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Karlsruhe Taschendiebe auf dem Weihnachtsmarkt: Drei Tipps der Polizei, wie Sie sich schützen können

Der Weihnachtsmarkt in Karlsruhe lockt auch in diesem Jahr tausende Besucher an - das dichte Gedränge ist eine willkommene Gelegenheit für Taschendiebe. Einen Moment nicht aufgepasst, schon sind Portemonnaie oder Handy über alle Berge. Die Polizei Karlsruhe hat für Weihnachtsmarkt-Besucher einige praktische Tipps parat.

Während bei Glühwein, Punsch und gebrannten Mandeln viele Menschen die Vorweihnachtszeit genießen, treiben auf dem Karlsruher Christkindlesmarkt Taschendiebe ihr Unwesen. Schon seit Jahren erhöht die Polizei ihre Präsenz, um ihnen Einhalt zu gebieten. Doch auch die Besucher selbst können dazu beitragen, Dieben keine Chance zu lassen.

Die Polizei erhöht seit Jahren auf dem Karlsruher Christkindlesmarkt ihre Präsenz. | Bild: Thomas Riedel

Seit einigen Jahren sind die Beamten verstärkt auf dem Weihnachtsmarkt zu sehen - mit Erfolg. Seit 2014 gehen die Zahlen der Diebstähle stetig zurück und haben sich mittlerweile um über die Hälfte reduziert. Rund um den Weihnachtsmarkt, auf den Plätzen und an den Haltestellen sei Taschendiebstahl laut der Polizei allerdings noch immer ein Problem.  

Im vergangenen Jahr seien in der Innenstadt im Monat Dezember 65 Fälle erfasst worden. "Über die Hälfte sind Gelegenheitsdiebstähle", sagt Jürgen Zimmer, stellvertretender Leiter des Reviers am Marktplatz. Doch: "In Karlsruhe sind in jedem Jahr auch organisierte Banden unterwegs."

Die Banden seien immer für nur kurze Zeit auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs, in etwa für zwei Stunden. In dieser Zeit führen sie zwischen fünf und fünfzehn Diebstählen durch. "Eine Person rempelt das Opfer an, eine entwendet den Geldbeutel und gibt ihn direkt an eine dritte Person weiter, die die Flucht ergreift", erklärt Zimmer. So sei es schwer, den Täter zu fassen.

Wie kann sich jeder Einzelne vor Taschendieben schützen? Die Beamten des Polizeireviers waren am Mittwoch auf dem Karlsruher Christkindlesmarkt unterwegs, um die Besucher für das Thema zu sensibilisieren - mit zahlreichen Tipps im Gepäck. 

1. Tipp: Wertsachen zu Hause lassen

Wer nicht viel dabei hat, dem kann auch nicht viel geklaut werden - so die Devise. "Ich würde den Weihnachtsmaktbesuchern raten, kritisch zu prüfen, was sie wirklich benötigen", sagt Hauptkommissar Michael Koffler. 

Aktion gelbe Hand
Aktion gelbe Hand | Bild: Needham|Mohawkvisuals

Weder EC-Karte, noch der Personalausweis werden - zumindest für deutsche Staatsbürger - auf dem Weihnachtsmarkt benötigt und dürfen zu Hause bleiben. Und für das mitgenommene Bargeld hat die Polizei auch einen Tipp parat: Am besten an zwei Stellen aufteilen, dann ist im Zweifelsfall nur die Hälfte weg.

2. Tipp: Wertsachen dicht am Körper tragen - Taschen umdrehen

Es ist ein bekannter Tipp: Handy und Geldbörse sollten in verschlossenen Taschen und am besten eng am Körper getragen werden. "Die Tasche an die Vorderseite nehmen und  gut zumachen", sagt Polizeisprecher Ralf Minet und geht auf dem Karlsruher Weihnachtsmarkt - in Zivil - mit gutem Beispiel voran.

Die Aktion "Gelbe Hand" soll die Besucher für das Thema sensibilisieren.
Die Aktion "Gelbe Hand" soll die Besucher für das Thema sensibilisieren. | Bild: Needham|Mohawkvisuals

3. Tipp: Geldbeutel nicht ablegen - auch nicht am Glühweinstand

An den Ständen ist das Gedränge oft besonders dicht. Die Geldbörse in der einen Hand, eine Bratwurst in der anderen - beim Griff zum gerade gekauften Glühwein wird das Portemonnaie oft auf die Theke gelegt. Eine willkommene Gelegenheit für Diebe, nach der Geldbörse zu greifen.

Ein beliebter Trick: Das Opfer wird abgelenkt, sodass die Tasche leicht entwendet werden kann.
Ein beliebter Trick: Das Opfer wird abgelenkt, sodass die Tasche leicht entwendet werden kann. | Bild: Needham|Mohawkvisuals

"Einmal hatten wir den Fall, dass eine Frau für sich und ihre Begleitung zwei Glühwein holen wollte", erzählt Polizist Michael Koffler. Den Geldbeutel hatte die Dame in der äußeren Jackentasche, nur ein paar Schritte musste sie vom Stand zum Stehtisch  zurücklegen. "Ein Dieb konnte ihr einfach die Geldbörse entwenden, sie hatte beide Hände belegt und war komplett hilflos", schildert Koffler. 

  

Mit einer ganz besonderen Aktion machen die Beamten die Weihnachtsmarkbesucher auf leichtsinniges Verhalten aufmerksam: In offene Taschen und Rucksäcke stecken die Polizisten - unterwegs in Zivil - gelbe Kärtchen in Form von Händen.

Sie sollen darauf aufmerksam machen: Hier hätte auch die Hand eines Taschendiebes leichtes Spiel gehabt. Mit Tipps und Kärtchen soll der Weihnachtsmarkt für alle Besucher auch in diesem Jahr ein bisschen sicherer werden.

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  •   andip
    (10516 Beiträge)

    12.12.2019 08:26 Uhr
    Jedes Jahr das Gleiche
    Taschendiebe gibt es seit es Taschen gibt, also schon immer, sie sind immer da unterwegs, wo sich viele Leute aufhalten und deren Tricks sind auch schon immer dieselben.
    Trotzdem muss ständig davor gewarnt werden und offensichtlich beachtet die nie einer, denn sonst wären die nicht immer noch erfolgreich.
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