102  

Karlsruhe Wohnungsmangel in Karlsruhe: Notfall-Schlafplätze sollen Studenten helfen

In Karlsruhe ist das neue Wintersemester angelaufen. Zwischen Bibliotheksführungen und Vorlesungen suchen immer noch einige Studenten eine dauerhafte Bleibe. Um ihnen zumindest kurzfristig zu helfen, bieten der AStA am KIT und das Hans-Dickmann-Kolleg Notfall-Schläfplätze für Studenten an. Wie funktioniert die Hilfestellung für Karlsruher Studis? Und reicht das Angebot aus?

Abi machen, von Zuhause ausziehen, ein neues Leben beginnen- so sieht der grobe Plan vieler Studenten aus. Allein am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) starten 4.500 Studienanfänger in diesen Wochen in einen neuen Lebensabschnitt. Doch obwohl die Vorlesungen bereits begonnen haben, stehen manche vor einem großen Problem: Sie haben kein passendes Dach über dem Kopf gefunden.

Notunterkunft soll Studenten Zeit verschaffen

Dass Studenten zum Semesterbeginn keine passende Wohnung finden, ist kein neues Dilemma. "Die Wohnsituation für Karlsruher Studierende ist nachhaltig schlecht", erklärte  Michael Postert, Geschäftsführer des Studierendenwerks Karlsruhe, Anfang Oktober. Schätzungsweise 5.000 Studenten kämen auf 1.000 Wohnheimplätze- die restlichen 4.000 müssten dann auf eine Privatwohnung hoffen. Eine Hoffnung, die in diesem Jahr oftmals nicht erfüllt werden konnte.

So verzeichnete der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) am KIT noch vor Vorlesungsbeginn einen großen Ansturm auf die sogenannten Notfall-Schlafplätze. Hierbei bietet der AStA zusammen mit der Selbstverwaltung des Hans-Dickmann-Kollegs (HaDiKo) bis zu 20 kurzfristige Schlafplätze in einem Seminarraum des Kollegs an. Die Unterkünfte sind für die Betroffenen zwar kostenlos, allerdings gibt es keine Duschen; Schlafsäcke und Iso-Matten sollten ebenfalls mitgebracht werden. Die Notschlafplätze sind zudem nur eine Zwischenlösung: Bis zum 31. Oktober muss der Raum wieder geräumt sein.

Das tut der Nachfrage keinen Abbruch: "Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl der Notunterkunftsannehmer erneut gestiegen", so Thomas Wacker, Sprecher des Sozial Referats des KIT-AStAs. In der Regel würden die Studenten nach ein paar Tagen den Notfallschlafplatz gegen eine Unterbringung bei Freunden und Bekannten eintauschen. Dennoch ist sich Wacker nicht sicher, ob die bereitgestellten Notfall-Plätze in diesem Jahr ausreichen werden.

Finden Karlsruher Studenten auch andere Lösungen?

Während die Not vor allem zum Semesterstart groß ist, entspannt sich die Lage gegen Ende des Jahres. Wacker hat dafür zwei Erklärungen: "Zum einen stellen viele Studierende fest, dass das ausgewählte Studium nicht das richtige für sie ist." Laut einer Studie würde etwa ein Viertel der Bachelor-Studenten das gewählte Studium wieder abbrechen. "In MINT-Fächern ist diese Quote durchschnittlich nochmals höher." Die Folge für Karlsruhe: "Da hier die beiden größten Hochschulen, das KIT und die Hochschule für Technik und Wirtschaft, technisch orientierte Hochschulen sind, muss man leider davon ausgehen, dass es hier mehr Abbrecher gibt als in eher geistes- und sozialwissenschaftlich geprägten Universitätsstädten."

Gleichzeitig würden Studenten während der Vorlesungszeit neue Bekanntschaften schließen. "Man lernt sich kennen, hat gleiche Interessen. Da denkt man sich: Warum nicht eine WG gründen?", erklärt Wacker. Langfristig sieht er aber vor allem Stadt und Land stärker in der Pflicht. "Vonseiten der Studierendenschaft können wir nur mehr Bewegung von der Stadt und vom Land fordern", meint der AStA-Sprecher.

