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Karlsruhe KIT-Präsident hält Studiengebühren für unumgänglich

Die deutschen Universitäten kommen nach Ansicht des KIT-Präsidenten Eberhard Umbach auf Dauer nicht ohne Studiengebühren aus. "Das ist nicht nur eine Frage der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch ein Beitrag zur Gerechtigkeit",sagte der Leiter des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) der Nachrichtenagentur dpa.

KIT-Präsident Eberhard Umbach
Eberhard Umbach ist ein Verfechter der Studiengebühren. Foto: Uli Deck/Archiv |

Damit sprang er der neuen Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) zur Seite, die für 2017 deutschlandweit Studiengebühren vorausgesagt hat und auf Kritik stieß. Wie umstritten das Thema ist, zeigt auch ein Blick nach Bayern, wo die CSU die einst von ihr eingeführten Gebühren gegen den Willen des Koalitionspartners FDP wieder abschaffen will.

 

 

 

 

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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    18.02.2013 15:46 Uhr
    Die Progression
    ist aus zwei Gründen gerecht:

    Erstens kann man davon ausgehen, dass wer ein höheres Einkommen hat, auch mehr von den EInrichtungen des Staates profitiert hat. Der Inhaber einer Spedition hat vielleicht weniger von den Universitäten, aber auf jeden Fall vom staatlichen Straßenbau überproportional profitiert (trotz Maut). Akademiker, die tatsächlich ein höheres Einkommen haben, haben sicherlich von den Universitäten profitiert.

    Und zweitens kann man es grundsätzlich als gerecht ansehen, wenn starke Schultern mehr tragen; ganz unabhängig davon, ob einer mehr oder weniger von den Vorleistungen des Staates und der Gesellschaft profitiert hat.

    Die Progression ist für uns allerdings so selbstverständlich geworden, dass wir dazu neigen sie zu vergessen und zu übersehen und gerechtigkeitstechnischen Überkompensationspfusch zu betreiben. Ein solcher sind Studiengebühren: eine Scheingerechtigkeit, die vor allem eines mit sich bringt: bürokratischen Aufwand.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    18.02.2013 15:42 Uhr
    Nachlaufende Studiengeühren
    haben hingegen das Problem, dass sie stillschweigend davon ausgehen, dass ein Absolvent im Lauf seines Lebens mehr verdient als jemand, der nicht studiert hat. Auch wenn dies für 80% der Absolventen der Fall sein mag, erscheint es auch hier gerechter die Universitäten aus der mit Progession versehenen Einkommenssteuer zu finanzieren.

    Und die Menschen, die nach dem Studium auswandern? Die zahlen in anderen Ländern höhere Steuern wegen der Progression. Dafür kommen aus diesen Ländern auch Menschen zu uns. Mag sein, dass mehr Mediziner aus D nach UK gehen als umgekehrt, in anderen Berufen ist das aber anders. Letztlich gleicht es sich aus.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    18.02.2013 15:38 Uhr
    Sofort zu entrichtende
    Studiengebühren haben meiner Ansicht nach das Problem, dass man stillschweigend davon ausgeht, dass die Eltern von Studenten diese finanziell unterstützen. Das ist vermutlich auch nicht ganz verkehrt, aber die absolute Mehrzahl der Familien kommt auch ohne Studiengebühren schon an eine finanzielle Grenze oder sogar darüber hinaus, wenn zwei oder mehr "Kinder" gleichzeitig studieren. Da sofort zu entrichtende Studiengebühren die finanzielle Situation der Eltern keineswegs berücksichtigen, sind sie mit dieser stillschweigenden Prämisse sicherlich ungerechter als eine Finanzierung der Universitäten aus der mit Progression versehenen Einkommenssteuer.
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  •   CurlChaos
    (679 Beiträge)

    18.02.2013 15:11 Uhr
    Langzeitstudenten ...
    Studiengebühren sind ein gutes Mittel gegen Langzeitstudenten (wie etwa bei mir grinsen ), hat aber zur Folge, dass man dann eben ohne abgeschlossenes Studium im Arbeitsleben steht. Ich denke da gibt es bessere Möglichkeiten,etwa eben Trödelgebühren erst ab dem x-ten Semester oder ein rigeroses Arbeitsverbot für Studenten jenseits der Minijobs).

