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Karlsruhe Sperrung am "Rastatter Tunnel": Ursachen-Suche bei der Bahn läuft

Nach einer Gleisabsenkung über dem neuen Rastatter Tunnel läuft bei der Deutschen Bahn (DB) die Suche nach der Ursache. Wie die Bahn in einer Pressemeldung erklärt, sind derzeit mehrere hundert Mitarbeiter der Bahn im Einsatz. Sie sollen die Schäden im Rastatter Tunnel ermitteln.

Die Deutsche Bahn hat nach eigener Aussage das Wochenende zur Sichtung der Schäden genutzt und erstellt derzeit ein Konzept zur schnellstmöglichen Instandsetzung der Strecke. "Zunächst muss die Tunnelröhre unter dem betroffenen Streckenabschnitt stabilisiert werden", heißt es in einer Mitteilung an die Presse. Am morgigen Dienstag will die DB dann über den anvisierten Zeitplan für die Reparaturen und zu den Umleitungskonzepten für den Güterverkehr informieren. 

Bahn-Pendler müssen bis auf Weiteres auf Umleitungen und längere Fahrtzeiten einstellen. Die Deutsche Bahn geht nach wie vor davon aus, dass die Strecke zwischen Rastatt und Baden-Baden bis zum 26. August gesperrt bleiben muss. Von den Einschränkungen betroffen sind damit die Bahnverkehre nach Süden via Basel und nach Norden via Karlsruhe. Seit Montag stehen Ersatzbusse zur Verfügung, die im Sechs-Minuten-Takt im direkten Anschlussverkehr von 5.15 bis 0.15 Uhr unterwegs sind. Dieser Ersatzfahrplan ist nach Ansicht der DB "stabil verlaufen". 

Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte die Bahn für ihr Krisenmanagement am Wochenende scharf kritisiert. Die Bahn hat nicht professionell über den Vorgang informiert", sagte Karl-Peter Naumann, Sprecher des Bundesverbandes in Berlin, am Montag. Die Bahn habe ihre "Kunden weitgehend im Regen stehen lassen", so der Vorwurf des Verbands. 

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Baustelle Rastatter Tunnel: Die Deutsche Bahn will die Strecke Karlsruhe-Basel ausbauen. Eine wichtige Maßnahme: der Bau eines neues Eisenbahntunnels in Rastatt. Alle Informationen zum Bauvorhaben, dem Fortschritt und den Auswirkungen für den Bahnverkehr finden Sie in unserem Dossier.
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Kommentare (6)
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  •   haku
    (3813 Beiträge)

    15.08.2017 09:40 Uhr
    Es gab natürlich Risikoabschätzungen
    Und es gibt natürlich immer die Möglichkeit, das was schief geht. Sonst hätte man ja auch nicht die ganze Laservermessungsanlage aufgebaut.
    Was meiner Meinung nach schlimmer ist, ist das die Bahn anscheinend keinen Plan B für den Fall des Falles in der Tasche hatte oder zumindest den kritischen Teil zeitlich so einplant, das Ausweichstrecken nicht auch gerade gesperrt sind. Wobei solche Aktionen natürlich einen großen zeitlichen Vorlauf haben und nur schwer aufeinander abstimmbar sind.
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  •   jensacker
    (1 Beiträge)

    24.08.2017 08:17 Uhr
    Ein Risiko ist immer mit dabei.
    Beim Berliner Hauptbahnhof hatte man ein anderes Problem gehabt. Damals war ich in der Produktion der Tunnelröhren als Arbeiter beschäftigt und auch mit den Qualitätskontrollen. In Berlin hatte man extra die Spree umgeleitet und die Bahn hat es geschafft, damals, die Spree an zu bohren. In Berlin wird weiter so gearbeitet, aber jetzt etwas vorsichtiger. Man hat die U55 geschaffen als Probe, die Berliner Verkehrsbetriebe, und man bindet und baut die jetzt weiter aus zur U5. Die sollte auch bald fertig werden. Aber Berlin besteht auch nur aus Sand und Kies und die Spree, also bohrt man etwas vorsichtiger. Natürlich wird das Projekt auch erst 2 Jahre später fertig.
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  •   BMWFahrer
    (47 Beiträge)

    14.08.2017 19:23 Uhr
    Ursachen
    sind Selbstüberschätzung der Ingenieure und Sparwut der Betriebswirtschaftler.

    Bei nur 5 Meter Überdeckung im sandigen Boden unter der meistbefahrenen Bahnstrecke Deutschlands hindurchzubohren, ist grenzenloser Leichtsinn.

    Haarscharf an einer Katastrophe vorbei, was da noch alles hätte passieren können...
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  •   andip
    (8304 Beiträge)

    15.08.2017 12:03 Uhr
    Deswegen hat man
    den Boden auch eingefroren, eben damit nichts absacken kann.
    Ist aber eine neue Methode, die wohl nicht funktionierte.
    Und ob dieses Einfrieren nun billiger ist als andere Methoden?
    BTW, welche Sicherungsmethode hättest du denn genommen?
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  •   Makamabesi
    (2941 Beiträge)

    15.08.2017 12:44 Uhr
    Sogenannten
    Gefrierschachtbau gibt es schon sehr lange:
    Zitat von W. Ständer Eine bedeutende Anwendung der Kältetechnik stellt im Bauwesen das Gefrierverfahren dar. Es wurde von Poetsch im Jahr 1883 erfunden und bereits ein Jahr später zum erstenmal praktisch erprobt. Die Anregung zu seiner Erfindung erhielt er durch seine Tätigkeit als Markscheider beim Schachtbau. Hier hatte man oft ohne Erfolg versucht, mit den verschiedensten Methoden (z. B. Grundwasserabsenkung) Schwimmsandschichten zu durchfahren. Der Patentanspruch von Poetsch enthält die wesentlichen Merkmale des Verfahrens und lautet folgender-maßen1:
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  •   jan
    (37 Beiträge)

    15.08.2017 11:36 Uhr
    Ursachen sind Selbstüberschätzung
    Hallo BMWFahrer,

    intressant. Ich kenne mich mit Tunnelbauten überhaupt nicht aus. Können Sie mir erklären, wieso es so ein "grenzenloser Leichtsinn" ist? Sie haben da offensichtlich Fachwissen. Wie viel Überdeckung hätte es denn gebraucht, damit das stabil bleibt? Hätte man auf einer weniger befahrenen Bahnstrecke auch weniger tief bohren können?

    Lassen Sie mich von Ihrem Wissen profitieren.

    Vielen Dank.

    Jan
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