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Karlsruhe Start ins neue Semester: Platzt die Hochschule Karlsruhe aus allen Nähten?

In Karlsruhe steht das neue Semester vor der Tür. Viele Studenten suchen noch eine Wohnung oder erkunden den Campus ihrer Universität. Auch die Hochschule für Technik und Wirtschaft in der Karlsruher Weststadt bereitet sich auf die neue Vorlesungszeit vor. Diese freut sich über eine Rekordzahl an Studierenden- aber gibt es an der Hochschule auch genügend Platz?

Am Mittwochvormittag herrscht bereits reges Treiben auf dem Gelänge der Hochschule- Technik und Wirtschaft in der Moltkestraße. In diesem Semester werden hier so viele Studierende über den Campus schlendern wie noch nie zuvor: 8.650 Studierende zählt die Hochschule. Das ist ein Höchststand in der Hochschulgeschichte, meint Rektor Karl-Heinz Meisel beim Pressegespräch am Mittwoch. Das entspräche einem Plus von 350 Studierenden (vier Prozent) im Vergleich zum vorangegangenen Wintersemester.

Wenn 1.500 Bewerber auf 70 freie Plätze kommen

Ein Grund für den Hochschulrekord: Immer mehr jungen Menschen drängen an die Universitäten und Hochschulen. Allein in diesem Semester haben sich 1.981 Studierende neu an der Karlsruher Hochschule eingeschrieben. Wiederum 8.824 potentielle Studienanfänger hatten sich für ein Bachelorstudium an der Hochschule beworben. "Die Zahlen hören sich gut an, aber nicht für diejenigen, die keinen Platz bekommen haben", so Meisel. Auf die fast 9.000 Bewerber kamen in diesem Jahr nur 1.363 Studienanfängerplätze in den Bachelorstudiengängen.

Besonders begehrt waren dabei Plätze für Kommunikation- und Medienmanagement. Auf 70 freie Plätze kamen knapp 1.500 Bewerber. "Das sind 20 Mal mehr Bewerber als verfügbare Plätze", fasst Meisel zusammen. Ebenfalls viel Glück mussten Studienanfänger beim Bachelorstudiengang Wirtschafsingeneurswesen haben: 1.393 Bewerber wollten sich einschreiben, doch es gab nur 228 freie Plätze. Ein ähnliches Bild bietet sich beim Studiengang International Management: Auf 1.282 Bewerber kamen 153 Studienplätze.

Und auch bei den Masterstudiengängen verzeichne man eine zunehmende Nachfrage, erklärt der Hochschul-Rektor. "Wir beobachten, dass zunehmend Studierende einen Masterplatz in Anspruch nehmen." Nötig sei das an der Hochschule grundsätzlich nicht. "Beinahe alle, die bei uns ihren Abschluss machen, finden in kurzer Zeit eine Arbeitsstelle", betont Meisel. Dennoch beobachte man den zunehmenden Trend, dass Studierende vor dem Start auf den Arbeitsmarkt ihren Master machen würden. Bei den Masterstudiengängen kamen im kommenden Wintersemester auf 254 Studienplätze 1.708 Bewerbungen.

Neues Gebäude soll zusätzlichen Platz schaffen

Damit diejenigen, die einen Platz an der Karlsruher Hochschule bekommen haben, auch ihrem Studium nachgehen können, brauchen sie aber auch vor allem eins: Platz. Anfang Juni 2015 konnte der 5.000 quadratmetergroße Neubau des KMU-Innovationszentrums, auch bekannt als Steinbeis-Haus, eingeweiht werden.

Neues Gebäude Hochschule Karlsruhe

Doch dieser Platz allein scheint noch nicht auszureichen. Bis auf den P-Bau habe man alle Gebäude sanieren können- in naher Zukunft muss der nicht sanierungsfähige Bau weichen. Als Ersatz für dieses Gebäude entsteht derzeit ein Neubau zwischen dem M- und B-Gebäude. Kostenpunkt: 21 Millionen Euro, zu dem die Hochschule einen, wie Meisel erklärt, "erheblichen Eigenbeitrag" leisten muss. Nach Fertigstellung des Gebäudes im Jahre 2017 soll die Hauptnutzungsfläche dann 3.800 Quadratmeter betragen. Erst dann soll der P-Bau abgerissen werden.

Aber reichen zwei Neubauten aus, um dem steigenden Bedarf an Studieren gerecht zu werden? Immerhin mussten in der Vergangenheit bereits einzelne Fakultäten in Außenstellen in der Amalien- und der Hoffstraße ausgelagert werden. Rektor Meisel meint dazu: "Wir haben ein Defizit von 2.000 bis 3.000 Quadratmetern." Ob er dieses Defizit auf der frei werdenden Fläche des heutigen P-Baus ausgleichen kann, steht derzeit noch nicht fest.

Der Semesterstart an der Hochschule in Zahlen:

Zum Wintersemester 2015/16 zählte die Hochschule Karlsruhe 8.650 Studierende. Gegenüber dem vorangegangenen Wintersemester stieg die Zahl um 350 Studierende. 1.981 Studierende haben sich neu immatrikuliert, davon haben sich 53 in höhere Fachsemester eingeschrieben.

222 Studierende aus dem Ausland haben für das erste Fachsemester immatrikuliert, was einem Anteil von 11,5 Prozent entspricht. Insgesamt studieren an der Hochschule Karlsruhe nach eigener Aussage 1.080 ausländische Studierende. Des Weiteren nimmt auch das Interesse junger Frauen an der technisch orientierten Hochschule zu: 2.260 der 8.650 Studierenden sind weiblich (24,1 Prozent), bei den Erstimmatrikulierten liegt ihr Anteil bei 29,7 Prozent.

Seit diesem Wintersemester bietet die Hochschule an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften erstmals den Studiengang "Tricontinental Master in Global Studies" an. Dieser wird gemeinsam mit zwei Partneruniversitäten, der National Chung Hsing University in Taiwan und der Technologico de Monterrey in Mexiko, mit denen bereits langjährige Partnerschaften bestehen, auf drei Kontinenten realisiert.

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  •   Torflut
    (2209 Beiträge)

    12.10.2015 15:20 Uhr
    Nur studierte Fachleute
    und wer macht die Arbeit.
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  •   windhund
    (202 Beiträge)

    08.10.2015 02:30 Uhr
    Irgendwas
    mit Medien, war klar...
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  •   Toleranz
    (215 Beiträge)

    08.10.2015 01:53 Uhr
    Nur Rindviecher machen was die Masse macht!
    Um später mit einer Milliarde gleich guter sich um den 1600€ Sklavenarbeitsplatz 2.0 zu bewerben. Vielleicht noch einen Master drauf legen, damit man im 40er ausgebrannt erkennt, dass die ZEIT besser getan gewesen wäre, in Berlin mal für auskommende Arbeitsbedingungen mit nem Nackenschlag zu werben? Frankreichs Arbeiter machens gold-richtig, verschafft den Managern und Politikern des Kaisers-neue-Kleider. Dann habt ihr auch eine Zukunft und hetzt nicht in Beschäftigungstherapien um Credit Points. Oder meint jemand allen ernstes dass der autokratische Klerus noch mal 1968 Studenten Proteste wünscht? Neee die machen Alle so müde vom Lernen im Kopf und Herz, dass jeder zu allem Zu fix und foxi ist.

    Prost Zukunft!
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