Die von Fenrich hervor gehobene Bedeutung von Stuttgart 21 für den transeuropäischen Zugverkehr will die Gemeinderatsfraktion der Grünen nicht gelten lassen: Für die Strecke Amsterdam-Genua seien die Schweizer gerade dabei, massiv die Alpendurchquerung auszubauen. Daher müsste die Rheintalbahn vierspurig erweitert werden, um den erwarteten Verkehr aufzunehmen. "Genau dafür fehlt aber das Geld, das in Stuttgart vergraben wird", mahnt der verkehrspolitische Sprecher der Karlsruher Grünen-Fraktion, Johannes Honné.

Vor allem werde aber der Regionalverkehr im ganzen Land und damit auch in der Region Karlsruhe weniger Geld erhalten, weil auch Mittel des Regionalverkehrs in den Umbau gesteckt würden. Auch dass das Land keinen Zuschuss zur Neubeschaffung von Karlsruher Straßenbahnen mehr gibt, sei eine direkte Folge von Stuttgart 21. "Geld kann eben nur einmal ausgegeben werden", so Honné.

Zu Fenrichs Äußerung, wonach alle Fakten zu Stuttgart 21 schon immer bekannt gewesen seien, verweisen die Grünen auf die inzwischen bekannt gewordene "Fast-Verdoppelung" der geschätzten Kosten. Auch die inzwischen aufgetauchten kritischen Gutachten seien damals geheim gehalten worden, klagen die Grünen. "Stuttgart 21 schadet Karlsruhe", so das Fazit der Partei.

"Fenrich kommt jetzt mit haargenau den gleichen Parolen daher, mit denen er bis vor wenigen Monaten auch die U-Strab-Gegner beschimpft hat", wettert Tina Bauer stellvertretend für das Bündnis "Stoppt das Millionengrab". Die Argumente der Gegenseite würden pauschal als Halbwahrheiten vom Tisch gefegt.

Dass Fenrich den Regierungsverantwortlichen in Stuttgart jetzt empfehle, seinem Vorbild in Sachen U-Strab zu folgen und die lautstarken Proteste einfach zu überhören, zeige, wie weit sich der Karlsruher OB von der Bevölkerung und deren Sorgen entfernt habe. Dem Karlsruher OB und der Landesregierung gehe es mehr um die Demonstration von Macht und Stärke, als um die beste Lösung für die Menschen, so die U-Strab-Gegner, so Bauer.

 
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