Die Probleme, denen ein Verteidigungsminister gegenübersteht, könnte der bisher glücklose Franz-Josef Jung nur zu gut benennen: Ein Krieg in Afghanistan, der aussichtslos scheint, die sich rapide verschlechternde Sicherheitslage in den umkämpften Gebieten und die zunehmende Bedrohung der deutschen Einsatzkräfte. Hinzu kommt noch die mangelnde Unterstützung der heimischen Bevölkerung für den Einsatz am Hindukusch.

Ob zu Guttenberg diesen Herausforderungen gewachsen ist, kann aller Voraussicht nach in den kommenden vier Jahren verfolgt werden. Fraglich ist nur, wie der beliebte Polit-Star sein positives Image angesichts der anspruchsvollen Aufgabe bewahren kann. Denn die Erfahrung lehrt, dass ein Verteidigungsminister die Gunst der Wähler auf eine harte Bewährungsprobe stellt, sofern er nicht das Glück hat, sich hinter Unauffälligkeit zu verbergen.

Dies jedoch scheint bei zu Guttenberg nicht vorstellbar, da kaum ein anderer Politiker derart rasant und wohlwollend in den Mittelpunkt des Medieninteresses gerückt wurde. Wäre es für den Franken am Ende vielleicht besser gewesen, ein anderes Ministeramt anzustreben? Passt das Verteidigungsressort überhaupt zu einem so jungen und vergleichsweise unerfahrenen Spitzenpolitiker? Hätte eine zweite Amtszeit als Wirtschaftsminister der Karriere des 37-Jährigen besser getan? Verraten Sie es uns in unserer heutigen Umfrage.