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Karlsruhe Legionellen-Alarm am KIT: Sport-Duschen geschlossen

Die sanitären Einrichtungen der neu errichteten Sporthalle des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sind kontaminiert: Seit dem 5. März mussten die Anlagen geschlossen bleiben, da das Wasser Legionellen beherbergt. Die fiesen Bakterien können zum Teil schwerwiegende Atemwegserkrankungen auslösen. Doch es war nicht nur das, worüber sich ein Student gegenüber ka-news beschwerte. Hinzu komme die seiner Meinung nach mangelnde Informationspolitik. Eine Sprecherin der Hochschule verweist dagegen auf die mit der Schließung veröffentlichten Aushänge im Gebäude.

"Die einzige Information ist ein fünfzeiliger Aushang, dass aufgrund von Legionellen die Duschen geschlossen sind", so der Student in einer Mail an ka-news. Die Mitarbeiter vor Ort seien jedoch nicht ausreichend informiert gewesen und eine schriftliche Nachfrage beim Leiter sei bis Dienstag laut Angaben des Studenten ebenfalls nicht beantwortet. Er fühlte sich uninformiert. Wie das KIT inzwischen mitteilt, habe man am Dienstagnachmittag eine Antwort an den Studenten geschrieben.

Technischer Defekt sorgt für kaltes Wasser

Gleichzeitig bestätigt eine Sprecherin auf Nachfrage von ka-news die Existenz der Bakterien im Wasser der Sanitäranlagen. "Im Gebäude 40.44 (Neue Sporthalle) ist es zu einer Überschreitung des Grenzwertes für Legionellen gekommen. Dies wurde bei einer Routinekontrolle festgestellt. Das KIT hat unmittelbar nach Feststellung der Überschreitung des Grenzwertes vorsorgende Maßnahmen ergriffen", heißt es seitens der Hochschule. Darum habe man sofort die sanitären Anlagen geschlossen.

"Ursache für die Überschreitung des Grenzwertes ist ein technischer Defekt in der neu erbauten Halle", so die Erklärung für die Ursache. Das Wasser habe aufgrund des Defekts nicht dauerhaft auf der nötigen Temperatur gehalten werden können und habe somit die Vermehrung der Bakterien zugelassen. Derzeit werde der technische Defekt behoben. "In voraussichtlich vier bis sechs Wochen wird der Defekt behoben sein." Bis dahin werden die Benutzer gebeten, auf die Sanitäranlagen in der benachbarten Halle 40.40 auszuweichen. Dies werde auch auf den Aushängen bekannt gegeben.

Eben jene Aushänge dienten den Studenten direkt nach Schließung der Duschen als Information über die geschlossenen Einrichtungen. Auch das Gesundheitsamt wurde vorsorglich vom KIT informiert. Bisher seien der Hochschule keine Fälle von Erkrankungen bekannt. "Kontaminationen dieser Art gab es in der Vergangenheit vereinzelt. Diese konnten jedoch rasch durch thermische Desinfektion oder bauliche Maßnahmen behoben werden", heißt es weiter.

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Kommentare (14)
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  •   karlsruher1955
    (1161 Beiträge)

    27.03.2014 15:30 Uhr
    Legionellen-Alarm am KIT: Sport-Duschen geschlossen
    für was brauchen die dort denn Sport-Duschen ??
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  •   barlou
    (2555 Beiträge)

    27.03.2014 13:10 Uhr
    Ich rate mal...
    Besonders die älteren Semester sollten vorsichtig sein?
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  •   Waterman
    (6272 Beiträge)

    27.03.2014 14:08 Uhr
    Und davon die Männer...
    und davon die Raucher...

    am besten die Luft anhalten beim Duschen.
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  • unbekannt
    (18 Beiträge)

    26.03.2014 21:10 Uhr
    Temperatur hoch und alle sind tot...:-)
    Problem ist kaltes Wasser < 70°C, kaputte Mischwasseranlage, tote Äste und stillstehendes Wasser und zu lange Leitungen, die von Mischwasserstation bis Duschdüse länger sind als 1,80m....die vermehren sich exponentiell zu kolonienbildenden Einheiten. Nun ist Schließung top, dann Gefährdungsbeurteilung schreiben, thermisch desinfizieren und schauen, dass das Wasser heiß wird... grinsen....will nicht klugscheißen, habe selbst ein Legionellenproblem in meiner Firma und musste mich auch belehren mit Info´s....Legionellenfilter koennten temporär eine Loesung sein. Zu Hause hat man es nicht, weil die Leitungslänge vom Boiler im Bad zum Duschkopf i.d.R. < 1,80m ist...auch ein Grund, warum der Boiler im Bad seinen richtigen Platz hat... zwinkern
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    27.03.2014 13:20 Uhr
    Fies ist es,
    wenn die Legionellenquelle in Fließrichtung noch vor dem Boiler sitzt... dann hilft hochheizen nämlich goa nix. Und wenn das Wasser schnell genug fließt, wird es auch nicht genügend erhitzt. Da kannst spülen und heizen wie du willst, du wirst die Scheiße nicht los. Und dann machst du das Wasser schön heiß und atmest den Dampf ein, und huiiiiiiiiii, los geht die wilde Fahrt, immer die Luftröhre runter und nix wie rein in die Alveolen!!!
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    26.03.2014 21:24 Uhr
    In einem Haus
    mit zentraler Warmwasserversorgung gibts keine Boiler. Auch ein Problem. Die Temperatur sollte nicht unter 60 Grad sein, besser 63, 70 ist arg viel.
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  •   Waterman
    (6272 Beiträge)

    27.03.2014 06:59 Uhr
    Kalzium
    Das Problem ist dann, dass ab 60°C Kalzium ausfällt und es zu Ablagerungen in den Leitungen etc. kommt.

    ein Teufelskreis grinsen
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  •   rheiniheini
    (1453 Beiträge)

    27.03.2014 07:57 Uhr
    aber wie
    haben wir dann bisher überlebt?
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    27.03.2014 14:23 Uhr
    Das frage
    ich mich bei solchen Sachen auch immer. Allerdings wurden die Legionellen auch erst 1976 entdeckt, wenn man Wiki glauben darf. Sie sind also eher jung.
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  •   intrinsisch
    (60 Beiträge)

    26.03.2014 16:19 Uhr
    Was wäre denn...
    ... ausreichende Informationspolitik? Namen und Bilder aller technisch Verantwortlicher, der komplette Laborbericht, eine Risikobeurteilung, ein Kostenvoranschlag zur Beseitigung des Defektes... muss denn jeder immer alles wissen? Reicht es nicht, zu wissen, dass man aufgrund von Legionellen-Gefahr dort nicht duschen sollte?
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