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Karlsruhe Weg mit Frischfaser: Verbände fordern Recyclingpapier am KIT

Einige Umweltverbände fordern das KIT dazu auf, Recyclingpapier zu verwenden. Bislang werde trotz eigenem Kompetenzbereich "Erde und Umwelt" stets auf Frischfaserpapier zurück gegriffen. Die Verbände kritisieren, das KIT wende sein Wissen so nicht auf lokaler Ebene an. Die Universität selbst nimmt gegenüber ka-news dazu Stellung und betont: Ein Umstieg werde in die Wege geleitet.

Die Umweltverbände BUND, Robin Wood, urgewald und ARA fordern den Einsatz von Recycling- statt Frischfaserbögen am KIT. Besonders kritisch sehen die Verbände dabei, dass die Forschungseinrichtung selbst einen Kompetenzbereich mit dem Titel "Erde und Umwelt" beherberge. Obwohl vor fünf Jahren eine Initiative zur Verwendung von Ökopapier gegründet worden sei, lägen immer noch keine Ergebnisse vor, so die Pressemeldung weiter.

KIT: "Umstellung auf gutem Weg"

"Es passt nicht zusammen, wenn das KIT Ingenieure und Wissenschaftler in der Umwelt und Klimaforschung ausbildet, dazu auf seinen Internetseiten mit einer großformatigen Abbildung eines Urwaldes wirbt und gleichzeitig leicht umzusetzende Vorschläge zur Verringerung der negativen Umweltauswirkungen auf regionaler Ebene völlig ignoriert", so Matthias Hettel von der Initiative zur Verwendung von Recyclingpapier am KIT selbst. Man werbe mit Projekten im Umweltsektor in aller Welt und begreife den Zusammenhang zwischen lokalem Handeln und globalen Auswirkungen nicht, heißt es in der Pressemeldung der Verbände weiter.

In einer Stellungnahme betont hingegen das KIT, dass Ressourceneffizienz in der Einrichtung nicht nur ein Forschungsthema sei. Nachhaltigkeit werde demnach im Arbeitsalltag sehr wichtig genommen, allerdings sei das Thema "Recyclingpapier" nur ein Baustein dieser Prinzipien.

Zur Nutzung von Recycling-Papier habe das KIT-Präsidium im Jahr 2010 einen Beschluss gefasst, der auch ein Ergebnis der Bemühungen der "Initiative zur Verwendung von Recyclingpapier am KIT" sei. Laut der Stellungnahme beinhalte dieser Beschluss die Empfehlung des Präsidiums, innerhalb des KIT soweit wie möglich Recyclingpapier zu nutzen sowie alle Druckwerke, die das KIT außerhalb produzieren lässt, ebenfalls so weit wie möglich auf Recyclingpapier drucken zu lassen.

Broschüren künftig auf Ökopapier

Diese Umstellung sei auf einem guten Weg: Viele Broschüren sowie das Mitarbeitermagazin, die 2013 veröffentlicht werden, erscheinen auf Ökopapier, so eine Sprecherin des KIT. Ziel sei, langfristig innerhalb der Verwaltung vollständig auf den Gebrauch von Recyclingpapier umzustellen. Dies werde jedoch einen gewissen Zeitraum erfordern. Bislang entscheide jede Dienstleistungseinheit und jedes Institut selbst, welches Papier verwendet werde. Im Präsidium diskutiere man aber bereits über Lösungen und Wege. Neben der eingeleiteten Nutzung von Ökopapier setze das KIT auch auf einen Shuttle-Bus zwischen den Campus-Geländen. Ein neuer Wasserstoff-Bus soll ebenfalls in Zukunft eingesetzt werden, um Pkw-Fahrten zu verringern.

Schon 2009 hatte die damaligen Karlsruher Landtagsabgeordneten der Grünen, Gisela Splett und Renate Rastätter, darauf hingewiesen, dass Karlsruher Hochschulen in Punkto Recyclingpapier keine Vorreiterrolle einnehmen. 
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  •   barlou
    (2555 Beiträge)

    18.10.2012 15:16 Uhr
    Ich...
    ...bin jetzt noch ganz bekifft vom letzten lookIT. Macht genauso blöd in der Birne wie Klebstoff.
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  •   andip
    (9750 Beiträge)

    18.10.2012 14:40 Uhr
    Oh je
    Wenn man keine anderen Probleme mehr hat als sich um Altpapierquoten zu sorgen.
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  •   Beiertheimer
    (1018 Beiträge)

    18.10.2012 13:26 Uhr
    Weiteres Einsparpotenzial
    liegt in der doppelseitiegen Verwendung. Sind glatte 50%
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11253 Beiträge)

    18.10.2012 11:58 Uhr
    Recyclingpapier, selbstverständlich auch für's Klo
    der Beweis des Einsparpotenzials und der Umweltfreundlichkeit liegt wie selbstverständlich auf der Hand!

    grinsen
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