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Karlsruhe Ärger beim Christkindlesmarkt: Endgültiges Aus für Pizza, Langos und Co.?

Am Donnerstag öffnet der Karlsruher Christkindlesmarkt. Genau 90 Stände sollen die Besucher auf den Friedrichsplatz locken. Doch es gibt Ärger im Vorfeld des Christkindlesmarkts, denn in diesem Jahr fehlen einige altbekannte Gesichter. Ihr Angebot wird von anderen übernommen. Wie konnte es dazu kommen?

Rolf Gebert versteht die Welt nicht mehr. Zusammen mit seinem Bruder Wolfgang hatte er sich darauf eingestellt, auch in diesem Jahr wieder auf dem Karlsruher Christkindlesmarkt Pizza zu verkaufen. Bei den Geberts hat das Tradition, seit 46 Jahren betreibt die Familie ihren Stand auf dem Christkindlesmarkt. Im August dann die Ernüchterung.

Nur jeder dritte Bewerber darf auf den Christkindlesmarkt

In einem Schreiben habe ihm das Marktamt mitgeteilt, dass sein Pizzastand in diesem Jahr nicht mehr dabei sein werde, so Rolf Gebert im Gespräch mit ka-news. Zunächst dachte die Familie, dass da etwas nicht stimmen könne. Ganz ähnlich erging es auch der Familie Eichel, die schon über 25 Jahre mit ihrem Langosstand beim Christkindlesmarkt dabei war. Gleiches auch bei der Familie Wagner und ihrem Flammkuchenstand: Nach 16 Jahren verkündete das Karlsruher Marktamt das diesjährige Aus für ihr Angebot.

Mit diesem Schicksal sind die drei Familien nicht allein. Rund 260 Bewerbungen gingen in diesem Jahr beim Marktamt ein - für gerade einmal 90 Plätze. Bei der Verteilung schützte auch eine lange "Christkindlesgeschichte" nicht vor einer Absage. Zehn Stände, die die Besucher im vergangenen Jahr noch ansteuern konnten, werden in diesem Jahr fehlen und durch ähnliche Stände ersetzt. Die Begründung in allen drei Fällen: die Stände seien nicht weihnachtlich genug.

Neue Richtlinien werfen Aussteller aus dem Rennen

Dies spielt bei der Auswahl der Stände aber seit diesem Jahr eine größere Rolle denn je. Welcher Stand auf den Christkindlesmarkt darf und welcher nicht, ist in den neuen Zulassungsrichtlinien, die der Karlsruher Gemeinderat im Juni absegnete, festgelegt. Nachdem es im Vorjahr zu mehreren Widersprüchen von abgelehnten Bewerbern gekommen war, entschied die Stadt, wesentliche Grundsätze in einer Richtlinie festzuhalten - nicht zuletzt, um den Prozess transparenter zu machen.

Nach einer Umfrage in anderen Städten legte die Stadt in ihrer Richtlinie fest, dass die Frontlänge des Standes, die bauliche Gestaltung, Dekoration sowie Beleuchtung und das Warenangebot vorab bewertet werden sollen. Und auch die Frage, ob der Stand eine bewährte Institution ist sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Umweltfreundlichkeit spielen eine Rolle.

In insgesamt sechs Kategorien werden dann je nach Ausstattung 0 bis 15 Punkte vergeben. Gehen zu viele Bewerbungen für die 90 Plätze ein, entscheidet die erreichte Punktzahl, wer den Zuschlag erhält. Haben zwei ähnliche Stände die gleiche Punktzahl erreicht, kann der Stammbeschicker sogar bevorzugt werden.

"Wir büßen 25 Prozent unseres Jahresumsatzes ein"

Für Rolf Gebert ist das Verfahren der Stadt aber alles andere als einleuchtend. "Der KSC verkauft Karten auf dem Christkindlesmarkt. Was ist daran weihnachtlich?", kritisiert er. Dass er sowohl in der Kategorie "Prägendes Traditionsgeschäft" als auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis und der Umweltfreundlichkeit wenig bis keine Punkte erreicht habe, kann Gebert im Gespräch mit ka-news nicht nachvollziehen. Der wirtschaftliche Schaden: "Wir büßen damit 25 Prozent unseres Jahresumsatzes ein!"

Sein Vorwurf: Die Punkte seien rein subjektiv vergeben worden. Auf die Vorwürfe angesprochen verteidigt Armin Baumbusch, Leiter des Marktamts, das Vorgehen seiner Behörde. "Ich habe Verständnis für die Enttäuschung", so der Leiter gegenüber ka-news. Die Festlegung der neuen Richtlinie sei nach den Widersprüchen aber notwendig gewesen, betont er. Auch die Kritik an der Punktevergabe lässt er nicht gelten. Die Stadt habe diese offen kommuniziert. "Mir ist kein transparenteres Verfahren in dieser Richtung bekannt", so Baumbusch.

