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Karlsruhe Tatort Karlsruhe: Spektakuläre Fälle aus der Karlsruher Kriminalgeschichte

Zwar ist Karlsruhe laut Polizeistatistik weitaus sicherer, als so manch andere deutsche Großstadt. Dennoch gab es im Jahr 2010 in der ach so beschaulichen Beamtenstadt über 26.000 Straftaten. Schwerverbrechen halten sich dabei aber sehr in Grenzen. So kam es im vergangenen Jahr zu rund elf Tötungsdelikten. Mord soll nicht darunter gewesen sein, wie sich die Karlsruher Polizei erinnert. Doch Fälle dieser Art gab es in der Vergangenheit auch in der Fächerstadt.

Im April 2007 wird ein 58 Jahre alter Taxifahrer von einem Fahrgast aus kurzer Entfernung mit mehreren Schüssen in den Oberkörper getötet und anschließend ausgeraubt. Das geraubte Fahrzeug findet die Polizei am Morgen nach dem Mord auf dem Parkplatz des Karlsruher Fächerbads. Eine groß angelegte Suchaktion in der Umgebung bleibt zunächst ohne Ergebnis. Ein Spaziergänger entdeckt die Leiche des erschossenen Taxifahrers später am Nachmittag in einem Waldstück nahe der Grabener Allee zwischen der Waldstadt und Eggenstein.

Taxifahrer-Mord wegen Spielschulden

Zunächst tappen die Ermittler in Bezug auf den Täter im Dunkeln. Erst im Juli offenbart sich eine erste heiße Spur, die nach Weinstadt-Endersbach im Rems-Murr-Kreis nahe Waiblingen führt. Dort war bereits im März ein geparktes Auto durch mehrere Schüsse stark beschädigt worden. Die kriminaltechnische Untersuchung ergibt, dass es sich bei der Waffe, mit der auf das Auto geschossen wurde, um die gleiche Waffe handelt, mit der der Taxifahrer in Karlsruhe getötet wurde.

Knapp eine Woche später präsentieren die Ermittler den Täter. Den 24-jährige Täter aus Weinstadt-Endersbach hat die Polizei zuvor am Stuttgarter Hauptbahnhof wiederstandslos festgenommen. Sowohl die Tatwaffe, eine Pistole Kaliber 7,65 Millimeter, als auch persönliche Gegenstände des Opfers hat der ehemalige Mechatronik-Student bei der Verhaftung bei sich. Als Grund für die Tat gibt er massive Spielschulden an.

Mörder erbeutet rund 200 Euro vom Opfer

Wie sich bei der Vernehmung des Mannes herausstellt, hat der Taxifahrer sich ergeben und wollte ihm ohne Widerstand seine Tageseinnahmen aushändigen. Dennoch erschießt er den Familienvater aus nächster Nähe. Ob er diese mit Hilfe seiner Beute begleichen konnte, sei dahingestellt. Der Taxifahrer hatte nach Polizeiangaben maximal 200 Euro bei sich.

Ebenso kaltblütig wie der 24-jährige Taxifahrer-Mörder geht vor ihm der Mörder von Antonella Bazzanella im Sommer 1987 vor. Die junge Italienerin lebt zu diesem Zeitpunkt erst zwei Monate in Karlsruhe und arbeitet in einer Eisdiele in Durlach. An einem Sonntag im Juni ist sie mit dem Fahrrad Richtung Rhein unterwegs. Sie macht allerdings einen kleinen Abstecher über den Hardtwald, wo an diesem Tag Tina Turner im Wildparkstadion auftreten würde. Wahrscheinlich will sie zusehen, wie die Menschen zum Stadion strömen.

Junge Italienerin im Hardtwald gequält und getötet

Auf dem Weg dorthin trifft sie ihren Mörder. Am frühen Abend finden Spaziergänger die tote Frau in einem Waldstück in der Nähe des Ahawegs. Den Ermittlungen der Polizei zufolge war die junge Italienerin zuerst gequält, dann missbraucht und anschließend getötet worden. Obwohl die Ermittler zahlreiche Hinweise auf den Täter haben, darunter viele aus der Bevölkerung, gelingt es ihnen nicht, den letzten Beweis zu finden, um einen bereits verdächtigten Mann des Mordes zu überführen. Die Tat bleibt bis heute ungesühnt.

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Kommentare (33)
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  • unbekannt
    (130 Beiträge)

    16.12.2011 17:45 Uhr
    Aus dem Auge aus dem Sinn
    Der Mord an Manuela Batschauer im Jahre 1985 in der Nordweststadt ist auch nie aufgeklärt worden.Wieder was fürs Archiv, aber wie schon geschrieben "Aus dem Auge aus dem Sinn"
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    10.01.2012 11:29 Uhr
    manuela batschauer
    angeblich wurde der mörder von manuela batschauer über eine dna analyse vor drei/vier jahren in den usa gefasst. dieser war damals in karlsruhe stationiert gewesen.. habe ich von einer bekannten gehört, die die familie kennt.
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  • unbekannt
    (2030 Beiträge)

    16.12.2011 15:44 Uhr
    Mit Klappen vor den Augen durchs Leben gehen.
    traurig

    Schade, man darf ja nichts schreiben (schon gar nicht nachweisbare Realität) sonst wird man gleich in die Rechte Ecke gedrängt...das ist schon die eine Klappe auf dem Auge...........
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  •   silberahorn
    (9777 Beiträge)

    16.12.2011 14:55 Uhr
    Gentlemenräuber und Fall "Miko" sind doch mit entsprechenden Links im Artikel vorhanden.
    weiter gehts dann mit:

    http://www.ka-news.de/nachrichten/karlsruhe/Karlsruhe-Mordfall-Miko%3Bart86,29972

    Ich hab das damals gar nicht richtig mitgekriegt, weil ich die Szene nicht kenne. Zwei Täter, upps.
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  •   Kanalpirogel
    (321 Beiträge)

    16.12.2011 13:37 Uhr
    hm...
    Bei dieser Überschrift hatte ich mir etwas mehr als zwei Fälle erhofft. RAF, Hells Angels, Gentlemen-Räuber usw. Das fehlt alles und war weitaus spektakulärer...
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  •   Elissa
    (178 Beiträge)

    16.12.2011 14:11 Uhr
    Wieso?
    Sind doch nur Einzelfälle, die weltweite Terrorwelle der Rechten hat da schon eine ganz andere Dimension.
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  •   Kanalpirogel
    (321 Beiträge)

    16.12.2011 14:17 Uhr
    Ähem...
    "Tatort Karlsruhe: Spektakuläre Fälle aus der Karlsruher Kriminalgeschichte"
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  •   Elissa
    (178 Beiträge)

    16.12.2011 14:23 Uhr
    Ich bedauere...
    zutiefst meinen unpassenden und am Thema vorbeigehenden Kommentar, lieber Kanalpirogel.
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  •   Kanalpirogel
    (321 Beiträge)

    16.12.2011 14:40 Uhr
    Gut!!!
    Ich ziehe dann meinen Antrag bei der Beschwerdestelle für unpassende Kommentare zurück. Ich hoffe, die haben nicht schon Feierabend und sind alle auf dem Weihnachtsma... ah, nein, sind sie nicht.
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  • unbekannt
    (1272 Beiträge)

    16.12.2011 09:26 Uhr
    Markus Lanz
    Genau das Thema kam vorgestern bei Markus Lanz. Mit dem Kriminalkommisar aus Karlsruhe - so ein zufall aber auch zwinkern
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