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Karlsruhe KIT bedauert Chemie-Unfall: 16 Verletzte nach Verpuffung

Bei einem Grundpraktikum in der Organischen Chemie für Studierende im dritten Semester kam es am Mittwochabend am KIT zu einem Unfall mit insgesamt 16 Verletzten. Nach einem Experiment sorgte offenbar die Entsorgung einiger Chemikalien für eine Explosion. In einer Pressemeldung äußert sich nun das KIT selbst zu dem tragischen Ereignis im Labor.

"Wir bedauern sehr, dass es zu diesem Unfall gekommen ist und hoffen, dass die Verletzten keine bleibenden Schäden davontragen und sich schnell erholen", sagt Professor Alexander Wanner, Vizepräsident für Lehre und akademische Angelegenheiten am KIT. Vier der Leichtverletzten konnten bereits am Donnerstagvormittag aus dem Krankenhaus entlassen werden.

KIT: "Wir bedauern den Vorfall sehr"

"Für das Praktikum, in dem der Unfall stattgefunden hat, wurden alle entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen", so Wanner weiter. Die Studenten seien unterwiesen worden - auch das Labor sei entsprechend der Sicherheitsvorschriften organisiert und ausgestattet. Wie es trotzdem zu dem Unfall kommen konnte, wisse man noch nicht: "Wir müssen hier die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen abwarten."

Der Unfall passierte beim Entsorgen von Chemikalien. Auf dem Weg zum Sicherheitsschrank, in dem sich die Abfallbehälter befinden, kam es zu einer Verpuffung von Nitriersäure, die aus Schwefelsäure und Salpetersäure besteht. Diese chemische Verbindung ist normalerweise nicht reaktiv. Was dennoch zu einer Reaktion geführt hat, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Die Rettungskräfte waren am Mittwochabend nach dem Unfall umgehend vor Ort. Das KIT dankt in seiner Stellungnahme den Rettungskräften, der Feuerwehr und der Polizei für ihren sehr schnellen Einsatz. Wie Messungen der Feuerwehr ergeben haben, sind keine gesundheitsschädlichen Gase ins Freie gelangt.

Mehr zur Explosion im Labor:

KIT Campus Süd: Explosion nach Chemieexperiment - viele Verletzte

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Kommentare (4)
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  •   durlacher
    (93 Beiträge)

    17.01.2014 12:12 Uhr
    Schwefelsäure und Salpetersäure
    man lernt schon in der 5. KLasse im Chemieunterricht, dass dieses Gemisch sehr gefährlich ist!! Also, wenn so was an einer Uni passiert, dann muss es der Hausmeister (der es sicher nicht war) oder ein echter Doofie gewesen sein!
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    16.01.2014 21:43 Uhr
    Vorsicht!
    Die Formulierung "Diese chemische Verbindung ist normalerweise nicht reaktiv." in Bezug auf Nitriersäure ist mit Vorsicht zu geniesen. Sie vermittelt den Eindruck es würde sich um eine vollkommen harmlose Substanz handeln. Dabei ist Sie alles andere als ungefährlich! In der organischen Chemie sie zur Nitrierung von Verbindungen. Diese Reaktionen verlaufen stark exotherm und können unter Unkontrollierten Bedingungen zu Verpuffungen bzw. Explosionen führen
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  •   Float
    (99 Beiträge)

    16.01.2014 22:24 Uhr
    Geht man davon aus
    dass reine Nitriersäure transportiert wurde ist sie nicht spontan reaktiv. Das war nur nicht der Fall. Aus näheren Quellen kann ich sagen, dass der Student dachte seine Nitrierung wäre fehlgeschlagen und ein Kommilitone wollte kurz vor Schließung des Labors mit dem Entsorgen helfen. Da dadurch keine Kühlung mehr gewährleistet war kam es beim Transport zur Verpuffung.
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  • unbekannt
    (513 Beiträge)

    17.01.2014 07:59 Uhr
    Vorsicht
    Solche Aussagen gehören m. E. nicht in öffentliche Foren oder in Kommentarbereiche. Sie können dich, den Studenten und dessen Kommilitonen in Schwierigkeiten bringen, zumal "aus näheren Quellen" nichts anderes heißt als "Gerüchte". Ich kenne mehrere Fälle von Personen, die meinten, interne Informationen öffentlich verbreiten zu müssen, und sich dadurch Probleme eingehandelt haben - vom Ausschluss aus der Organisation, über Abmahnungen bis hin zu zivilrechtlichen Ansprüchen (Regress).
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