Das sahen offenbar auch das Karlsruher Verwaltungsgericht wie der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim ähnlich: Am Dienstagnachmittag wiesen die Richter die Beschwerde eines nicht zugelassenen Gewerbetreibenden dessen Beschwerde ab. Das Urteil ist nicht anfechtbar. Für die enttäuschten Ständebetreiber bedeutet das: Sie werden ihr Glück im nächsten Jahr wieder versuchen müssen. Rolf Gebert zumindest will 2017 auf jeden Fall wieder dabei sein.

Eine Übersicht über das Angebot auf dem Christkindlesmarkt finden Sie hier.

Der Artikel wurde nachträglich aktualisiert.

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  •   kommentar4711
    (2290 Beiträge)

    22.11.2016 17:53 Uhr
    Pizza Gebert = Nepp
    Ich habe nie verstanden wie man die Pizza mehr als einmal kaufen konnte. Teig, Tomatensauce und eine Scheibe Salami für 4 Euro. Da bietet jede TK Pizza mehr.
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  •   Originalteil
    (1242 Beiträge)

    22.11.2016 18:17 Uhr
    Sich über
    diese Pizza aufregen aber sich offensichtlich bei Industriepizza fürs gleiche Geld besser auskennen.
    Sowas nennt man dann ein Eigentor.
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  •   kommentar4711
    (2290 Beiträge)

    22.11.2016 18:49 Uhr
    Ich halte mal dagegen...
    Meine liebste Pizza ist die, die ich selbst mache. Incl. selbst angesetztem Hefeteig. Geht aber nicht immer. Und da gibt es dann durchaus ein paar Fertigpizzen die sich sehen lassen können. Die Pizza vom Gebert Stand hatte ich zweimal, aber das war wirklich nichts. Egal was da nach kommt, es kann für den Weihnachtsmarkt nur besser werden.

    Davon abgesehen verstehe ich, dass sich die Standbetreiber die nun raus sind ärgern, für viele dürfte der Verlust der Standgenehmigung auf dem Weihnachsmarkt das wirtschaftliche Aus bedeuten. Auf welcher Grundlage man sich da einklagen will ist mir aber schleierhaft, die Stände werden ja jedes Jahr neu ausgeschrieben.

    Lächerlich aber ganz klar die Begründungen die die Stadt abgegeben hat. Da macht die Stadtverwaltung ein ähnlich schlechtes Bild wie in der Brauhaus-Geschichte.
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  •   Originalteil
    (1242 Beiträge)

    23.11.2016 00:06 Uhr
    Tja,
    Filz halt. Ist ja bekannt.
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  •   NeoTiger
    (685 Beiträge)

    22.11.2016 17:52 Uhr
    Kann ich nachvollziehen
    Pizza-Buden empfand ich schon immer wie einen Fremdkörper auf dem Christkindlesmarkt. Allerdings hat der Christkindlesmarkt bislang auch wie ein Fremdkörper die bideren Weinbrenner-Architektur des Marktplatzes gewirkt, so dass man eh nicht viel mehr als einen normalen Jahrmarkt erwartet hat.

    Jetzt hat man plötzlich eine etwas romantischere Location gefunden, jetzt fängt offenbar auch der ein odere andere im Stadtrat an den Markt neu zu überdenken.
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  •   fahrbahnteiler
    (279 Beiträge)

    22.11.2016 17:41 Uhr
    Ich dachte KA ist international
    und jetzt müssen Pizza und Langos weichen, die Bratwurst bleibt. Na sowas, wo bleiben die Aufschreie?
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  •   sno
    (165 Beiträge)

    23.11.2016 13:21 Uhr
    Pizzastand nun doch da
    Laut BNN gibt es einen verkleinerten Stand der Pizzabäckerei Gebert vor dem Lokal „Alte Bank“ in der Herrenstraße. Dort hat ihm der Inhaber die Genehmigung für einen Stand gegeben. Mehr dazu steht hier: http://bnn.de/lokales/pizzabaeckerei-gebert-bekommt-asyl
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  •   Karlsruher1986
    (434 Beiträge)

    22.11.2016 17:07 Uhr
    Schade......
    ....auf die Pizza habe ich mich immer gefreut.

    Und das seit Monaten min. 25 Jahren.

    Mittlerweile schäme ich mich ein Karlsruher zu sein. Was in Berlin der Flughafen ist,ist bei uns die ganze Stadt.
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  •   sno
    (165 Beiträge)

    23.11.2016 13:29 Uhr
    Pizzastand nun doch da
    Laut BNN gibt es einen verkleinerten Stand der Pizzabäckerei Gebert vor dem Lokal „Alte Bank“ in der Herrenstraße. Dort hat ihm der Inhaber die Genehmigung für einen Stand gegeben. Mehr dazu steht hier: http://bnn.de/lokales/pizzabaeckerei-gebert-bekommt-asyl.
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  •   Ludmilla_Braun-Koot
    (85 Beiträge)

    22.11.2016 17:15 Uhr
    Die Pizza
    war jedes Jahr für mich Pflichtprogramm. Saulecker.
    Wieder ein Magnet weniger.
    Der Irrsinn nimmt in dieser Stadt kein Ende.
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