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Karlsruhe KIT eröffnet Forschungsfabrik für Lithium-Ionen-Batterien

Der flächendeckende Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien in Elektrofahrzeugen und stationären Speichern könnte der Energiewende zum Durchbruch verhelfen. Fehlende Wirtschaftlichkeit und begrenzte Leistungsfähigkeit behindern aber derzeit noch den Markteintritt. Am KIT ist deshalb nun eine "Forschungsfabrik" für die Kleinserien-Produktion von Lithium-Ionen-Zellen angelaufen. Das teilt das KIT in einer Pressemeldung mit.

"Mit dieser neuartigen Forschungsinfrastruktur gehen wir jetzt daran, noch unreife Produktionsprozesse bereits in einem frühen Stadium zu validieren, zu automatisieren und damit industrietauglich zu machen", erklärt Professor Jürgen Fleischer, der mit seinem Team im Rahmen des Projekts Competence E am KIT für den Aufbau der Forschungsfabrik und die Produktionsforschung verantwortlich ist.

Sowohl für stationäre Speicher als auch für schnellladefähige Fahrzeugbatterien müssten kostengünstige und leistungsfähige Lithium-Ionen-Zellen zum Einsatz kommen, heißt es weiter. In der Forschungsfabrik werden daher einzelne Fertigungsschritte für deren Herstellung vollständig neu entwickelt.

KIT mit batterieelektrischem Stadtbus auf der IAA

"Ab sofort sind alle interessierten Unternehmen mit Wertschöpfung in Deutschland eingeladen, die einzigartigen Möglichkeiten dieser Forschungsfabrik zu nutzen", erklärt Andreas Gutsch, der das Projekt Competence E koordiniert. Die Palette der Kooperationsmöglichkeiten reiche vom einfachen Zugang zur Produktionsinfrastruktur über gemeinsame Entwicklungen bis zu Auftragsforschung und -entwicklung.

Die nahezu 1.500 Quadratmeter große Produktionshalle befindet sich auf dem Gelände des Campus Nord des KIT. Die Beschaffung der ersten Anlagentechnik erfolgte mit Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) bereits im Jahr 2012. Im Hinblick auf die Einsatzfelder der Batterien stehen elektrische Nutzfahrzeuge sowie stationäre Speicher für den Privathaushalt und die Industrie im Fokus, heißt es weiter. Für diese Einsatzfelder wurden parallel zum Aufbau der Forschungsfabrik schon erste Demonstratoren aufgebaut. Das Produktmuster eines stationären Batteriespeichers sorgte auf der Hannover-Messe und der Intersolar in diesem Jahr für Aufsehen in der Fachwelt. Im September wird das KIT auf der IAA in Frankfurt einen batterieelektrischen Stadtbus als Prototypen vorstellen.

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  • unbekannt
    (91 Beiträge)

    27.08.2013 09:01 Uhr
    Lithium-Ionen-Batterie-Forschung am KIT
    Klasse - da wird mal gut investiert! Ich hab' meine Ausbildung Anfang der 90er Jahre bei einem bekannten Batteriehersteller absolviert und kann mich an Aussagen aus dieser Zeit zur fehlenden Wirtschaftlichkeit etc. erinnern.
    Seit ein paar Jahren interessiere ich mich für den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug - sowohl privat, als auch für unser Unternehmen. Natürlich gibt es schon diverse Angebote, aber die Leistungsfähigkeit ist noch nicht so überzeugend. Ich wünsche der Forschung viel Erfolg und hoffe auf gute Ergebnisse in ein paar Jahren.
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  • unbekannt
    (1170 Beiträge)

    27.08.2013 10:08 Uhr
    Interesantes Thema
    Vor ca. 10 Jahren wurden schon Batterien gezeigt, also richtig Leistungsfähige Batterien, die innerhalb von 10min. geladen waren. Wenn ich mir das erste Serien Auto von BMW anschaue muss ich aber Staunen. 30min. für eine 80% Kapazitätsladung und ca. 200km Reichweite bei 170ps. Preis 40.000 Euro. Gerne würde ich mir auch ein Elektrofahrzeug kaufen aber das ist mir an Werten noch nicht ok.
    10min. Ladezeit bei 100%. 300km Reichweite bei 200ps. grinsen
    Ich denke so in 2-3 Jahren dürfte es soweit sein.
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  •   stefko
    (2108 Beiträge)

    27.08.2013 11:54 Uhr
    Bist Du bei den Zahlen sicher???
    30min für 80% von 125kW? Ich möchte jetzt lieber nicht ausrechnen, was da für Ladeströme anliegen müssten.
    Wo steckt man die Karre ein, direkt in Philippsburg? zwinkern
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  • unbekannt
    (1170 Beiträge)

    27.08.2013 13:30 Uhr
    Tech. Spec.
    Hier der Spec des BMW.

    http://www.bmw.de/de/neufahrzeuge/bmw-i/i3/2013/techdata.html

    Wobei, wenn ich so drüber nachdenke hat das was Herstellerangaben. Du weißt, verbraucht laut Hersteller 6Liter im realen Umfeld 8Liter zwinkern
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  •   stefko
    (2108 Beiträge)

    27.08.2013 14:16 Uhr
    Merci für den Link
    Ich habe aber auch einen Denkfehler gemacht und mit der Spitzenleistung von 147kW gerechnet, weswegen ich auf einen Ladestrom von knapp 4000A kam *stirnklatsch* Ich glaube den Lichtbogen hätte man noch vom Mond aus gesehen zwinkern
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  • unbekannt
    (1170 Beiträge)

    27.08.2013 14:06 Uhr
    6-8h an der Heimsteckdose ...
    Ja gut äähh. Da will jede Fahrt wohl gut überlegt sein zwinkern
    Aber das Kit macht das schon das dies in 10min. an der Steckdose daheim oder sonst wo wieder fährt ne ? zwinkern
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  •   lynx1984
    (3211 Beiträge)

    27.08.2013 12:14 Uhr
    Hrhr
    Welche Ironie...
    Auf dem Gelände stehen ja noch genug Forschungsreaktoren und die "Euratom" Forschungsanlagen.
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