"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" - diese Parole wird wohl auch heute wieder durch die Karlsruher Innenstadt schallen. Denn der vierte globale Klimastreik der "Fridays For Future"-Bewegung steht in den Startlöchern. Ab 12.45 Uhr wird der Demonstrationszug heute, wie schon so oft, durch die Straßen der Stadt ziehen.

Die Bewegung hat in Karlsruhe Fuß gefasst. Immer mehr Menschen schließen sich den Streiks an, mittlerweile rufen die Schüler auch die arbeitende Bevölkerung auf, sich Ihnen anzuschließen. Wie haben sich die Klimastreiks in Karlsruhe über das Jahr hinweg entwickelt? Ein Rückblick.

März 2019: Der erste globale Klimastreik

Es ist nicht der erste Streik in der Fächerstadt, aber eines ist sicher: Es ist bis zu diesem Datum der mit Abstand größte. Rund 6.500 Teilnehmer versammelten sich auf der Straße, um gegen die Klimapolitik der Bundesregierung zu demonstrieren. Die Teilnehmerzahl schlug alle Erwartungen: Die Veranstalter selbst rechneten mit lediglich 800 Teilnehmern.

Der erste globale Klimastreik im März. | Bild: Thomas Riedel

ka-news.de war damals live vor Ort. Trotz der unerwartet hohen Teilnehmerzahl sprach die Polizei im Anschluss von einem friedlichen Ablauf. Neben Schülern und Studenten war auch die ältere Generation vertreten, auch das Transparent "Omas for Future" ließ sich in der Menge erblicken.

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April 2019: Klimastreik in den Ferien

Osterferien ist Urlaubszeit - doch nicht "Fridays for Future": Die Veranstalter rechneten auch in den Schulferien mit 1.500 bis 2.000 Teilnehmern. Mittlerweile hat die Bewegung in Karlsruhe auch lokale Forderungen an die Kommunalpolitik gestellt: Sie fordern von den Gemeinderäten beispielsweise, das Kohlekraftwerk RDK7 am Rhein abzuschalten. 

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Mai 2019: Eine andere Route - Kriegsstraße ist gesperrt

Bei diesem Streik kreuzt der Demonstrationszug einer der meistbefahrenen Straßen der Karlsruhes: die Kriegsstraße. Vor dem Badischen Staatstheater sollte es losgehen - und auch der Karlsruher Schlossplatz war Teil der Route.

 

Juli 2019: Karlsruhe ruft den Klimanotstand aus

Der Gemeinderat hat mit einer relativ knappen Mehrheit, mit 26 Ja- und 21 Nein-Stimmen, den Klimanotstand ausgerufen. Das hatte "Fridays For Future" zuvor von der Stadt gefordert. Vor dem Beschluss wurde sowohl vor dem Rathaus, als auch im Sitzungssaal der Protest laut.

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Unterstützt wurde "Fridays For Future" von der Bewegung "Extinction Rebellion". Sie ketteten, während die Gemeinderäte über das Klima diskutierten, mit Stahlketten ein Banner an die Besuchertribüne im Rathaus. Daraufhin musste schweres Gerät, ein Bolzenschneider, zum Einsatz kommen, um das Transparent wieder zu entfernen.

September 2019: Dritter globale Klimastreik - ein Teilnehmerrekord

Unter dem Motto #AllefürsKlima ruft die Schülerbewegung auch die arbeitende Bevölkerung auf, sich ihrem Streik anzuschließen. Mit Erfolg: Laut der Polizei versammelten sich 11.000 Teilnehmer zur gemeinsamen Demonstration - ein neuer Rekord in Karlsruhe.

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Die großen Gewerkschaften - der deutsche Gewerkschaftsbund und Verdi - unterstützten den Aufruf und ermutigten die Arbeitnehmer, an den Streiks teilzunehmen. Der Demonstationszug war so lang, dass die Spitze den Ausgangspunkt Friedrichsplatz wieder erreichte, als die letzen Teilnehmer sich gerade erst auf den Weg machten.

Oktober 2019: Autofahrer müssen Umwege nehmen

Diesmal ist die Route kein Rundkurs wie beim vorangegangenen Streik, sondern der Weg führt die Demonstrationsteilnehmer erneut über die Kriegsstraße. Damit die viel befahrene Ost-West-Achse der Stadt kein Sicherheitsrisiko für die Schüler darstellt, wurde sie voll gesperrt. 

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November 2019: Vierter globaler Klimastreik

Am heutigen Freitag nun steht der vierte globale Streik an. Um 12 Uhr versammeln sich die Teilnehmer zu einer Kundgebung am Schlossplatz. In über 500 Städten in Deutschland sind am heutigen Tag Aktionen für den Klimaschutz geplant.

 

Danach führt die Route in einem Rundkurs einmal quer durch die Karlsruher Innenstadt.  Zahlreiche Teilnehmer zogen am Freitag durch die Innenstadt:

 

Viele Demonstrationen, viel Wirbel um das Klima: Fast ein ganzes Jahr ist "Fridays For Future" nun in Karlsruhe aktiv. "Seitdem hat sich viel in der öffentlichen Debatte verändert, aber wenig in der Politik", lautet das Fazit der Organisatoren nach der heutigen Demonstration.

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