Karlsruhe Wohnheim Nancystraße 18 eingeweiht

Pünktlich zum Wintersemester im September war das neue Wohnheim in der Nancystraße 18 bezugsfertig. Das Gebäude ist laut Studentenwerk zu 100 Prozent vermietet und bietet 238 Studenten ein Zuhause. Die offizielle Einweihung mit Gästen und Medien fand jetzt statt.

Rund 30.000 Studierende gibt es in Karlsruhe, davon wohnen 1.977 in Einrichtungen des Karlsruher Studentenwerks. 628 davon in der Nancystraße, einem Wohnheimkoplex, von dem auch das neue Wohnheim Nancystraße 18 ein Bestandteil ist. Der Geschäftsführer des Studentenwerks Michael Postert erläuterte in seiner Eröffnungsrede, dass der Neubau zwar eine Verbesserung der Wohnsituation bedeute, aber auf lange Sicht würden trotzdem rund 1.000 Wohneinheiten in Karlsruhe fehlen. Postert hob hervor, dass beim Bau des Wohnheims auf Energieeffizienz geachtet wurde und es bereits das dritte seiner Art sei, dass das Studentenwerk nach den Vorgaben eines Niedrigenergiehauses gebaut habe. 7,5 Millionen Euro an Baukosten seien aufgebracht worden, wobei es auch Zuschüsse aus dem Konjunkturpaket II gegeben habe.

Wohnheim soll Zuhause sein

Für Liesel Hermes, der stellvertretenden Vorsitzenden des Verwaltungsrates des Studentenwerkes, ist es wichtig, den Studierenden eine vernünftige Infrastruktur zu bieten. Eine Aufgabe, die das Studentenwerk durch den Wohnheimbau wahrnimmt. Zur Verdeutlichung zitierte sie aus Rainer Maria Rilkes Gedicht "Herbsttag" die Zeilen: "Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr". Die Studenten kämen oft in eine neue Stadt, und das Studentenwohnheim sei das neue Zuhause. Da sei es wichtig, dass die Wohnungen bezahlbar und in der Nähe zu den Hochschulen seien.

Der Architekt des Wohnheims, Heinz Maier, hob in seiner Rede hervor, dass das Projekt in Rekordzeit umgesetzt wurde. Von Auftragserteilung im April 2008, bis zum Baubeginn im August des selben Jahres, und der Fertigstellung im September 2009 sind nur knapp anderthalb Jahre vergangen. Ihm ist wichtig auf die technischen Besonderheiten hinzuweisen, so gibt es auf dem Dach des Wohnheims eine Photovoltaikanlage. Heizungen sucht man in den Gebäuden vergeblich, sie liegen innerhalb der Wände. Außerdem ist das Wohnheim an das Fernwärmenetz angeschlossen.

Studenten leben in Wohngruppen oder Apartments

Beim Bau des Wohnheims wurden aber nicht nur wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt, auch auf die optische Gestaltung wurde Wert gelegt, so wurde zum Beispiel im Eingangsbereich ein Brunnen installiert. Gefertigt wurde er in der Karlsruher Majolika. Die Einweihung des Brunnens fand vor der Führung durch das neue Wohnheim statt. In einem kurzen Akt wurden die Pumpen eingeschaltet, und das Wasser sprudelte aus dem Brunnen.

Die 238 Studenten, die im neuen Wohnheim wohnen, verteilen sich entweder auf eines der 158 Zimmer in einer der sogenannten Wohngruppen, oder leben in einem der 80 Apartments. Die Wohngruppen funktionieren wie die altbekannten Wohngemeinschaften, sie bestehen aus fünf bis acht Personen, bei denen jeder sein eigenes Zimmer hat. Die Küche und das Bad werden gemeinschaftlich genutzt. Bei den Apartment-Bewohnern hat jeder sein eigenes Bad und eine kleine Kochecke. Für das Waschen von Wäsche gibt es Gemeinschaftswaschmaschinen, in denen die Bewohner gegen eine Gebühr waschen können.

Energieverbrauch soll niedrig gehalten werden

Die Zimmer sind alle vollständig möbliert. In jedem Raum gibt es ein Telefon, dass gleichzeitig als Gegensprechanlage funktioniert. Innerhalb des Wohnheims kann kostenlos telefoniert werden, Gespräche nach Draußen werden über ein Prepaidsystem abgerechnet. Durch die Wandheizung ist das Bohren von Löchern ein absolutes Tabu, um trotzdem etwas an die Wand bringen zu können wurden in die Wände zusätzlich Magnetleisten eingelassen. Ein weiteres technisches Highlight des neuen Wohnheims ist die "intelligente Heizung", diese fährt bei geöffneten Fenstern automatisch ihre Leistung herunter. Eine wichtige Maßnahme um den Energieverbrauch zu senken. 

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