Rastatt Tunnel-Panne in Rastatt: So läuft der Verkehr nach den Sommerferien

Seit 30 Tagen fahren auf der Rheintalbahn-Strecke keine Züge mehr. Auch in den kommenden vier Wochen werden Fahrgäste auf Alternativen ausweichen müssen. Gleichzeitig steht der Beginn des neuen Schuljahrs vor der Tür. Wie diese Herausforderung gemeistert werden soll, erklärte die Deutsche Bahn am Mittwochabend.

Spätestens am 11. September kommt der Schüler- und Pendlerverkehr mit dem Ende der Sommerferien in Baden-Württemberg wieder ins Rollen. Allerdings nicht auf der Strecke der Rheintalbahn: Hier rollen vor dem 7. Oktober keine Züge mehr. Der Grund: Nach der Panne beim Rastatter Tunnelbau und der daraus resultierenden Absenkung der Gleise am 12. August bleibt die Strecke noch mindestens einen Monat gesperrt.

Doch wie können die Schüler und Pendler trotz der Tunnel-Havarie pünktlich an ihr Ziel kommen? In einer Informationsveranstaltung stellten die Landkreisverwaltung Rastatt und die Deutschen Bahn AG am Mittwochabend im Landratsamt Rastatt, ihre Lösungen für die kommenden vier Wochen vor.

Deutsche Bahn hält weiter an Eröffnung im Oktober fest

Zunächst gab es einen Überblick über den aktuellen Stand der Bauarbeiten: An der östlichen Tunnelröhre sind seit Mittwoch die Arbeiten an der Betonplatte abgeschlossen. Philipp Langefeld, Projektleiter der Neubaustrecke Karlsruhe-Basel, erklärt, dass man nun die Aushärtung abwarten müsse und danach der Gleis- und Oberleitungsbau erfolge. Auch die unbeschädigte, westliche Tunnelröhre soll eine zusätzliche Betonplatte bekommen. 

"Wir ziehen als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung, sozusagen, einen 'doppelten Boden' ein - auch wenn wir nicht erwarten, dass in der westlichen Tunnelröhre das passieren wird was in der östlichen Röhre passiert ist", so Langefeld. Für diese, rein präventive Maßnahme, werden nun die Gleise abgebaut und die Oberleitungen abgehängt. Trotz diesen Sicherheitsvorkehrungen halten die Verantwortlichen an einer Inbetriebnahme beider Gleise zum 7. Oktober fest.

2.500 zusätzliche Fahrgäste ab Montag

"Der 12. August war ein großer Rückschlag für uns", sagt Sven Hantel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn Baden-Württemberg. "Doch das Ferienende steht nun vor der Tür, was eine gewaltige Herausforderung für uns ist", so Hantel weiter. Mit 2.000 bis 2.500 zusätzlichen Schülern und Pendlern pro Tag rechnet Manfred Hovenjürgen von DB-Regio-Bus. Auch sein Kollege Philippe Düsel erkennt, dass sich das Bild an Schultagen ändern wird: "Wir haben hier andere Verkehrsspitzen. Die Anzahl der Fahrgäste wird ab Montag zwischen 6 und 8 Uhr sowie zwischen 15 und 18 Uhr deutlich höher sein als bisher."

Konkret sieht das Zugangebot und der SEV der Deutschen Bahn, der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und Südwestbus, auf der Strecke Karlsruhe-Rastatt–Baden-Baden–Offenburg, mit Blick auf die höheren Fahrgastzahlen, folgendermaßen aus:

Buskapazitäten werden entsprechend angepasst

Besonderes Augenmerk möchten die Verantwortlichen auf die unterbrochenen Pendlerrelationen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) legen. Da erfahrungsgemäß eine hohe Zahl an Schülern und Pendlern in den Stadtbahnzügen und in den Schwarzwaldbahn-Zügen unterwegs sei.

"Für diese Verbindungen wurden die Buskapazitäten entsprechend angepasst. In Spitzenzeiten sind bis zu 23 Busse im Einsatz - bislang waren es 19. Davon sind die meisten Gelenkbusse mit besonders großem Platzangebot", informiert Hovenjürgen. Eine Mitnahme von Fahrrädern in den Bussen ist nicht möglich.

Neues Fahrplankonzept Karlsruhe-Rastatt

Für den Fernverkehr zwischen Karlsruhe und Rastatt besteht ein stündliches Angebot mit Fernverkehrszügen. Zum Teil müssen Reisende aus/in Richtung Norden in Karlsruhe Hauptbahnhof umsteigen. Kunden mit Nahverkehrsfahrscheinen können die Fernverkehrszüge zwischen Karlsruhe und Rastatt ohne Aufpreis nutzen.

