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Karlsruhe Karlsruher Studi-Bikes kommen nicht mehr aus Baden

Die roten Fahrräder der Firma Campus prägen mittlerweile das Karlsruher Stadtbild - vor allem vor den Unis sind sie zu sehen. Denn die sogenannten Studi-Bikes werden unter Studenten verlost, die fürs Studium nach Karlsruhe kommen und hier auch ihren Erstwohnsitz anmelden. Doch künftig werden die ferrariroten "Draisler" nicht mehr im Badischen hergestellt, sondern im über 400 Kilometer entfernten Altenberge. Warum eigentlich?

Das Karlsruhe Stadtmarketing will jedes Jahr die Studenten in Karlsruhe dazu bewegen, hier auch ihren Hauptwohnsitz anzumelden. Dieser Schritt soll den Studenten vor Semesterstart mit einem Begrüßungspaket und Geschenkgutscheinen schmackhaft gemacht werde. Zudem verlost das Stadtmarketing zweimal im Jahr unter den Studenten die roten Studi-Bikes.

Bisher wurden diese maßgeschneiderten Drahtesel in der Region von der Firma Campus in Forst hergestellt - sie wurden exklusiv für die Kampagne gestaltet. Auch zum kommenden Wintersemester werden wieder 600 Räder unter den "studentischen Neubürgern" verlost. Doch dieses Mal kommen die Studi-Bikes nicht aus Forst, sondern von der Firma AT Zweirad in Altenberge aus dem Münsterland.

Stadtmarketing: Das beste Angebot kam aus dem Münsterland

Ein Student, der dieses Jahr zu den Gewinnern eines Karlsruher Studi-Fahrrads gehört, wundert sich über die neue Fahrradmarke und schreibt an die ka-news-Redaktion: "Dieses Jahr zähle ich zu den glücklichen Gewinnern des Karlsruher Studi-Fahrrads, das nach Werbung des Stadtmarketings von der Firma Campus aus dem Raum Karlsruhe hergestellt wird - eine für mich etablierte regionale Marke. Doch nun schreibt mir das Stadtmarketing, dass das Fahrrad von AT Zweirad in 48337 Altenberge hergestellt wird." Der Student fragt sich: "Warum gibt es für Karlsruher Studenten keine Karlsruher Fahrräder mehr? Unterstützt das Stadtmarketing nun lieber 'auswärtige' Firmen als die Technologieregion Karlsruhe mit Aufträgen?"

Das Stadtmarketing Karlsruhe bestätigt auf ka-news-Nachfrage den Herstellerwechsel. Der Auftrag sei zum zweiten Mal öffentlich ausgeschrieben worden, weil ein höheres Auftragsvolumen von über 200.000 Euro dies nötig gemacht habe, so Simone Sudmann, Pressesprecherin beim Karlsruher Stadtmarketing. Dann nämlich sei eine europaweite Ausschreibung erforderlich. Von den drei Bewerbern habe schließlich die Firma AT Zweirad den Zuschlag bekommen, da sie das "deutlich bessere Angebot" abgegeben habe, so die Stadtmarketing-Sprecherin.

Ein Studi-Bike hat einen Wert von rund 600 Euro

"Es geht nicht darum, dass wir keine Firma aus der Region wollten. Wir hätten gerne mit der Firma Campus weitergemacht", sagt Sudmann. Aber das Angebot von AT Zweirad sei wesentlich "günstiger" und das bei "hochwertigerer Ausstattung". Da die Studi-Bikes im Rahmen der Erstwohnsitzkampagne aus Steuergeldern bezahlt würden, habe das Stadtmarketing den Steuerzahlern gegenüber auch eine Verantwortung und müsse eben das "finanziell beste Angebot" nehmen. Wenn man das Studi-Bike in einem normalen Fahrradladen kaufen könnte, sei es mit einem Rad im Wert von rund 600 Euro vergleichbar, so das Stadtmarketuing. Der neue Auftrag gilt für zwei Jahre.

Jeder Student in Karlsruhe, der hier mit Hauptwohnsitz gemeldet ist, erhöht die Einwohnerzahl der Stadt und damit die Mittel, die sie im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs erhält. Neubürger spülen somit zusätzliches Geld in die Stadtkasse. Das Stadtmarketing Karlsruhe schafft daher bereits seit sechs Jahren mit der Erstwohnsitzkampagne Anreize für Studenten, ihren Erstwohnsitz in Karlsruhe anzumelden. Im letzten Jahr sind laut Stadtmarketing dieser Aufforderung rund 4.900 Studenten nachgekommen. Die Kampagne sei ein Grund dafür, dass "Karlsruhe die bei den jüngeren Bevölkerungsgruppen am schnellsten wachsende Stadt Baden-Württembergs ist".

