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Karlsruhe Neuer Präsident Holger Hanselka: KIT will sich internationaler aufstellen

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist seit Montag offiziell unter neuer Führung. Im Beisein von Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, und Ministerialdirektorin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Simone Schwanitz, fand die offizielle Amtsübergabe an Holger Hanselka statt. Der neue Präsident hat eine stärkere internationale Ausrichtung der Einrichtung angekündigt.

Dafür habe das KIT eine eigene Stelle im Präsidium eingerichtet, die im Laufe eines Jahres besetzt werden soll.

"KIT hat sich internationalen Ruf erarbeitet"

"Ich bin froh, dass mir der Aufsichtsrat an dieser Stelle gefolgt ist", sagte Hanselka vor seiner offiziellen Einführung am Montag in Karlsruhe. Der 51-jährige Maschinenbauer, der zuletzt das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit in Darmstadt leitete, tritt die Nachfolge von Eberhard Umbach an.

Dem scheidenden Präsidenten Eberhard Umbach dankten die Ministerien für die geleistete Aufbauarbeit für das KIT. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka betonte die herausragende Rolle des KIT anlässlich der Amtsübergabe: "Das KIT hat sich in wenigen Jahren eine international anerkannte Reputation erarbeitet. Diese erfolgreiche Aufbauphase trägt unverkennbar die Handschrift von Herrn Umbach." 

Gleichzeitig unterstrich Wanka die weiterhin hohen Erwartungen an das KIT. "Als erfolgreich gestarteter Zusammenschluss von Universität und Großforschungseinrichtung werden wir alle die weitere Entwicklung in Karlsruhe mit Spannung verfolgen." Dies werde auch im Licht der Weiterentwicklung der Wissenschaftslandschaft Deutschland betrachtet. Holger Hanselka habe die Aufgabe die innovative KIT-Idee weiter vorantreiben und verwirklichen zu können.

Die Ministerialdirektorin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Simone Schwanitz, bezeichnete das KIT als einzigartige Einrichtung in der deutschen Wissenschaftslandschaft. Die Vollendung der Fusion sei deshalb eine große, aber auch eine großartige Herausforderung. Die Integration habe in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht und gerade in den letzten Monaten zusätzlichen Schub erfahren. "Ich möchte alle darin bestärken, diesen Weg weiterzugehen. Professor Umbach hat nicht nur die Arbeiten zur Gründung, sondern auch die ersten Jahre des KIT entscheidend geprägt und beeinflusst. Hierfür und für seinen hohen Einsatz danke ich ihm."

"Präsidentschaft ist für mich große Ehre und Herausforderung"

Die Vorsitzende des KIT-Aufsichtsrats, Renate Schubert, gratulierte Holger Hanselka ebenfalls zu seinem Amtsantritt: "Professor Hanselka hat große Aufgaben am KIT vor sich. Ich bin mir sicher, dass er mit seiner Energie und Gestaltungsfreude die strategische Entwicklung der Einrichtung ein großes Stück voranbringen wird." Dabei werde es ihm sehr helfen, dass er die Fähigkeit besitze, die Angehörigen des KIT auf allen Ebenen und in allen Bereichen mitzunehmen. 

"Die Präsidentschaft ist für mich eine große Ehre und Herausforderung, auf die ich mich freue, denn für dieses einzigartige Projekt in der deutschen und europäischen Wissenschaft gibt es kein Vorbild", sagte der neue Präsident des KIT. Er dankte seinem Vorgänger für die mutigen und erfolgreichen Schritte im Fusionsprozess. "Dennoch ist mir bewusst, dass noch ein weiter Weg vor uns liegt. Eines meiner vorrangigen Ziele als Präsident des KIT wird sein, das Forschungsprofil zu schärfen, damit wir die Potenziale der Fusion voll ausschöpfen können." Er kenne beide Bereiche des Wissenschaftssystems und den Markt. Mit dieser Erfahrung habe er sich zum Ziel gesetzt, das KIT in Zeiten großen technologischen Wandels in eine stabile Zukunft zu führen und die eindeutige Marke KIT im internationalen Kontext nachhaltig sichtbar zu machen.