Beim Regional- und Stadtbahnverkehr verkehren die Züge der Schwarzwaldbahn, ergänzend zum bisherigen Angebot, ab Montag, zwischen 12 Uhr und 18 Uhr wieder im bekannten 30-Minuten-Takt (montags bis freitags). Die Stadtbahnen fahren mit den bekannten Linien S 8/S 81 (Murgtalbahn) und S 7/S 71 (nur im Abschnitt Karlsruhe–Rastatt) das komplette Angebot mit zwei bis vier Zügen pro Stunde.

SEV zwischen Rastatt und Baden-Baden angepasst 

Der Schienenersatzverkehr mit Bussen (SEV) verkehrt ab Rastatt und Baden-Baden abgestimmt auf die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Züge zwischen den beiden Bahnhöfen. Hierbei werden auch die Anschlüsse aus verspäteten Zügen aufgenommen und die Kapazitäten flexibel an das Reisendenaufkommen angepasst. Die Bedienung von Haueneberstein erfolgt ausschließlich durch die BBL-Buslinien 216 nach Baden-Baden und die Linie 243 nach Kuppenheim mit S-Bahn-Anschluss nach Rastatt.

Bahnhof Rastatt – Abfahrten der Busse | Bild: AVG

Fahrplankonzept Baden-Baden-Offenburg (Konstanz, Freiburg/Basel)

Der Fernverkehr zwischen Baden-Baden und Basel SBB läuft mit IC-Züge im Einstundentakt. Kunden mit Nahverkehrsfahrscheinen können diese Züge ohne Aufpreis zwischen Baden-Baden und Offenburg benutzen.

Beim Regional- und Stadtbahnverkehr fahren die Züge der Schwarzwaldbahn, ergänzend zum bisherigen Angebot, ab Montag, zwischen 12 Uhr und 18 Uhr wieder im bekannten 30-Min-Takt (montags bis freitags). Die Stadtbahnen verkehren zwischen Baden-Baden und Achern nach regulärem Fahrplanangebot, jedoch nur in Einfachtraktion.

Längerer Anfahrtsweg für Schüler

Die Linien der VERA fahren unverändert. Der Schienenersatzverkehr zwischen Rastatt und Baden-Baden benutzt den bisherigen Taxisteig direkt vor dem Bahnhofsgebäude und den Bussteig 1, der bisher von der Innenstadtlinie 239 und der Linie 241 in Fahrtrichtung August-Renner-Realschule bedient wurde. Die Innenstadtlinie 239 fährt jetzt am Bussteig 5 und die Linie 241 am Bussteig 4 ab.

Die Beförderung der Schüler in die weiterführenden Schulen in Rastatt erfolgt wie bisher über die Bussteige 2, 3, 4 und 5. Alle Stadtbuslinien und die Regionalbuslinien fahren nach dem gültigen Fahrplan. Schüler, die aus oder in Richtung Baden-Baden fahren, müssen einen längeren Anfahrtsweg und eine entsprechend frühere Anreise einplanen. Weitere Informationen zu den Schulbus-Linien unter www.vera-rastatt.de (Link führt auf externe Seite). 

Zusätzliche Mitarbeiter und Kulanzmaßnahmen

Sowohl am Bahnhof Baden-Baden als auch am Bahnhof Rastatt stehen den Reisenden zusätzliche Mitarbeiter der Deutschen Bahn und der AVG sowie der VERA (in Rastatt) zur Seite. Die Bahn empfiehlt mobilitätseingeschränkten Fahrgästen, deren Reise über den gesperrten Streckenabschnitt führt, sich unbedingt vor Fahrtantritt an die Mobilitätszentrale zu wenden. Die DB Mobilitäts-Servicezentrale ist erreichbar unter Telefon 0180/ 6 512 512 oder per E-Mail (msz@deutschebahn.com).

Um die Auswirkungen für die Kunden zu mildern, hat sich der Personenverkehr der Deutschen Bahn zusammen mit dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) zu zusätzlichen Kulanzmaßnahmen entschieden. So erhalten die Abonnenten von Zeitkarten im Nah- und Fernverkehr für die Dauer der Sperrung eine 50-prozentige Entschädigung.

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Baustelle Rastatter Tunnel: Die Deutsche Bahn will die Strecke Karlsruhe-Basel ausbauen. Eine wichtige Maßnahme: der Bau eines neues Eisenbahntunnels in Rastatt. Alle Informationen zum Bauvorhaben, dem Fortschritt und den Auswirkungen für den Bahnverkehr finden Sie in unserem Dossier.
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