Der Tag von Sarina Miersch beginnt, wenn viele Menschen noch am Frühstückstisch sitzen und keinen Gedanken an das Mittag- oder Abendessen verschwenden. Um 8 Uhr startet sie an diesem Tag in ihre Schicht in einer der fünf Burger-King-Filialen in Karlsruhe.

Küche trifft auf Büroarbeit

Bevor die ersten Kunden um 10 Uhr in den Laden können, müssen Miersch und ihr Team noch einiges vorbereiten. "Zwiebeln und Tomaten schneiden, die Geräte einschalten, es ist schon einiges zu tun", beschreibt die Restaurant-Managerin.

Ihr Job besteht dabei nicht nur aus Büroarbeit, wie man vermuten könnte: "Ich mache alles, von der Küche bis zur Kasse. Und dann eben noch solche Aufgaben wie die Dienstpläne schreiben." Miersch ist für das Restaurant am Marktplatz zuständig, welches sie liebevoll "Mein Baby" nennt. Sie ist die Chefin der rund 25 Mitarbeiter der Filiale. Diese sind im Alltag dann an jeder Station im Restaurant eingesetzt, damit es nicht zu eintönig wird.

Von der Altenpflegerin zur Burger-Koordinatorin

Bis ein Mitarbeiter alle Geräteeinstellungen und Burger-Varianten beherrscht, würden etwa ein bis zwei Monate vergehen. "Die Arbeit ist wie eine Choreografie", erklärt die Restaurant-Managerin. Erst wenn alle Zahnräder ineinander greifen, könne der Hunger des Kunden schnell bedient werden.

Angefangen hat ihre Karriere beim Burgerbrater vor vielen Jahren in einer Filiale in Cottbus. "Ich habe einfach einen Job gesucht und dann dort auf 450-Euro-Basis gearbeitet." Eigentlich ist Miersch gelernte Altenpflegerin. Was ursprünglich nur eine Zwischenlösung sein sollte, hat sich dann zu einem festen Job entwickelt.

Der Familie wegen kam sie dann vor acht Jahren nach Karlsruhe, "und ich will hier nicht mehr weg, die Stadt ist viel schöner als Cottbus." Auch in der Fächerstadt hat sie sich bei dem Systemgastronomen beworben - und wurde genommen. Mittlerweile hat sie sich von einem normalen Mitarbeiter, über die Schichtleitung bis hin zur Restaurant-Managerin hochgearbeitet. Ob sie das bis zu ihrer Rente machen will? "Wenn ich ehrlich bin: ja."

Rund 800 Gäste pro Tag im Restaurant

Und das, obwohl der Job nicht immer ohne ist. "Es ist alles sehr schnell und hektisch manchmal", beschreibt sie. Aber mit der Zeit habe sie gelernt, mit dem Stress umzugehen. Gerade in der Mittagszeit zwischen 12 und 14 Uhr sowie am Abend zwischen 18 und 20 Uhr ist besonders viel los. Geschwindigkeit sei in dieser Zeit das A und O.

Dabei greifen die Mitarbeiter der Filialen auf ein Computerprogramm zurück, das sie unterstützen soll. Anhand von Erfahrungswerten sagt das System, wie viele Burger von welcher Sorte auf Vorrat produziert werden sollten, damit es möglichst schnell geht. "Von der Bestellung bis der Kunde sein Essen hat, sollten nicht mehr als zweieinhalb Minuten vergehen", sagt die Restaurant-Managerin. Bis ein Burger fertig belegt ist, würden jeweils rund vier Minuten vergehen, schätzt Miersch.

Nach dem Job wird gekocht

Zu viele Burger sollten allerdings auch nicht vorbereitet werden. Was zehn Minuten nach der Produktion nicht verkauft ist, muss weggeworfen werden. Viel sei das allerdings nicht, sondern nur im "0,0-Prozent-Bereich", so die offizielle Auskunft.

Und was schätzt Miersch vor allem an ihrer Aufgabe? "Der Kundenkontakt macht für mich den Job aus", beschreibt Miersch. Die Variante "To-Go" wählen die wenigsten, nur ein Teil lässt sich das Essen einpacken. "Einmal kam sogar ein Pärchen, die haben sich Kerzen und Besteck mitgebracht, und mit unseren Burgern ein Candle-Light-Dinner im Restaurant gemacht", erinnert sie sich.

Auch wenn der Tag noch so stressig ist: "Sobald ich das Restaurant verlasse, kann ich abschalten", erzählt Miersch. Dazu gehört für sie unter anderem das Kochen am Abend. Aber wenn es doch mal schnell gehen muss, isst sie auch mal Fastfood. Dass ihr Sohn dabei eine andere Burger-Kette bevorzugt, ist für sie nicht schlimm: "Das ist für mich auch in Ordnung", erzählt sie lachend.

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