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Karlsruhe Shuttleservice: Turmberg soll besseren ÖPNV-Anschluss bekommen

Im Juli eröffnete die neue Turmbergterrasse: Von der baufälligen Abriss-Plattform soll sie zum neuen Veranstaltungsort werden. Damit das auch gelingt, fordert die Durlacher SPD-Fraktion eine bessere Shuttleverbindung von der Straßenbahnhaltestelle Endstation bis zur Talstation der Turmbergbahn. Aktuell verkehrt lediglich ein Kleinbus an Sonn- und Feiertagen zwischen den beiden Stationen.

Aktuell verkehrt zwischen den Haltestellen Durlach Turmberg und Turmberg Talstation an Sonn- und Feiertagen stündlich die Linie 29 mit einem Kleinbus zwischen 10 und 20 Uhr, in Wintermonaten bis 18 Uhr. Die Betriebszeiten orientieren sich an den allgemeinen Betriebszeiten der Turmbergbahn. Gerade bei Großveranstaltungen wie "Klassik am Turm" oder "klingender Turmberg" nicht genug, findet die SPD.

Die neue Verbindung soll "zumindest an Tagen mit größeren Veranstaltungen auf dem Turmberg eingerichtet werden", fordert die SPD-Fraktion in einem aktuellen Antrag an den Durlacher Ortschaftsrat. Seit der Eröffnung habe sich die neue Turmbergterrasse in kürzester Zeit zum Besuchermagneten entwickelt; die Zahl der Besucher habe sich vervielfacht.

Zusatzkosten: Zwischen 50 und 500 Euro

"Damit werden auch erneut Forderungen bezüglich einer Verlängerung der Turmbergbahn laut", so die Sozialdemokraten, "ganz besonders und auch verständlicherweise aus den Reihen derer, die nicht so gut zu Fuß sind." Aus Kostengründen sei eine solche Maßnahme in der Vergangenheit stets abgelehnt worden, nun fordert man "jedoch zumindest eine Alternative."

Kein Problem, lautet die Stellungnahme der Stadtverwaltung: "Eine Ausweitung der Linienleistung an weiteren Tagen (Montag bis Samstag) ist bei Veranstaltungen auf der Turmbergterrasse möglich." Einziger Haken, wenig überraschend, die Kosten: Je nach Fahrzeugtyp und Einsatzdauer müssen zwischen 50 und 500 Euro für zusätzliche Busse oder Taxen hingelegt werden. Diese könnte ein Sponsor übernehmen - so zumindest der SPD-Vorschlag.

Linienbus, Kleinbus oder Linientaxi

Die Stadtverwaltung stellt aber auch klar: Montags bis samstags besteht keine Möglichkeit, regulär weitere Fahrten auf der Linie 29 anzubieten, "da hier die einzelnen Wendezeiten zu gering sind, um diese Streckenrelation zu bedienen". Soll heißen: Seit 2010 ist die Linie 29 an Sonn- und Feiertagen im Stundentakt kostenneutral, da hierfür die sechsminütige Fahrt die vorhandene Wendezeiten der Busse der Linien 21 und 23 an der Haltestelle Durlach Turmberg genutzt wurden.

Möglich wäre der Einsatz eines Standardlinienbusses (75 Euro/Stunde plus Mehrwertsteuer, Einsatzzeit: mindestens drei Stunden), der Einsatz eines Kleinbusses (45 Euro/Stunde plus Mehrwertsteuer, Einsatzzeit: mindestens drei Stunden), der Einsatz eines Linientaxis (35 Euro/Stunde plus Mehrwertsteuer, keine Mindesteinsatzzeit) oder die Benutzung eines Anruf-Linientaxis (10 Euro pro Fahrt).

Grundsätzlich weist die Stadt in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass alle zusätzlichen Angebote frühzeitig mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) abgestimmt werden sollten. Sollte man sich für den Einsatz von Bussen entscheiden, ist eine Vorlaufzeit von sechs bis acht Wochen erforderlich, damit die VBK die entsprechenden Fahrzeuge bereitstellen können.

Die neue Shuttleverbindung wird am kommenden Mittwoch, 16. September, im Durlacher Ortschaftsrat behandelt werden. Hier geht's zu den Sitzungsunterlagen.

