Karlsruhe Karlsruher Forschungsprojekt: Sprachen lernen in virtuellen 3D-Welten

Sprachen zu lernen ist wichtig, Kommunikation das "A und O" einer jeden Gesellschaft - so die Theorie. Fakt ist aber, dass Sprachunterricht gerade für Kinder und Jugendliche oft unglaublich trocken und langweilig und daher auch völlig uninteressant ist. Daran, dass sich das ändert, arbeitet derzeit eine Forschungsgruppe der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe: Sie entwickelt ein Programm zum "immersiven Fremdsprachenlernen in virtueller 3D-Umgebung". Dieses Projekt erhielt am Dienstag 800.000 Euro EU-Fördermittel aus dem Programm Interreg IV Oberrhein.

Daran beteiligt sind neben der PH Karlsruhe das KIT, die Universität Koblenz-Landau, die Université Strasbourg, verschiedene Forschungsinstitute, drei Unternehmen und die Regierungspräsidien Karlsruhe, Freiburg und das Rectorat de l'Académie de Strasbourg. Das Projekt trägt den Namen EVEIL 3D (Environnement Virtuel pour l'Enseignement 3D Immersif des Langues étrangères dans la Région Trinationale Metropolitaine du Rhin Supérieur) - Virtuelle Umgebung für 3D-immersives Fremdsprachenlernen in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein.

"Holodeck" oder Sprachlabor 2.0

Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach: Man will sich beim Sprachen Lernen auf das hochtechnisierte Niveau der Kinder und Jugendlichen begeben und ihnen in einer Art modernem Sprachlabor 2.0 die 3D-Welten bieten, die sie bereits aus dem Kino und aus der Spielkonsole kennen. Immersiv, also eintauchend in eine virtuelle Welt, - "quasi wie auf dem 'Holodeck' des Raumschiffs 'Enterprise', so die Entwickler - soll spielerisch eine Fremdsprache erlernt werden.

Dazu bedarf es natürlich einer adäquaten technischen Ausstattung an den rund 7.000 betroffenen Schulen der Sekundarstufe 1 (in der Metropolregion), die erst einmal erprobt und entwickelt sein will, es bedarf aber auch einer interessanten und pädagogisch wertvollen Software, die diese virtuellen Welten darstellt und natürlich bedarf es der Sensibilisierung der verantwortlichen Sprachlehrer, die mit dieser neuen Technik vertraut gemacht werden müssen.

"Serious Games" für Schulen

Das alles will das geförderte Forschungsprojekt leisten. Es soll ein etwa zehn-minütiges 3D-Szenario erstellt werden, das interessierten Unternehmen später zur Weiterentwicklung dienen kann. Weiterhin soll überprüft werden, in wie weit ein solches 3D-Szenario den Spracherwerb erleichtert, da es dazu bisher noch keinerlei Forschungen gibt. Man kennt solche 3D-Modelle bisher nur aus dem Maschinenbau, wo beispielsweise in der Automobilindustrie Arbeitern komplizierte Produktionsabläufe an solchen Modellen erklärt werden. An der Schule sollen so genannte serious Games (ernsthafte Spiele) angewandt werden, um den Kindern und Jugendlichen den Spracherwerb zu erleichtern.

Zu denken sei dabei an verschiedenste Szenarien, von einer französischen Bäckerei bis hin zu einem Raumschiff, erklären die Projektleiter Gabriele Weigand und Gérald Schlemminger von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Man sei, was die Erforschung von 3D-Unterricht an Schulen betrifft, gerade zum Thema Sprachenlernen, weltweit an der Spitze. "Mir ist bisher kein solches Projekt bekannt", bestätigt Schlemminger die Relevanz der Karlsruher Forschung.

Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt und hat ein finanzielles Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Euro, von dem die Hälfte aus dem EU-Förderprogramm Interreg IV Oberrhein getragen wird. Die andere Hälfte tragen die anderen Projektteilnehmer zusammen.

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