Karlsruher Karlsruher Erstwohnsitz-Kampagne: Ständehaus wird zur Anlaufstelle für Studis

Am Montag ist Studienbeginn in Karlsruhe. Doch bevor das Studentenleben so richtig losgehen kann, wartet auf die meisten eine bürokratische Angelegenheit: die Ummeldung. Auch in diesem Semester will das Stadtmarketing Anreize bieten, den Erstwohnsitz in die Fächerstadt zu verlegen- und das Ständehaus wird nun zum neuen Anmelde-Hauptquartier.

Es ist an diesem Mittwoch voll im Ständehaus. Im Foyer warten zahlreiche junge Menschen geduldig in einer Schlange, andere brüten über einem Anmeldeformular. Sie alle sind aus dem selben Grund hier: Sie wollen ihren Erstwohnsitz in die Fächerstadt verlegen. 

Ständehaus als zentrale Anlaufstelle für Studis

Damit möglichst viele Studierende ihrem Beispiel folgen, bietet das Stadtmarketing Karlsruhe seit 2007 im Rahmen einer Erstwohnsitzkampagne ein Begrüßungspaket an, welches das Ankommen in der neuen Heimat erleichtern soll. Mehr als 5.000 Erstis haben sich im vergangen Jahr ihr Geschenk, gefüllt mit Einkaufsgutscheinen, Festkarten, einem Stadtplan und einem Semesterticket des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV), beim Ummelden abgeholt

In diesem Jahr gibt es allerdings eine Neuheit: Zum ersten Mal überhaupt finden die Studierenden eine zentrale Anlaufstelle im Ständehaus. 100 Anmeldungen verzeichne man pro Tag, die meisten hier vor Ort. "77 Prozent der Anmeldungen erfolgen in diesem Semester bereits im Ständehaus", meint Norbert Käthler, Geschäftsführer des Stadtmarketings. Nach dem großen Ansturm am ersten Oktober erwarte man nun allerdings, dass es nach Freitag ruhiger werde. Möglich gemacht hat dies eine Kooperation zwischen Stadtmarketing, Stadtbibliothek und Bürgeramt.

"In der Vergangenheit war die Anmeldung an unterschiedlichen Orten wie dem Unigelände oder dem Rathaus möglich", schildert Björn Weiße, Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes, "wir wollten nun allerdings einen dauerhaften Standort - und den haben wir im Ständehaus gefunden." Dieses biete die benötigte Infrakstruktur. "Damit das alles auch klappt, benötigen wir unter anderem die nötige EDV-Ausstattung, einen Hausmeister, einen Tresor und vieles mehr", erklärt Weiße. Einen Tresor? "Ja, in diesem bewahren wir wichtige Dokumente für die Anmeldung auf", so der Bürgeramtsleiter, "die können wir ja nicht einfach in einer Schublade ablegen."

Luczak-Schwarz sieht Vorteile für beide Seiten

Die Karlsruher Erstwohnsitzkampagne ist seit Jahren eine der erfolgreichsten Deutschlands, davon ist Norbert Käthler überzeugt. "Andere Städte bieten als Anreiz für eine Anmeldung des Erstwohnsitzes nur Geld an", meint er, "in Absprache mit den Asten an den Hochschulen hat sich allerdings gezeigt, dass Gutscheine, Freikarten und Verlosungen sehr viel besser ankommen." 

Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz sieht hier mögliche Vorteile für Stadt und Studierende."Mit rund 40.000 Studierenden ist Karlsruhe ein bedeutender Hochschulort", behauptet die Bürgermeisterin, "hier werden die Fachkräfte von morgen ausgebildet - und genau diese fehlen in vielen Branchen." Doch auch kurzfristig profitiere auch die Stadt von der Erstwohnsitzkampagne: "Mehr Umeldungen bedeuten natürlich auch mehr Steuereinnahmen. Das ist zwar nicht das vorrangige Ziel der Erstwohnsitzkampagne, dennoch wird so eine Win-Win-Situation für beide Seiten geschaffen."

"KVV-Ticket ist ein großer Pluspunkt"

Und wie kommt das Begrüßungspaket bei den angehenden Studenten tatsächlich an? Enrique Samperio zumindest ist begeistert. Der gebürtige Mexikaner startet sein Chemiestudium am KIT und hat sich nun die Schlange der Wartenden eingereiht. "Ich habe mich bereits heute morgen angemeldet, jetzt bin ich gekommen, um mir meine Gutscheine abzuholen", erzählt er lachend. Vor allem das Semesterticket der KVV sei für ihn interessant. "Ich hätte mich zwar ohnehin anmelden müssen, aber mit dem Begrüßungspaket kann ich jetzt gleich die Stadt besser kennen lernen." 

Und auch bei den KIT-Studenten Franziska Wersch und Kai H. kommt insbesondere das KVV-Geschenk gut an. "Also von allen Gutscheinen ist das KVV-Ticket das Interessanteste", meint die gebürtige Pfälzerin, "das Ticket ist sicher ein großes Plus." Und ihr Kommilitone ergänzt: "Ich melde mich im Grunde nur wegen des Begrüßungspakets um - ohne hätte ich in Karlsruhe nur den Zweitwohnsitz angemeldet." 

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