Mehr zu Studi-Bikes bei ka-news:

Erstwohnsitzkampagne: Weitere 350 rote Räder rollen nun durch Karlsruhe

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Kommentare (22)
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    10.09.2013 21:23 Uhr
    Gibts diese Räder
    eigentlich in zwei Varianten oder nur in den dargestellten Mädchenausführung?

    Mit sowas würd ich ja in 100 Jahren nicht rumfahren, nichtmal geschenkt.
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  •   orakelka
    (1910 Beiträge)

    10.09.2013 20:47 Uhr
    Das sind die Regeln des von allen geliebten EUROPAS
    Ich kann langsam darauf verzichten von der EU gegängelt zu werden.

    Das ist genau der gleiche Mist wie mit der Alpine - Ausschreibung nach Europarecht. Baahh!!!
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11268 Beiträge)

    10.09.2013 16:16 Uhr
    die Aktion läuft irgendwie falsch,
    hier wird von einem auch von der Verwertbarkeit in ebay geschrieben.

    Daher: Die Drahtesel leihweise für die dauer des Studienaufenthalts in KA zur Verfügung stellen, fenn: wer sagt denn, dass der glückliche erwerber nicht den Studienort alsbald wechselt?
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  •   glx
    (244 Beiträge)

    10.09.2013 12:20 Uhr
    Äh
    wie kommt ihr auf die Idee dass die Räder schlechter wären?

    "Aber das Angebot von AT Zweirad sei wesentlich "günstiger" und das bei "hochwertigerer Ausstattung"""

    Also nicht aufregen, OK?
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  • unbekannt
    (1401 Beiträge)

    10.09.2013 14:03 Uhr
    was bedeutet hochwertiger
    Bedeutet hier hochwertiger wirklich bessere Materialien und Verarbeitung (z.B. geöste Hohlkammerfelgen, z.B. vernünftige Verkabelung der Beleuchtung)?

    Nicht, dass hochwertigere Ausstattung hier heißt, 2 Gänge mehr und die Klingel sieht farblich auch schicker aus.

    Bei Fahrrädern bekommt in sehr vielen Fällen die Qualität, für die man bezahlt. Für einen Nabendynamo kann ich um die 30 EUR ausgeben, oder aber 80 bis über 200 EUR. Welcher von denen ist wohl ruhiger, wartungsärmer und leichtgängiger?
    .
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  • unbekannt
    (24 Beiträge)

    11.09.2013 00:25 Uhr
    em gschenkte Gaul schaut mer net ins Maul
    oder sollen noch sackhaargepolsterte Ergonomiesättel aufmontiert werden?
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  •   myopinions
    (954 Beiträge)

    10.09.2013 12:05 Uhr
    ..........es ist schlicht und einfach eine Sauerei,
    wenn man lesen muß, daß die traditionell guten und in Baden gefertigten Campus-Räder durch ein Produkt aus einem fernen Bundesland ersetzt werden müssen, nur weil diese vordergründig preiswerter sind.

    Da preiswert aber häufig auch billig ist, muß man gespannt sein, welche Erfahrungen damit gemacht werden (müssen?) um dann ggfs. doch wieder zum ursprünglichen Hersteller zurückzukehren.
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  •   Saturnknight
    (140 Beiträge)

    10.09.2013 14:59 Uhr
    Laß mal die Kirche im Dorf.
    Zitat von myopinions durch ein Produkt aus einem fernen Bundesland ersetzt werden müssen, nur weil diese vordergründig preiswerter sind.


    also jetzt mal nicht gleich übertreiben. Oder sollte das Sarkasmus sein (dann bitte deutlicher machen).

    Immerhin hätte man die Fahrräder auch billiger aus China holen können, aber nein, sie kommen immer noch aus Deutschland.

    Und nur mal als Vergleich: wenn ich mich so auf der Straße so umsehe ... da sehe ich viele Ford, Audi, VW, Opel, BMW ... die werden alle nicht in unserem Bundesland gebaut. Darf man dann als richtiger Baden-Württemberger nur noch Mercedes kaufen?

    Und was ist das nächste? Darf man als Karlsruher nix mehr in Bruchsal kaufen? Oder als Durlacher nix mehr in Knielingen?
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  •   Karlsrator
    (2745 Beiträge)

    10.09.2013 16:04 Uhr
    Darf man dann als richtiger Baden-Württemberger nur noch Mercedes kaufen?
    Nö, Porsche und Smart ist auch OK. (-;
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  • unbekannt
    (24 Beiträge)

    11.09.2013 08:01 Uhr
    die Kisten bestehen zu 80% aus indischen und ungarischen Teilen
    was ist denn auf einmal für eine Naivität im Hofe?
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