    Ansonsten sind Studiengebühren zur Finanzierung der Bildung doch ein Witz. Ein Student hat in der Regel kein Geld, kann also auch keine Gebühren bezahlen. Alleine für den Lebensunterhalt jobben zu müssen, kostet schon zu viel wertvolle Studienzeit und verzögert das Studium, was Mehrkosten verursacht. Bezahlen tun die Gebühren dann eh die Eltern. Und die einen können es sich leisten, die anderen nicht. So hat man als intelligentes Kinde der unteren Schicht kaum Möglichkeit zu studieren.

    Kosten sparen lässt sich, indem Anreize geschaffen werden, nach möglichst kurzer Zeit das Studium schon abzuschließen, etwa durch bessere Qualität der Lehre zwinkern
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  • unbekannt
    (172 Beiträge)

    18.02.2013 12:53 Uhr
    Erfolgsabhängig
    Studiengebühren sollten schon von den Studierenden finanziert werden. Diese können sich zum Teil nach dem Einkommen der Eltern richten. Andererseits sollte die Möglichkeit bestehen, dass nach erfolgreichem Abschluss und eigenem Einkommen die Kosten im Nachhinein beglichen werden. Bei einem erfolglosen Abschluss müsste von Fall zu Fall entschieden werden.
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  •   Karlsrator
    (2744 Beiträge)

    18.02.2013 13:06 Uhr
    Super Idee!
    Am besten dann eine Einzelfallkommission einrichten, so dass höchstens "nur" 95% der vom Studenten zu entrichtenden Gebühren in den Verwaltungswasserkopf fließen. Und von den verbleibenden 5% kann die Uni dann mindestens 3 Nobelpreisträger einstellen.
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  • unbekannt
    (572 Beiträge)

    18.02.2013 06:03 Uhr
    Man kann nur da was holen...
    ...wo es was zu holen hat. Und während dem Studium verbringen die meisten Menschen die Zeit in fast schon prekären Lebensverhältnissen.

    Dafür hat man üblicherweise danach ein höheres Einkommen. Und somit liegt das gerechte System auf der Hand: Finanzierung über den allgemeinen Haushalt. Denn die Studenten von gestern zahlen heute in genau diesen mehr ein.

    Bildung MUSS generell kostenfrei (sprich: umlagenfinanziert) sein.
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  • unbekannt
    (4144 Beiträge)

    18.02.2013 04:05 Uhr
    Warum soll das Studium umsonst sein?
    Ich habe auch studiert und haette absolut kein Problem gehabt, wenigstens anteilig dafuer zu bezahlen.
    Nach dem Studioum habe ich ein mehrfaches dessen verdient, was Gleichaltrige nach einer regulaeren Lehre verdient haben.
    Fast ueberall auf der Welt muss man fuer ein Studium bezahlen also wo ist das Problem?
    Ich weiss, dass Neidschland in vielen Dingen ein Problem hat, aber Studiengebuehren sind wirklich keins.
    Wer eine besonder Asubildung will, soll bittescheon auch dafuer bezahlen und vor allem: Wenn's was kostet bewegt man auch den A... und studiert nicht 15 Jahre Betriebswirtschaft oder bricht 5 verschiedene Studiengaenge ab, weil einem einfach danach ist!
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  •   silberahorn
    (9718 Beiträge)

    18.02.2013 02:44 Uhr
    Wer die BNN gelesen hat (gibt es für ca. 15.- EUR auch online), der weiß, dass Herr Umbach verschiedene Möglichkeiten ansprach.
    Man könne z.B. erst das Masterstudium kostenpflichtig machen oder die Gebühr rückwirkend erheben, wenn eigenes Einkommen vorhanden ist.
    Ein Aspekt war, dass in anderen Ländern das Studium in Deutschland als minderwertig betrachtet werden könne, weil es nichts kostet.
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  •   chrisrut
    (423 Beiträge)

    18.02.2013 09:11 Uhr
    Freisemester
    Entweder ein paar Semester sind frei oder man muss die Gebühren nach Studienabschluserst bezahlen. Zinslos selbstverständlich. Befreiung solange man keine Arbeit hat. Wenn man sie so einführt kostet es den Staat ja nichts nur das er das Geld erst später kriegt.
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