Insgesamt beriet die Verbraucherzentrale in Karlsruhe knapp 17.000 Ratsuchende, und damit fast 3.000 mehr als im Vorjahr. Wenn die Verbraucher auf illegale Telefonwerbung oder Gewinnbenachrichtigungen hereinfallen, ist der Ablauf meist identisch.

Entweder der Überbringer der frohen Botschaft möchte gerne die persönlichen Daten bestätigt bekommen, oder fordert den Verbraucher auf, eine kostenpflichtige Nummer zurückzurufen, damit der Gewinn ausbezahlt werden kann.

"Wenn man seine Adresse und Kontonummer nicht herausgeben möchte, spielen sie meist mit dem Argument, dass sie eh bereits alles vorliegen haben", erklärt Beraterin Barbara Strobel. Die meisten Leute könnten sich dabei nicht vorstellen, wie derlei Daten in die Hände der Anrufer gekommen sind.

"In fast allen Fällen, haben die "Gewinner" irgendwann tatsächlich bei einem Gewinnspiel mitgemacht - und wenn es vor zehn Jahren war", erzählt sie. Diese Daten würden dann gespeichert und natürlich auch weiter verkauft.

Die Firmen geben sich vertrauenserweckende Namen wie "Dr. Schneider + König", die dem Gewinner eine seriöse Firma vorgaukeln sollen. Wer auf das Angebot einsteigt, erhält meist ein Bestätigungsschreiben. "Manchmal buchen die Unternehmen aber auch einfach vom Konto ab", warnt Strobel.

Den Abzockern drohen hohe Bußgelder

Wer ein Schreiben mit Adresse in Händen hält und bereits misstrauisch geworden ist, kann sich glücklich schätzen: Denn damit kann die Verbraucherzentrale die Firmen abmahnen. Bis zu 50.000 Euro Bußgeld kann dabei auf diese zukommen. Für eine unterdrückte Telefonnummer kassieren die Behörden bis zu 10.000 Euro, denn das ist seit einer Gesetzesänderung im letzten August verboten. Aber selbst dies schreckt unseriöse Firmen nicht ab.

Auch Werbeanrufe sind gesetzeswidrig. "Leider hat sich das im August 2009 in Kraft getretene Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung als Papiertiger entpuppt", da sind sich die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale einig. Immer wieder bedrängen Unternehmen Verbraucher mit Geldforderungen aus Verträgen, denen diese angeblich telefonisch zugestimmt haben. In etwa 95 Prozent der Fälle kann die Beratungsstelle jedoch helfen, Verträge und Geld zu widerrufen.

Internetabzocke: "Dagegen kommen wir kaum an"

Auch im Internet zocken unseriöse Anbieter nach wie vor mit Angeboten ab, die auf den ersten Blick kostenlos erscheinen."Dagegen kommen wir kaum an", bedauert Barbara Strobel. Oft würden beispielsweise Kosten für einen angeblich stattgefundenen Software-Download oder für Freeware in Rechnung gestellt.

"Hier können wir nur raten, niemals bereitwillig zu zahlen", so Strobel. Leider treffe es gerade im Internet auch viele Minderjährige und allgemein jüngere Leute, während über Telefon eine breit gemischte Gruppe in die Beratungsstelle komme.

Bei der Verbraucherzentrale Karlsruhe sitzt auch die Unabhängige Patientenberatung, die vor allem einen Schwerpunkt bei Zahnarzt-Anfragen hat. Kostenvoranschläge können dort überprüft oder gegenübergestellt werden. Seit fast zehn Jahren läuft dies als Modellprojekt, Ende 2010 muss die Politik über eine Fortsetzung entscheiden.