Fast 20 Jahre lang zierte eine Betonskulptur in Form eines gen Himmel blickenden kleinen Mannes die Kreuzung in der Weststadt. Das "Männle" oder auch das "Männlein", wie es von einigen Anwohnern genannt wurde, wurde 1998/99 von einem privaten Künstler aufgestellt. Viele Jahre galt die Figur als Treffpunkt für Verabredungen in dem Karlsruher Stadtteil.

Das endete, als Unbekannte die Figur beschmierten und im wörtlichen Sinne einen Kopf kürzer machten. Die Suche nach dem Kopf des "Männle" blieb erfolglos. Kurz darauf sah sich die Stadt gezwungen, die massiv beschädigte Skulptur zu entfernen. Das Tiefbauamt transportierte das "Männle" daraufhin zum Vater des Künstlers, der die Figur einst aufgestellt hatte. 

"Männle" bräuchte eine Ganzkörper-Reparatur 

Auf Anfrage von ka-news schließt die Stadt nicht aus, dass das "Männle" grundsätzlich an seinen Platz zurückkehren könnte. Die Stadt hatte die Figur entfernt, da der Künstler unbekannt war - inzwischen gab es aber Kontakt. Das städtische Kulturbüro hatte nach Aussage der Stadt beim Transport der Figur signalisiert, dass man bei der Wiederaufstellung gerne behilflich sei, sofern sich die Skulptur reparieren lasse.

Und genau hier liegt das Problem. Im Gespräch mit ka-news zeigt sich der Vater des Künstlers, der anonym bleiben möchte, wenig optimistisch, dass die Figur noch gerettet werden kann. "Das 'Männle' ist komplett beschädigt. Es fehlt nicht nur der Kopf, sondern es wurde mit großer Gewalt auf die gesamte Figur eingewirkt", erklärt er. Aus diesem Grund habe seine Familie damals auch Anzeige erstattet - bislang ohne Ergebnisse. 

Da der Kopf bislang noch immer nicht aufgetaucht ist und die gesamte Figur repariert werden müsste, sieht der Vater des Künstlers aktuell nur wenig Chance für eine Rückkehr. "Ich gehe davon aus, dass eine Reparatur eher nicht in Betracht kommt", stellt er klar. Aktuell sei daher auch nichts in diese Richtung vorgesehen. Nach Angaben der Stadt ist eine derartige Beschädigung von Skulpturen im öffentlichen Raum eher ungewöhnlich. Die häufigsten Schäden an Kunstwerken entstünden durch Graffiti. 

Ein Bild aus besseren Tagen: das "Männle" in der Karlsruher Weststadt.
So sah das "Männle" vor dem Vandalismus in der Weststadt aus. | Bild: ka-Reporter Christian Stoy