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Karlsruhe WG-Wahnsinn in Karlsruhe: Sex-Gestöhne, Post-It-Drache und Teller-Diebe

Der Studienbeginn ist für viele der Eintritt in eine neue Welt: Das erste Mal weg von Daheim, zum ersten Mal nicht mehr Mama und Papa im Nacken, endlich kann man tun und lassen, was man will! Doch zu früh gefreut: Da das Kleingeld meist nicht für eine eigene Bude reicht, weichen die meisten auf Wohngemeinschaften aus. An sich eine prima Idee, wären da nicht die lästigen Mitbewohner...

Doch welche Mitbewohner-Typen können einen in der Hausgemeinschaft erwarten?

Der Hausdrache: Tod der Unordnung!

Montagmorgen, 7.30 Uhr: Nach einer durchzechten Nacht gibt es nichts Schöneres als Ausschlafen - denkste! Mit einer pulsierenden Ader an der Stirn steht der WG-Hausdrache da und hämmert in Hulk-Manier gegen die Zimmertür, die beinahe aus den Angeln springt. "Gehört dir die Kaffeetasse?!" Was für so manchen banal klingen mag, ist für den WG-Drachen eine todernste Angelegenheit. 

"Ordnung muss sein" lautet sein Mantra - und wer nicht hören will, muss fühlen. Jeder Brotkrumen, jeder vergessene Teller oder abgelaufene Jogurt wird in einer Liste feinsäuberlich dokumentiert. Wenn der Übeltäter sich zeigt, spuckt der Hausdrache dann Gift und Galle. Damit aber zu keiner Zeit der Eindruck einer Diktatur entsteht, beruft er mehrmals die Woche ein Krisen-Meeting ein. Dagegen klingt Mamas Gezeter plötzlich wie Musik, oder? Verstecken ist übrigens zwecklos, denn der Hausdrache ist auch ein großer Freund von Anschuldigungen via Post-It. 

Das Prinzesschen aka Mamas kleiner Liebling

Niemand kann behaupten, es hätte keine Warnsignale gegeben. Das Prinzesschen oder sein männliches Gegenstück, Mamas Liebling, bringen zur Besichtigung gerne die Eltern mit. Dieses Verhalten bleibt auch nach dem Einzug Programm: Das Prinzesschen aka Mamas Liebling kauft kein Klopapier nach oder bedient sich gerne ungefragt am Nutella-Vorrat seiner Mitbewohner.

Wieso auch nicht? Bei Mutti war das ja auch immer in Ordnung! Da das Mamakind mit der Handhabung eines Besens oder Putzlappens bereits vollkommen überfordert ist, steht dann nicht selten die halbe Familie in der WG und holt die Versäumnisse des Schützlings nach. Selbstständigkeit wird ohnehin überbewertet ...  

"Love is in the air": der Ladykiller

Quietschen, Poltern und dumpfes Stöhnen - nein, hier lebt kein Verehrer von "Harry und Sally", sondern der berüchtigte Ladykiller. Er liebt die Frauen, und sie offenbar ihn, denn jede Nacht dröhnen die Paarungsrufe einer anderen Dame aus seinem Zimmer. Der Ladykiller hat seinen Spaß und den teilt er nur zu gerne mit seinen Mitbewohnern.

Wer die nächtliche Einlage verpasst hat, kann die einzelnen Stationen problemlos anhand von liegen gelassenen Tangas und BHs nachvollziehen. Allerdings ist der Verführer kein großer Freund von Frühstück am Morgen danach. Die spärlich bekleidete Eroberung, die man am nächsten Tag im Bad antrifft, ahnt meist noch nicht, dass sich ihre große Liebe schon lange aus dem Staub gemacht hat. 

Der Partylöwe lässt es richtig krachen

Ähnlich wie der Ladykiller liebt auch der Partylöwe das Nachtleben. Man sieht den Partylöwen nicht, sondern hört ihn nur - vorzugsweise in den frühen Morgenstunden, wenn er sich volltrunken und mit lautem Gepolter seinen Weg ins Zimmer bahnt. Da Tageslicht Gift für seinen Teint ist, traut er sich selten vor 14 Uhr aus dem Bett. Und wenn keine Party stattfindet? Dann bringt der Partylöwe sie eben in die WG! Saufgelage und Bass-Gehämmer bis in die frühen Morgenstunden lassen den Partylöwen richtig aufblühen - häufig zum Leid seiner Mitbewohner. Aber man lebt ja bekanntlich nur einmal.