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Turmbergbahn in Durlach: Sie wurde 1888 eröffnet und ist damit die älteste Standseilbahn Deutschlands: Die Turmbergbahn. Sie überwindet auf einer Strecke von 315 Metern rund 100 Höhenmeter von Durlach auf den Turmberg. Bald steht allerdings ein großer Umbau bevor.
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Kommentare (29)
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  •   Laetschebachschorsch
    (3168 Beiträge)

    16.09.2015 06:59 Uhr
    ps:
    wegen der Terrasse: Ist Karlsruhe Mitglied im Gemeindeunfallversicherungsverband und was sagt der zu dem bewusst weg gelassenen Geländer? Muss da erst ein Unfall geschehen?
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  •   dipfele
    (5826 Beiträge)

    16.09.2015 15:30 Uhr
    das fehlende Geländer....
    ... ist eine ästhetische Angelegenheit der Planer und wurde lt. BNN mit der Versicherung so abgesprochen. Aber bei Gedränge kann schon mal jemand abstürzen. Thema ist aber die Verlängerung der TBB, die seit 1913 geplant ist. Bis 2019 muss die TBB generalsaniert werden, da bietet sich doch die Verlängerung geradezu an. Der Busshuttle ist schon jetzt unzulänglich und wird es auch in Zukunft sein.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11989 Beiträge)

    16.09.2015 07:55 Uhr
    die armen
    Reben sind in Gefahr zerdrückt zu werden !!!

    grinsen
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  •   Laetschebachschorsch
    (3168 Beiträge)

    16.09.2015 14:07 Uhr
    genau
    Nur diese Denkweise kann die Stadtverwaltung auch haben. Um mögliche Körperverletzungen und Regressansprüche braucht man sich ja nicht kümmern, da das ohnehin der Bürger zahlt
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  •   Laetschebachschorsch
    (3168 Beiträge)

    16.09.2015 06:56 Uhr
    Turmberg - Terrasse - Bergbahn
    Als Sofortmaßnahme sollte erst einmal das Geländer auf der unteren Plattform vervollständigt werden (ungesichert mit 2 m Absturzgefahr auf Weinrebenanpflanzung). Würde so etwas eine Privatperson dem öffentlichen Verkehr frei geben, wäre der Laden schon dicht. Auf jeder Baustelle ist so etwas verboten. Und die Bergbahn? Da wurde bei der Modernisierung vor Jahren ja auch nicht der Denkmalschutz beachtet. Die machen ja eh was sie wollen, aber die Buchstaben "Durlach" am Berg wegen Bauschutz, Denkmalschutz und Naturschutz beanstanden. Aber der Regent ist halt nach Karlsruhe gezogen und zeigt das seinem Volk deutlich. traurig
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  •   Kartoffelsalat
    (534 Beiträge)

    16.09.2015 00:57 Uhr
    TBB
    In den KVV-Tarif integrieren!
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  •   Kartoffelsalat
    (534 Beiträge)

    16.09.2015 01:43 Uhr
    TBB
    Im Moment braucht man eine Fahrkarte für den Bus und noch eine andere für die Turmbergbahn.
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  •   mueck
    (11748 Beiträge)

    15.09.2015 19:03 Uhr
    !
    Wenn ich nicht irre, muss in relativ naher Zukunft größer in die Technik der Turmbergbahn investiert werden. Dabei könnte man

    - entweder diese als Standseilbahn verlängern, was aber technisch wegen Neigungswechsel und Lage der Abtschen Ausweiche nicht ganz trivial wäre

    - oder auf Zahnrad umstellen und verlängern, geschickt gemacht könnte man sie sogar über die Straßenbahngleise durch ganz Durlach fahren lassen. Dann wäre sie als normales Angebot des Nahverkehrs in den KVV-Tarif integrierbar.

    PS: Hallu... äh... Visonen müssen doch auch mal möglich sein! zwinkern
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  •   dipfele
    (5826 Beiträge)

    16.09.2015 15:13 Uhr
    nicht nur der Fenrich....
    .... darf Visionen haben. Die Verlängerung ist schon seit 1913 geplant und technisch realisierbar. Der Ludwig hat das ja auch schon probiert anfangs der 1990er Jahre. Anwohner hatten damals lautstrak protestiert, weil die Bahn zu LAUT wäre, und die Fahrgäste in die Schlafzimmerfenster schauen könnten.....
    Die Turmbergbahn hat gewisse Sicherheitsmängel und muss bis 2019 generalüberholt werden. Da bietet sich die 200 m Verlängerung an.
    Für Zahnradbahn mit 30%o dürfte die Strecke zu steil sein. Die gehen maximal bis 25%o. Der Busshuttle wird kaum angenommen und mit einen Standartbus da hochzufahren ist umständlich. Schon jetzt wird der Bus nicht genutzt, weil keine Koordination zwischen bahn und Bus.
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  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    17.09.2015 17:47 Uhr
    Promille oder Prozent?
    Bei mehr als 25% fängt es an spannend zu werden - aber 25%o sind für eine Zahnradbahn gar nix.
    Schließlich schaffen Eisenbahnen im Adhäsionsbetrieb vor der Haustür schon 55 %o und die "Zacke" in St***g*** 175 %o.
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