Ein kleiner Lichtblick für die Karlsruher Studenten: Das Studierendenwerk plant derzeit 200 bis 300 neue Wohnheimplätze. Im Gespräch sind das Gelände der Mackensen-Kaserne und der Rintheimer Querallee. Allerdings werde es noch zwei bis drei Jahre dauern, bis die neuen Plätze zur Verfügung stehen, so Geschäftsführer Postert. Bis es soweit ist, müssen Studenten weiterhin auf kurzfristige Lösungen zurückgreifen.

So teuer wohnen Karlsruher Studenten:

Ende September hat der Immobilienentwickler GBI AG eine Untersuchung zur Wohnsituation in Universitätsstädten vorgelegt. Das Ergebnis: Am teuersten wohnen Studenten in München, Frankfurt am Main und Hamburg. Karlsruhe belegt in diesem Ranking Platz 14. (Link führt auf externe Seite.)

Das International Students Office des KIT gibt die durchschnittlichen Wohnkosten in Karlsruhe mit 257,65 Euro an. Innerhalb Karlsruhes gibt es je nach Standort allerdings große preisliche Unterschiede, erklärt Wacker. "Außerhalb und ohne direkte Anbindung an das Netz der Verkehrsbetriebe Karlsruhe sind die Preise niedriger als innerstädtisch mit der Universität praktisch gegenüber." Weitere Informationen zu den Notfallschlafplätzen finden Sie hier.

Mehr zum Thema
Studieren in Karlsruhe:
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (102)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Amiria
    (176 Beiträge)

    22.10.2015 08:48 Uhr
    Angebot und Wünsche
    treffen oft nicht zusammen. Wir bieten seit Jahren ein günstiges Zimmer als Überganglösung an, 6 Gehminuten zur Linie S2, man ist in 25 Minuten am Campus. Interesse gleich Null.
    Es sollte halt schon direkt an der Uni sein bitteschön und nicht am Ende der Welt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Ruppiger_Autofahrer
    (90 Beiträge)

    21.10.2015 20:28 Uhr
    Wohnungsmangel
    Das ist eine doofe Sache. Aber solange mein Auto funktioniert, kann ich mir zur Not woanders eine Wohnung suchen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Brownie
    (922 Beiträge)

    21.10.2015 12:28 Uhr
    Das ist doch jedes (Winter)semester das gleiche Theater.
    Und auch nicht weiter tragisch. Früher oder später finden alle, die wirklich in Ka studieren wollen, auch eine Bude.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (798 Beiträge)

    21.10.2015 11:25 Uhr
    Junge,äh Alde,
    die Leiden der armen Studianwärter,da muss ich mir ein Tränchen verdrücken.
    Der bösen Working Class,die sofort nach der Schule in Lehre muss damit möglichst schnell Geld reinkommt scheint dagegen die Sonne aus dem A... mal sollte einen Spezialsoli einführen damit es denen nicht zu gut geht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    21.10.2015 11:43 Uhr
    I WOULD PUT A TAX ON ALL PEOPLE WHO STAND IN WATER!!!!


    Ouh!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (798 Beiträge)

    21.10.2015 12:09 Uhr
    Hehe
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Handelsreisender
    (1444 Beiträge)

    21.10.2015 11:42 Uhr
    Ah komm Junge, äh Alde...
    ... wer seine "Made-in-Germany"-Ausbildung ungefragt ins Ausland entführt, um sich dort noch um Mitternacht die Sonne aus dem A... scheinen zu lassen, der wäre mit einem Spezial-Soli noch viel zu gut bedient. (Wie schmeckt der Spezial-Soli eigentlich ..?)
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Handelsreisender
    (1444 Beiträge)

    21.10.2015 11:50 Uhr
    ... muss natürlich heissen ...
    ... in den A... - sonst wäre es Borealis Rectalis.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (798 Beiträge)

    21.10.2015 12:28 Uhr
    Junge,äh Alde,
    richtig,wir hätten während unserer Zeit in Deutschland viel mehr jammern müssen,dann würden wir vielleicht heute noch dort leben.
    Jaha wir waren sehr unintegriert,immer fröhlich und positiv,konnte ja nicht gut gehen,so gesehen schuldet uns Deutschland noch Geld weil es uns nicht abschieben musste.
    Kippis und so !
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Handelsreisender
    (1444 Beiträge)

    21.10.2015 12:48 Uhr
    Ja Deutschland, ein köstlich Jammertal...
    Ihr hättet auf jeden Fall noch einen Transall-Flug gut - nach allem was man anderer Stelle so liest. Kippis ebenso.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 .... 10 11 (11 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: