Karlsruhe 2,5 Millionen Euro Förderung: KIT-Projekt untersucht Verkehr der Zukunft

Das vom KIT koordinierte Projekt High-Tool ist ein Modell, das die Wirkung politischer Maßnahmen auf Verkehr, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt bis zum Jahr 2050 abzuschätzen versucht. Das Projekt, das 2016 fertig gestellt werden soll, wird von der EU mit 2,5 Millionen Euro gefördert.

Das strategische Verkehrsmodell bildet die Wirkungen politischer Maßnahmen im Computer ab. Dabei geht es vor allem um langfristige Entscheidungen. "Konkrete Fragen, zum Beispiel, was sich durch eine Baustelle auf der A8 ändert, soll das Modell nicht beantworten", erklärt Eckhard Szimba, Gruppenleiter im Bereich Netzwerkökonomie am ECON des KIT, auf ka-news-Anfrage.

"Ohne diese Förderung wäre das Projekt so nicht durchführbar gewesen"

Die EU will die Emissionen im Verkehrsbereich bis 2050 um 60 Prozent verringern. Darüber hinaus soll ein einheitlicher europäischer Verkehrsraum geschaffen, die Verkehrssicherheit erhöht, sowie Innovationen in diesem Bereich gefördert werden. Damit erklärt sich auch die Förderung des Projekts durch die EU in Höhe von 2,5 Millionen Euro.

"Ohne diese Förderung wäre das Projekt so nicht durchführbar gewesen", betont Szimba. "Da hätte wohl jeder seinen Job alleine gemacht." Weil das Geld jetzt aber vorhanden ist, freue er sich über die Zusammenarbeit. Das ECON am KIT koordiniert das Projekt, an dem ingesamt acht Partner aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Ungarn beteiligt sind.

KIT in alle Bereiche der Entwicklung involviert

Das Ziel von High-Tool ist es, der Generaldirektion Mobilität und Verkehr (GD MOVE) der Europäischen Kommission ein quantitatives Instrument zur Verfügung zu stellen, um die langfristigen Wirkungen politischer Maßnahmen auf Verkehr, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt abschätzen zu können. Konkrete Wirkungen, die prognostiziert werden sollen, könnten beispielsweise CO2-Emissionen, Anzahl der Unfälle, Reisezeiteinsparungen, aber auch das Brutto-Inlandsbprodukt auf regionaler Ebene sein, so Szimba.

Das KIT sei neben der Rolle als Koordinator in alle Bereiche der Entwicklung involviert, erklärt der Projektkoordinator weiter. Zudem falle dem KIT die spezielle Verantwortung für das Modul zur Nachfrage im Personenverkehr zu.

Modell auch für Laien bedienbar

Gestartet ist das auf drei Jahre angelegte Projekt im Frühjahr diesen Jahres und wird nun sukzessive und in enger Zusammenarbeit mit den künftigen Nutzern entwickelt. "Die Fachleute der europäischen Kommission sind sehr wichtig für die Entwicklung von High-Tool", betont Szimba. Schließlich wüssten sie am besten, was das Programm am Ende alles können solle. "Sie entscheiden, welche Output-Indikatoren, also welche Wirkungen, das Projekt schlussendlich abschätzen kann oder auf welcher regionalen Ebene es funktioniert", so Szimba weiter.

Zu den wesentlichen Aufgaben der Entwicklung gehört das Testen der Qualität der Ergebnisse, der Vorhersagegenauigkeit sowie der Benuterzfreundlichkeit. Denn in drei Jahren soll das Modell auch öffentlich zugänglich und für den Laien bedienbar sein.

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