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Karlsruhe Karlsruher Studenten in Wohnungsnot: Bürger sollen freien Wohnraum vermieten

Wohnraum in Karlsruhe ist knapp - vor allem für Studenten. Das Karlsruher Studentenwerk hat in den vergangenen Jahren versucht, mit neu gebauten Wohnheimen der Wohnungsnot Herr zu werden. Doch im vergangenen Wintersemester kamen noch immer rund vier Bewerber auf eines der 1.500 verfügbaren Zimmer. Gemeinsam mit dem Karlsruher Stadtmarketing hat das Studentenwerk deshalb die Kampagne "Wo?hnraum für Studenten" ins Leben gerufen, um die Bürger zu motivieren, freie Zimmer an Studenten zu vermieten.

Anna, Yannick und Sebastian haben ein Dach über dem Kopf. Anders als viele andere Studenten, die ihr Studium in Karlsruhe zum Wintersemester anfangen wollen, aber noch nicht wissen, wo sie wohnen werden. "Eine Wohnung in Karlsruhe zu finden ist echt nicht einfach", gibt Physikstudentin Anna zu. "Eigentlich wollte ich mit einer Freundin zusammenziehen. Aber das hat nicht geklappt, weil wir nichts gefunden haben."

Glück und Hartnäckigkeit

Seit zwei Semestern wohnt Anna jetzt in einem der 19 Wohnheime des Studentenwerks Karlsruhe. "Ich hab frühzeitig nach einer Wohnung gesucht. Im Juli hab ich angefangen, um im September ein Zimmer zu haben." Damit war die 19-Jährige aus dem hessischen Eppstein erfolgreich.

Zwei Monate vor Studienbeginn hat sich der zukünftige Chemieingenieur Sebastian für ein Wohnheimzimmer beworben. Einen Monat später konnte er schon in sein neues Zuhause einziehen. "Ich hab mich selbst gewundert, dass das so schnell ging", gibt der 22-Jährige, der mittlerweile im vierten Semester studiert, zu. "Ich hatte wirklich Glück, denn eigentlich war das Zimmer für jemand anderen. Ich bin quasi eingesprungen", grinst er.

Die Nachfrage ist nach wie vor höher als das Angebot

Weniger Glück hatte Yannick aus Stuttgart. Er musste einen Monat zur Zwischenmiete wohnen und dreimal in der Woche beim Studentenwerk vorbeischauen, bis er endlich einen Wohnheimplatz bekam. Jetzt wohne er seit fünf Semestern in unmittelbarer Nähe zum Campus und könne aus dem Bett direkt in den Hörsaal fallen, lacht er.

Ähnliche Erfahrungen werden auf die geschätzten 3.000 Studenten zukommen, die im kommenden Wintersemester ihr Studium an den Karlsruher Hochschulen anfangen. Viele von ihnen sind noch auf der Suche nach einer Unterkunft. Hilfe will ihnen das Studentenwerk mit seiner Kampagne "Wo?hnraum für Studenten" geben. Zwar habe die Einrichtung erst im vergangenen Jahr ein neues Wohnheim in der Tennesseeallee mit 200 Wohnplätzen eröffnet. Doch die Nachfrage sei nach wie vor höher als das Angebot, betont Michael Postert, Geschäftsführer des Studentenwerks.

Kostenlos Zimmerangebote aufgeben unter 0721/690 9192

Zehn Prozent mehr Bewerbungen als im vergangenen Jahr seien zwischen Juni und August eingegangen. Deshalb möchte es nun gemeinsam mit dem Karlsruher Stadtmarketing Bürger dazu aufzurufen, leerstehenden Wohnraum an Studenten zu vermieten. "Die jungen Leute sollen sich in Karlsruhe zu Hause fühlen", sagt Erste Bürgermeisterin Margret Mergen. Die Studenten von heute seien "richtig nette Mitbewohner". Vorurteile wie, dass sie nur Party machen würden, seien falsch. "Die Studierenden haben ein straffes Programm und müssen viel lernen."

Bereits im März ist die Kampagne mit der Facebook-Seite "Dach gesucht!" als Informationsportal und digitale Anlaufstelle für potentielle Mieter und Vermieter gestartet. Unter der Telefonnummer 0721/690 9192 können Vermieter kostenlos Zimmerangebote aufgeben. Das Studentenwerk vermittelt den Wohnraum dann an Studenten. Im Rahmen der Kampagne gibt es außerdem weitere Aktionen, mit denen auf den Wohnraummangel aufmerksam gemacht werden soll. Weitere Informationen zur Initiative und zu weiteren Aktionen gibt es auf der Webseite der Stadt Karlsruhe und auf der Facebook-Seite "Dach gesucht!".