Der Einsiedler - Lebt der eigentlich noch?

Das genaue Gegenteil ist der Einsiedler. Er ist wie das Monster von Loch Ness: Manche behaupten, ihn einige Male gesehen zu haben, doch seine Existenz ist umstritten. Der Einsiedler ist eher scheu und zieht sich gerne in seine Höhle zurück. Er kennt die Schlafzeiten seiner Mitbewohner genau, damit er ihnen ja nicht versehentlich über den Weg läuft. Zusammenleben heißt ja noch lange nicht miteinander leben! Meist bemerkt man seine Anwesenheit nur durch den schwindenden Teller-Bestand, denn der Einsiedler ist ein Sammler und hortet seine Beute gerne über Wochen hinweg. 

Der Chaot: "Ich mach' das dann später weg ..."

Richtig lustig wird es, wenn ein Hausdrache auf einen Chaoten trifft. Ob männlich oder weiblich - dieser Mitbewohner steht mit jeglicher Art von Ordnung auf Kriegsfuß: Schuhe gehören nicht ins Regal, sondern auf einen Haufen. Putzplan? Nie von gehört. Und auch mit dem Abspülen kann man sich Zeit lassen. Die Folge: Das Geschirr stapelt sich in abenteuerlichen Konstruktionen im Spülbecken.

Doch selbst wenn der Inhalt des Topfes nach sechs Wochen ein Eigenleben entwickelt, sieht der Chaot noch keinen Handlungsbedarf. Wenn ein genervter Mitbewohner (meist der Hausdrache) dann Stunk macht, ist er um keine noch so absurd anmutende Ausrede verlegen. Am Ende gelobt er Besserung - in 99,9 Prozent der Fälle passiert allerdings nichts. Den Dreck beseitigen meist die anderen. Ein Schelm, wer hinter diesem Verhalten ein System vermutet ... 

Das liebe WG-Leben - was sind Ihre skurrilsten Erlebnisse? Erzählen Sie uns von Ihren WG-Erfahrungen im Kommentarbereich unter dem Artikel.

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Kommentare (6)
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  •   Waterman
    (6269 Beiträge)

    21.10.2014 10:11 Uhr
    Ist doch ganz lustig...
    Andere schreiben darüber gleich eine Ratgeber-Fibel im Eichhorn-Verlag und kommen dann bei Lanz in der Sprechstunde groß raus...
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  • unbekannt
    (2169 Beiträge)

    20.10.2014 19:39 Uhr
    Zum Glück war ich nie studieren,
    das wäre mir dann doch zuviel Stress gewesen,da war morgens um 4 Uhr aufstehen um rechtzeitig zum Lehrbeginn anwesend zu sein fast wie Urlaub,geradezu spätrömisch Dekandent.
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  •   spital8katz
    (1178 Beiträge)

    21.10.2014 19:07 Uhr
    Wäre bei dem Deutsch
    auch etwas schwierig gewesen.

    Ausser vielleicht Soziologie...
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  • unbekannt
    (2169 Beiträge)

    21.10.2014 19:27 Uhr
    Tote Sprachen
    verlieren in den meisten Studienfächern immer mehr an Relevanz.
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  • unbekannt
    (793 Beiträge)

    20.10.2014 17:27 Uhr
    Vor allem
    weil die zahlreichen Matratzenhäschen natürlich alle und immer ihre Unterwäsche dalassen...

    So ein Artikel kann ja ganz witzig sein, aber er sollte nicht aus den zusammengesuchten gängigen Klischees bestehen sondern aus eigenen Erfahrungen.
    So wirkt das als würde ein Zivi über seine Zeit als Wehrpflichtiger schreiben.
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    20.10.2014 21:34 Uhr
    Hmm,
    und Du bist dann der Hausdrache? zwinkern
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