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Karlsruhe/Chabalisa Von Karlsruhe nach Tansania: Ehemalige KIT-Studenten gründen Verein für soziale Projekte in Afrika

Zwei ehemalige Studenten des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben in Tansania den Verein "Move-ING." So versorgen Felix Dörr und seine Lebensgefährtin Katharina Heide Menschen im Dorf Chabalisa mit ausreichend Wasser und bauten unter anderem eine Schule auf. Beide können sich sogar eine gemeinsame Zukunft in Afrika vorstellen.

Viele Menschen sind überzeugt, dass auf dem großen, afrikanischen Kontinent und weiteren Ländern der Erde mit Bildung, besserer medizinischer Versorgung und ertragreicher Landwirtschaft der Grundstein für ein chancengleiches und faires Miteinander auf dieser Welt gelegt werden kann.

Wasserversorgung eine wichtige Voraussetzung

Für junge Einwohner entwickelt sich so eine Perspektive, um beispielsweise in Afrika zu bleiben. "Dazu ist eine zuverlässige Wasserversorgung mit eine der wichtigsten Voraussetzung, dass die Menschen in vielen Teilen Afrikas ihren Lebensunterhalt bestreiten können und sie sich nicht zu einer Flucht in andere Regionen gezwungen sehen", sagt Felix Dörr.

Bild: Hans-Joachim Of

Der 30-jährige gebürtige Wieslocher studierte am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Bauingenieurwesen und schloss 2019 sein Masterstudium mit Schwerpunkt "Wasser" ab. "Seit meinem Abitur war ich mehrere Male für verschiedene Hilfsprojekte in Afrika", eröffnet Dörr.

Über die Karlsruher Universität hatte er unter anderem Projekte der gemeinnützigen Hochschulgruppe "Engineers Without Borders" (EWB) initiiert, die durch solarbetriebene Tiefbrunnen mehrere Dörfer in Äthiopien mit sauberem Trinkwasser versorgen.

Ehemalige KIT-Studenten gründen "Move-ING e.V."

Derzeit arbeitet er zur Hälfte in einem Ingenieurbüro in der Fächerstadt und die andere Zeit am KIT "mit dem Vorhaben, im Sommer mit einer Promotion zu beginnen." 2018 hatte Dörr zusammen mit seiner Freundin Katharina Heide den gemeinnützigen Verein "Move-ING e.V." gegründet, mit dem Ziel, ihr ehrenamtliches Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit unabhängig weiterzuführen und ihre Fachexpertise sowie ihre Projekterfahrung sinnvoll einzusetzen.

Bild: privat

Dörrs zwei Jahre jüngere Partnerin Kathi kommt ursprünglich aus Siegen und war für ihr Masterstudium in Bauingenieurwesen nach Karlsruhe gezogen. Derzeit ist sie am KIT für Straßen- und Eisenbahnwesen in Vollzeitanstellung und geht ihre Promotion an. Auch sie war seit 2010 in unterschiedlichen Projekten in Afrika ehrenamtlich tätig. "Als sie 2017 für ein Jahr als Bauingenieurin in Tansania lebte, haben wir uns dort kennen gelernt", so Dörr.

Vor vier Jahren begannen beide einen tansanischen Schwesternorden "Unlimited Love Sisters" und deren Projektidee, dem Aufbau einer Wohn- und Bildungsstätte für Kinder mit Behinderung, zu unterstützen. Sie bauten zu Beginn ein Wohnhaus für die Kinder und installierten 2018 eine Regenwasser-Aufbereitungsanlage zur Wasserversorgung des Wohnhauses.

Neue Schule eröffnete im Januar 2021

2019 kam ein großes Schulgebäude für das Zentrum für Kinder mit Behinderung hinzu. Das Ganze passiert in Chabalisa, einem kleinen Dorf im Nordwesten des fünftgrößten afrikanischen Landes, das fast eine Million Quadratkilometer Fläche aufweist und aktuell rund 60 Millionen Einwohner zählt.

Die neue Schule.
Die neue Schule. | Bild: privat

Zur Anlage gehören auch Filter- sowie eine solarbetriebene UV-Entkeimungsanlage. "Gemeinsam mit der Zisterne und einer Solarpumpe bilden sie ein zirkulierendes System, das sauberes Trinkwasser hervorbringt", informieren die Bauingenieure. "Jetzt ist endlich auch das eingetreten, worauf wir so lange hinarbeiteten. Die neu errichtete Schule in Chabalisa hat im Januar 2021 ihren Unterrichtsbetrieb mit zunächst 45 Mädchen und Jungen im Alter zwischen fünf und vierzehn Jahren, aufgenommen", freuen sich beide.

Viel Eigeninitiative der Menschen vor Ort

Dadurch bekämen benachteilige Kinder aller Konfessionen eine Chance auf Bildung, auch dank vieler Spenden aus der Region. "Uns ist es sehr wichtig, unseren Unterstützern und vor allem den vielen Privatspendern für ihr Vertrauen in uns, zu danken", heißt es. Obwohl beide viel Fachwissen und Engagement in das Projekt investierten, setzen sie, auch in Abwesenheit, großes Vertrauen in die Menschen vor Ort.

Bild: privat

"Wir wollen uns in keinster Weise aufdrängen oder Eigeninitiative untergraben, halten uns bewusst aus organisatorischen oder betrieblichen Dingen heraus", betont Dörr. Das Corona-Virus verhinderte eine geplante Reise im Frühling 2020 und auch über den Jahreswechsel 2020/2021. Dennoch gab es vor Ort dank der guten Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern viel Fortschritt.

Mittel- und langfristig hoffen sie, die Kapazitäten des Zentrums so auszubauen, dass bis zu 200 Kinder dort wohnen und zur Schule gehen können. Ihre Motivation sei ungebrochen. "Das Projekt ist im Einzugsgebiet zweier Distrikte mit rund 70.000 Einwohnern in dieser Form einzigartig", erklären die beiden Unterstützer, die mitteilen, dass sie in Zukunft langfristig in Ostafrika leben und arbeiten wollen. "Wir haben eine innige Beziehung zu den dort lebenden Menschen. Daraus ist nicht nur eine Partnerschaft, sondern eine wertvolle Freundschaft entstanden."

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  •   IchKA
    (1172 Beiträge)

    04.04.2021 20:43 Uhr
    Was für ein tolles Paar
    Nur Idealismus rettet die Welt
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Weichei
    (883 Beiträge)

    04.04.2021 18:05 Uhr
    Dieser Entschluss
    ist einfach grossartig, Ich wuensche Euch von ganzem Herzen vollen Erfolg.
    Wenn ihr in Tanzania seit besucht auch das Grab meiner Freunde Grzimek Bernhard und Grzimek Michael im Serengeti Park. Bringt Gruesse von mir. Wir hatten viele schoene Stunden.
    Ich selbst war auch fuer 7 Jahre honorary Ranger im Hluhluwe-Imfolozie in Sudafrika.
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