"Lieber spät als nie" könnte man denken. Doch so richtig will dieser Gedanke nicht aufkommen. Ursprünglich sollte der umstrittene Pavillon zum Spatenstich des - wahlweise - Jahrhundertprojektes oder Millionengrabs fertiggestellt sein.

Als Begründung, warum es zum 21. Januar nicht klappte, wurde der harte Winter herangezogen. Und tatsächlich, wer sich noch an das Schneechaos Daisy erinnert, ist beinahe gewillt, der Karlsruher Schienen - und Infrastruktur Gesellschaft (Kasig) zu verzeihen.

Wer allerdings die Worte von Kasig-Chef Walter Casazza im Ohr hat, der bei Bauprojekten allzu gerne von einer "ehrgeizigen Zeitplanung" spricht, kann dann doch ins Grübeln kommen.

Aus geplanten sechs Monaten Bauzeit wurden neun - nach Adam Riese und Eva Zwerg wurden also 50 Prozent draufgesattelt. Ob die mit 800.000 Euro kalkulierten - und vielfach umstrittenen - Kosten eingehalten wurden, ist noch nicht bekannt.

Bei all dem Aufwand könnte man am Ettlinger Tor jetzt einen goldenen Palast erwarten. Jedoch würde man bitterlich enttäuscht: Der Pavillon wirkt schlicht und ein wenig trist. Fast so, als solle er nicht sofort ins Auge stechen. Obwohl er an einer symbolischen Stelle steht: An dieser Kreuzung sollen 2019 beide Teile der Kombilösung - Straßenbahn- und Autotunnel aufeinander treffen.

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