du der Meinung, sowas wäre irrelevant?
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  •   Prof.Baerlapp
    (637 Beiträge)

    13.12.2018 14:26 Uhr
    Absichtserklärungen,
    die vor Jahren abgegeben wurden, kann man auch ändern. Alles andere wäre ein Fall von Beratungsresistenz à la Merkel. Schließlich gründet die Überlegung, den Weihnachtsmarkt auf dem Friedrichsplatz zu belassen, auf vielfach geäußerten Wünschen aus der Bevölkerung.

    Soll man die Bevölkerung wirklich so komplett ignorieren, nur weil man vor Jahren mal andere Pläne hatte?
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  •   mueck
    (10291 Beiträge)

    13.12.2018 16:56 Uhr
    !
    "Absichtserklärungen, die vor Jahren abgegeben wurden, kann man auch ändern."
    Na dann kann man ja auch die oberirdischen Gleise in der Kaiserstraße lassen, um auf Störungen im Tunnel adäquat reagieren zu können und um auf die Verkehrswende vorbereitet zu sein ...
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  •   haku
    (4031 Beiträge)

    13.12.2018 14:47 Uhr
    Haben sie meine Beiträge nicht gelesen?
    Ich rede hier nicht, weil mich das Thema nicht interessiert und ich nur irgendwelchen Politikern ihre Versprechen vorhalten will. Es geht mir darum, dass damals der Platz verhunzt wurde und versprochen wurde, das wäre nur temporär. Und wenn jetzt der Platz dauerhaft verhunzt bleiben soll, dann erinnere ich natürlich erst einmal an das gegebene Versprechen.
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