Die unkorrekten Ranglisten führten dazu, dass Abiturienten mit einem schlechteren Notendurchschnitt besser eingestuft wurden. Dadurch erhielten etwa 170 Bewerber irrtümlicherweise eine Zulassung - viele eigentliche Anwärter gingen dafür leer aus. Betroffen von der Panne sind die Bachelorstudiengänge Architektur und Biologie, nicht jedoch das Fach Elektrotechnik, wie eine Pressesprecherin des KIT gegenüber ka-news bestätigte.

Um diesen Fehler wieder auszugleichen, hat das KIT hat nach eigenen Angaben nun seine Kapazitäten erweitert. Alle bisher verschickten Zulassungsbescheide sind rechtsverbindlich und bleiben bestehen, außerdem bekommen die ursprünglich Zulassungsberechtigten ebenfalls einen Studienplatz. "So sind in Biologie bereits alle berechtigten Bewerber auch zugelassen. Die Studienqualität ist trotz dieser Erweiterung sichergestellt", verspricht die Sprecherin. In der Architektur erhielten spätestens im Nachrückverfahren alle zunächst zu Unrecht nicht zugelassenen Bewerber ihren Bescheid.

Bewerberflut in diesem Jahr nur die Spitze des Eisbergs

Auch für das KIT kam die Panne zu einem äußerst angespannten Zeitpunkt: Die Hochschule hat wegen des Wegfalls von Wehrpflicht und Zivildienst sowieso schon mit dem Anstieg der Bewerberzahlen zu kämpfen. Da die Bewerbungsfrist für zulassungsfreie Studiengänge noch bis zum 30. September läuft, kann die Hochschule allerdings momentan keine endgültigen Zahlen nennen. Anders sieht es bei den zulassungsbeschränkten Studiengängen aus: "Zum Wintersemester 2011/12 gab es dort 11.378 Bewerbungen - 2.895 und somit 34 Prozent mehr als im Jahr davor", so die Pressesprecherin des KIT.

Nächstes Jahr dürfte die Lage noch deutlich angespannter sein: Gleich zwei Abiturjahrgänge werden dann aus der Schule entlassen, die sich zum Wintersemester 2012/13 alle auf einmal an den Hochschulen bewerben.

Es könnte eng werden in Karlsruher Hörsälen

Das Aufbauprogramm "Hochschule 2012" des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hat deshalb am KIT seit dem Wintersemester 2007/08 zu einem Aufbau von 455 neuen Studienanfängerplätzen geführt. Zum neuen Semester stellt das KIT etwa weitere 250 Plätze zur Verfügung. Zusätzliche 140 Plätze sollen bis zum Sommersemester 2017 die steigenden Studierendenzahlen auffangen. Ab dem Wintersemester 2012/13 entstehen nochmals etwa 110 Plätze, wodurch insgesamt am KIT bis zu diesem Zeitpunkt 955 neue Studienplätze geschaffen werden, heißt es in einer Stellungnahme des KIT.

Derzeit seien die räumlichen Kapazitäten am KIT allerdings voll belegt, erklärt die Pressesprecherin. "Absehbar ist, dass in den kommenden Jahren bei einem weiteren Anstieg der Studierendenzahlen große Hörsäle für die Lehre fehlen werden." Auch im Hinblick darauf arbeite das KIT eng mit dem Land zusammen, um gemeinsame Lösungen zu finden. So werde auf dem Campus im Rahmen der Ausbauplanung 2012 ein weiteres Gebäude entstehen, das für die Lehre genutzt werden soll - die Qualität der Lehre soll weiter auf hohem Niveau gehalten werden. Hierzu werde das KIT auch die Einbindung von Mitarbeitern des ehemaligen Forschungszentrums auf dem KIT-Campus Nord weiter ausbauen.