Der bisherige Präsident des KIT, Professor Eberhard Umbach, geht in den Ruhestand. Umbach leitete das KIT seit der Fusion im Jahr 2009, zunächst gemeinsam mit seinem Amtskollegen, Professor Horst Hippler, und seit September 2012 als alleiniger Präsident.

Das neue Präsidium des KIT besteht seit 1. Oktober neben dem Präsidenten aus den Vizepräsidenten Elke Luise Barnstedt (Personal einschließlich Recht), Ulrich Breuer (Wirtschaft und Finanzen), Professor Detlef Löhe (Forschung und Information) sowie Professor Alexander Wanner (Lehre und akademische Angelegenheiten). Eine im KIT-Gesetz vorgesehene weitere Position eines Vizepräsidenten wird aufgrund einer Neudefinition des Aufgabenbereiches erst zu einem späteren Zeitpunkt besetzt.

Holger Hanselka - zur Person: Professor Holger Hanselka, Jahrgang 1961, studierte Allgemeinen Maschinenbau an der Technischen Universität Clausthal. 1988 ging er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und spezialisierte sich dort auf die Themen Leichtbau und Faserverbundstoffe. Nach einer Professur an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg folgte er 2001 dem Ruf nach Darmstadt als Direktor des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit und Leiter des Fachgebiets "Systemzuverlässigkeit und Maschinenakustik" an der TU Darmstadt.

Von 2006 bis 2012 war Hanselka Mitglied des Präsidiums der Fraunhofer Gesellschaft. Von 2010 bis Herbst 2013 hatte er das Amt des Vizepräsidenten der TU Darmstadt inne. Hanselka ist Fachmann für Wissens- und Technologietransfer, für Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie für Unternehmensausgründungen. Für ein BMBF-Leitprojekt erhielt er im Jahr 2000 den Wissenschaftspreis des Stifterverbandes. Hanselka ist Mitglied der acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften sowie in verschiedenen Gremien und Verbänden, zum Teil in Vorstandspositionen, aktiv.

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  • unbekannt
    (163 Beiträge)

    08.10.2013 07:07 Uhr
    *
    Wenn das KIT so super toll ist frage ich mich warum der Elite Status entnommen wurde ??? Um Elite würdig zu sein müsste ich mich auch so verhalten. Das MIT hat keine Überlaufen Semester. In Vorlesungen am MIT sind ca. 8 - 20 Studenten NUR !!! Und hier ???? Überlaufen und Überfrachtet. Am Institut für Organische Chemie z. B. das Chemiepraktikum mit über 100 Studenten superl überlastet.
    Es teilen sich 2 - 3 Studenten 1 Praktikumsplatz. Das soll Elite/Qualität sein ????? Premium, Elite, Qualität diese wörter sind für das KIT nicht zu gebrauchen. Ich arbeite hier und bekomme einiges an Hintergrundwissen mit.
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  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    08.10.2013 09:31 Uhr
    Zitat von 65-bs Ich arbeite hier und bekomme einiges an Hintergrundwissen mit.

    Anscheinend aber nicht allzuviel...
    Sonst wüsstest du, daß sich das Schavan'sche Elite-Prädikat ausschließlich über die Forschung definiert und überhaupt nicht über die Lehre - und daß es damit geradezu systemimmanent ist, daß die Schwerpunktsetzung der Eliteunis die Lehre eher verschlechtert als verbessert.
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  •   yokohama
    (3371 Beiträge)

    07.10.2013 23:31 Uhr
    Das Vorhaben
    ist sehr löblich. Das KIT ist zum Glück schon heute viel mehr als eine Provinzuni für Schwaben und Pfälzer. Die Internationalität, die unter den Studenten zu finden ist, spiegelt sich jedoch noch nicht beim Lehr- Forschungspersonal wider, bei dem noch die Müllers, Kunzes, Bauers und Schmidt-Hinterhubers aus vormals Stuttgart, Bochum, Darmstadt oder Deggendorf dominieren. Hier besteht noch Nachholbedarf, Ausnahmen gibt es natürlich bereits viele. Amerikanischen Spitzenunis (die zugegebenermaßen finanziell in ganz anderen Dimensionen ausgestattet sind) gelingt es jedoch viel besser die tatsächlich internationale Forscherelite auf den Campus zu holen.
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