Siehe auch:

Unrühmliche Spitze: Karlsruhe punktet beim Wohnungsmangel für Studenten
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Kommentare (10)
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  •   DonHasi
    (951 Beiträge)

    16.09.2012 21:20 Uhr
    Geht´s noch ???
    Freien Wohnraum vermieten ?
    Wie soll das gehen ?
    Ich könnte z.B. meinen feuchten muffigen Keller anbieten
    oder meinen kleinen "Speicherraum", der aber nur über eine "Katzentreppe" erreichbar ist.
    Aber klar, ich hätt´s vorher wissen müssen. Wenn`s drum geht populistischen "Dünpfiff" an den Mann zu bringen, sind Politiker nicht weit ?
    Aber ich schlag jetzt mal einfach vor:
    Politike sollen mal jeder 5 Studenten in Ihren freistehenden Einfamilienhäusern aufnehmen und bis zum 30 Lebensjahr durchfüttern und wenn Frau Mergen dann noch Spaß hat, kann Sie sich noch ein bischen um das Thema Integration kümmern und mit gutem Beispiel voran gehen. Ich bin mal gespannt was von "Frau Seifenblase" noch kommt...
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  •   einzelpunkt
    (3 Beiträge)

    04.09.2012 18:48 Uhr
    Komisch nur...
    ...dass in der Oststadt Studenten aus einer Studenten-WG geworfen worden sind, um 80 Sinti und Roma dort unterzubringen (Statt 15 Studenten).
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  •   pepe74
    (161 Beiträge)

    04.09.2012 16:46 Uhr
    Studenten?
    Habe vor ein paar Monaten versucht, als ausgebildete Erzieherin eine bezahlbare Wohnung zu finden! Aus dem WG-Alter bin ich halt leider raus! Das war ein Unding! Wenn man für ne Zwei-Zimmer-Wohnung mittlerweile 500 Euro kalt zahlt, ist das noch billig! Sorry, aber die Mieten in Karlsruhe liegen auch für das normal arbeitende Volk mittlerweile in schwindelerregenden Höhen...Wie wär´s, wenn da mal für die Allgemeinheit, die außer Miete noch ihren normalen Lebensstandard auf die Reihe bekommen muss, was gemacht wird? (ja, ich hab ein Auto, und ich brauch es auch) Oder gelten Studenten als was "besseres"?
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  • unbekannt
    (2030 Beiträge)

    04.09.2012 14:13 Uhr
    Bei uns entstehen Studentenwohnungen
    Miete normal 550 €uro für 4 Zimmer Whg.

    Miete WG für Studenten pro Zimmer 300 €
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  • unbekannt
    (5089 Beiträge)

    04.09.2012 13:50 Uhr
    Die sollen studieren,
    und nicht wohnen! grinsen
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  • unbekannt
    (5089 Beiträge)

    04.09.2012 13:50 Uhr
    Studierst du schon, oder wohnst du noch?
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    04.09.2012 10:26 Uhr
    Können ja unter...
    ihren roten Fahrrädern nächtigen.
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  •   mixe
    (1166 Beiträge)

    04.09.2012 08:47 Uhr
    das oben zu sehende bild
    ist der blanke hohn für die studis
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  •   Laetschebachschorsch
    (3127 Beiträge)

    04.09.2012 07:13 Uhr
    Fehlende Unterkünfte für Studenten
    1. Wenn die Stadtverwaltung Karlsruhe als "die Uni-Stadt" darstellen will, dann soll sie auch für die Studentenwohnungen sorgen.
    2. Es fehlen auch viele Wohnungen für Geringverdiener? Wer soll die Mieten im Neubaugebiet Südstadt - Ost zahlen? Die studierenden Kinder der Reichen?
    3. Wer sich über mangelnden Wohnraum beklagt, der sollte nicht nur heulen, sondern auch an die Ursachenforschung denken. Die jetzige Rechtslage im Miet- und Eigentumsrecht ist da bestimmt auch ein Grund. Wenn bei vermieteten Häusern der Vermieter fast keine Rechte mehr hat, dafür aber nur Ärger, dann lässt er lieber die Wohnung bzw. das Zimmer leer.
    Miet-Immobilien sind nur noch für große Unternehmen interessant, die dann auch die entsprechend hohen Mieten verlangen.
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  •   mixe
    (1166 Beiträge)

    04.09.2012 08:46 Uhr
    genau meine meinung
    geld für fahrradzähler (wenig aber geld), 300 tage stadtgeburtstag, geschenkte räder und und und. klar sind diese summen nicht ausreichens, aber erst die studis herlocken und sie dann im regen stehen lassen. frau mm sollte nicht nur warme luft ablassen sondern etwas tun. wie schorsch schreibt...wer soll denn die mieten in der upper east side (steht auf einem plakat in der stuttgarter str.) bezahlen? der soziale wohnungsbau ist in den verg. 20 jahren in bw um 66% zurück gegangen. ein armutszeugnis für karlsruhe
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