Durlach Mein Haus, mein Student: Durlacher Senioren suchen Mitbewohner gegen Hilfe

Wohnungen in der Karlsruher Innenstadt sind rar. Und wenn sich doch mal eine findet - zumindest für Studenten - unbezahlbar. Dagegen ist Durlach für Studenten ein attraktiver Vorort, der mit seiner Nähe zu den Hochschulen punkten kann. Ist Durlach also geeignet für das Projekt "Wohnpartnerschaft" der paritätischen Sozialdienste?

Ein klares "Ja" ist die Antwort, wenn es nach Stefanie Bienwald geht, der Leiterin des Projekts im Raum Karlsruhe. Das Projekt, das in anderen Großstädten unter dem Namen "Wohnen für Hilfe" läuft, gibt es seit 2008 in Karlsruhe. Jetzt soll es auch in Durlach verstärkt umgesetzt werden.

Das Ganze funktioniert so: Studenten und Wohnraumanbieter melden sich bei den paritätischen Sozialdiensten Karlsruhe, bekunden ihr Interesse und werden schließlich vermittelt. Das Projekt basiert - und das ist das Besondere - auf Hilfe und Gegenseitigkeit: Pro Quadratmeter Wohnraum wird eine Stunde Mithilfe im Monat fällig. "So entsteht eine Win-Win-Situation für beide Seiten", weiß Roland Laue vom Stadtamt Karlsruhe-Durlach.

"Eine Win-Win-Situation für beide Seiten"

Zu den Wohnungsanbietern gehören Familien, Senioren oder Menschen mit Behinderung. Durch den Studenten an ihrer Seite werden Kinderbetreuung oder Gartenarbeit abgenommen - Pflegeleistungen sind ausgenommen. Im Gegenzug können die Studenten hier Kontakte knüpfen und mietfrei wohnen, denn sie müssen nur die Nebenkosten tragen.

Auf beiden Seiten braucht es lediglich Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Menschen und Kulturen. "Gemeinsames Kochen und Einblicke in den Alltag des anderen können unheimlich bereichern", weiß Marianne Feix, Mitarbeiterin der paritätischen Sozialdienste Karlsruhe. Außerdem wirke die Wohnpartnerschaft der Vereinsamung und Anonymität entgegen. Probleme, mit denen Senioren in größeren Städten häufig zu kämpfen hätten.

Wohnraumanbieter zieren sich noch

Und dennoch sind es die Wohnraumanbieter, die sich zieren. "Das liegt daran, dass die Kinder schon lange ausgezogen sind und die Senioren in manchen Fällen sogar ganz alleine leben. Obwohl der Platz da ist können sie sich schwer vorstellen, sich einen Fremden ins Haus zu holen", erklärt Stefanie Bienwald.

Derzeit füllt das "Nischenprojekt", wie die Mitarbeiter es gerne nennen, in Karlsruhe 27 Wohnungen. In Durlach drei. Aufgrund des demografischen Wandels gebe es in dem Karlsruher Stadtteil genügend Wohnungen, in die Studenten aufgenommen werden könnten. Vielleicht werden diese bald gefüllt.

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www.studentenwerk-karlsruhe.de

www.paritaet-ka.de
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